Kurzanleitung
speziell zur Reinigung nicht vorgereinigter antiker Münzen mit mechanischen Methoden
Version 0.53
Einleitung
Achten Sie darauf die Stücke nicht zu zerkratzen. Wenn Sie die Stücke ausschließlich für Ihre eigene Sammlung haben wollen, mögen sie ein paar unter der Lupe zu suchenden Kratzer vielleicht nicht so sehr stören, wie eine Dreckschicht. Der offene Handel sieht das etwas anders. Wollen sie Ihre mit groben mechanischen Methoden gereinigte Münze wieder loswerden, müssen Sie diese fairer Weise als „berieben“ oder „geputzt“ bezeichnen. Das sind nette Worte in der Sammlersprache für „zerkratzt“.|
Ausrüstung:
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Pinzette mit gummierten Spitzen Zahnstocher Stofftuch Olivenöl Kunststoff-Gefäße in verschiedenen Größen Lupe Starke Lichtquelle oder viel Sonnenlicht |
Methoden zur mechanische Reinigung
1. Schritt – Die Zahnstocher Methode
Münze auf das Tuch legen und mit dem Zahnstocher den groben Dreck entfernen. Die Gefahr die Münze hierbei zu zerkratzen ist dank der geringen Härte des Holzes recht klein. Trotzdem ist klar: Geduld statt Gewalt ist das Mittel zum Erfolg.Wer eine ruhige Hand hat, nimmt zur Reinigung Metallnadeln. Damit kann man den Dreck (aber eben auch die Patina) leichter entfernen. Außerdem hat man bei Zahnstochern in der Regel einen hohen „Verschleiß“. Metallische Nadeln oder ähnliches gibt es z.B. in Laborhandlungen, bei Fachhandlungen für Keramikbedarf und als Werkzeug für Zahnärzte. Wer Geld sparen möchte fragt einfach mal nach ausgedienten Exemplaren im Fachbereich Biologie an einer Universität oder bei Zahnärzten.
2. Schritt – Die Olivenöl Methode
Die Münzen werden in ein Olivenölbad gelegt. Das Öl dringt in die Münzen ein. Es dient der Konservierung und der Reinigung. Viele Dreckreste lösen sich nach dem Einweichen in Form eines schmierigen Films ab. Das Bad sollte mehrere Tage angewendet werden. Es kann auch über Wochen und Monate angewendet werden ohne den Münzen zu schaden.Wenn man wenig Öl genommen hat, sollte man das Öl wechseln, wenn es sich zu stark durch den Dreck verfärbt hat. In einer flachen Kunststoffschale kann man effizient einige Dutzend Münzen gleichzeitig reinigen. Am besten die guten Stücke nebeneinander legen, so können sie sich gegenseitig keine Kratzer zufügen.
Wenn sich die Poren der Münze mit Öl voll saugen, wird die zuvor enthaltene Luft verdrängt. Daran das sich keine Luftbläschen mehr an den Münzen bilden, kann man also sehr schön erkennen, dass die Konservierung abgeschlossen ist. Die Münzen können aus dem Bad geholt werden. Nun kann man erneut auf die Zahnstocher Methode zurückgreifen und noch etwas mehr Dreck runterholen als zuvor. Es empfiehlt sich Schritt 1 und 2 mehrmals zu wiederholen, bis es nichts mehr bringt.
Weitere Methoden
Auf die Möglichkeit Münzen mit Metallbürsten, aus einem weicheren Metall als das der Münze, zu reinigen soll hingewiesen werden. Man kann sich denken, dass eine große Gefahr besteht, die Patina zu beschädigen. Ein solches Verfahren mag als „letzter Ausweg“ sinnvoll sein, wenn sonst keine Reinigungsmethode greift. Effektiv sind dann die kleinen Handbohrmaschinen von Firmen wie Dremel. Für diese gibt es eine Vielzahl von Reinigungs-/Schleifaufsätzen in diversen Materialien und Härtegraden. Vorsicht bei Bürsten aus Kunststoff, wie z.B. Zahnbürsten. Der Härtegrad des Kunststoffs ist schwerer mit dem Münzmetall zu vergleichen, als bei Metallbürsten. Auch Kunststoffbürsten können das Münzmaterial durch Kratzer stark beschädigen.Die Reinigung mit Sandpapier zum Schleifen reiht sich in die rabiaten Reinigungsmethoden ein. Da hiermit die Vertiefungen der Münze nicht erreichbar sind, kann dieser Weg nicht empfohlen werden.
Münzen können mit einem Radiergummi abgerieben werden. Experimentieren mit verschieden harten bzw. weichen Radiergummis kann zu Erfolgen beim Reinigen führen. Die Methode ist vermutlich noch die sanfteste unter den mechanischen. Trotzdem geht es natürlich direkt an die Substanz, die Münzoberfläche. Vertiefungen lassen sich nicht mit dem Radiergummi erreichen.
Methoden zur Konservierung
Ist die Münze einmal erfolgreich gereinigt, gilt es, erneuter Verschmutzung oder chemischer Veränderung entgegenzuwirken. Neben sachgerechter Lagerung sind Schutzschichten das Mittel der Wahl.Klassischstes Verfahren ist das Aufbringen von Paraffin oder Paraffinöl. Paraffin besteht aus langkettigen Kohlenwasserstoffen. Es ist also nicht mit Wasser mischbar. Außerdem ist Paraffin sehr reaktionsträge und erfüllt damit die wichtigsten Voraussetzungen für ein Koservierungsmittel. Nachteil ist, dass Staub gebunden wird. Das Verfahren wird heutzutage kaum noch angewandt.
Das Problem mit dem Staub wird mit Lacken nach dem Aushärten umgangen. Als Lack ist am häufigsten Zapon-Lack im Einsatz. Das ist ein Nitrocelluloselack der speziell für Metallüberzüge verwendet wird. Es gibt den Lack nicht nur für Malerbedarf, sonder auch spezielle Typen für die Konservierung von Münzen. Von einer richtig aufgetragenen Zapon-Lack Schicht sind dem Autor keine Nachteile bekannt. Trotzdem werden lackierte Münzen von etlichen Sammlern abgelehnt, was wohl mit ästhetischen Gründen zu tun hat. Der Sammlerwert der Münzen kann also beeinträchtigt werden.
Des Weiteren gibt es die Möglichkeit Fette auf Silkonbasis zu verwenden. Dank kommerzieller Tauchbäder dürfte die richtige Schichtdicke leicht einzustellen sein. Silikon ist chemisch sehr stabil und eignet sich für längerfristigen Schutz. Auch sonst sind von chemischer Sicht her keine Bedenken anzumelden. Der Sammlerwert wird soweit bekannt nicht beeinflusst.
Daneben gibt es eine Fülle von weiteren Lacken, die genauso geeignet sein könnten wie Zapon-Lack. Angesehener ist aber keiner. Wenn man sich also zum lackieren entschließt, sollte man auf bewährte Systeme zurückgreifen.
Abschließende Worte
Wie weit die Münze gereinigt werden soll, muss jeder selbst wissen, wenn das gute Stück für die eigene Sammlung bestimmt ist. Die Frage ist z.B., ob man die Patina entfernen möchte und eine blanke Münze will (die dann mit der Zeit wieder nachdunkelt) oder nicht. Das Problem ist, dass die Echtheit der Münze ohne Aufwendiges Gerät oft nur anhand der Patina erkennbar ist. Ist die Münze für andere oder eventuell einmal für den Weiterverkauf bestimmt, sollte die Patina auf jeden Fall nicht beschädigt werden.Herausgeber dieser Anleitung
Alte Römer GbR - Kunst und Antiquitäten -
Steindamm 320099 Hamburg
http://www.alteroemer.de/
info@alteroemer.de
Für die Ergebnisse der Reinigung übernehmen wir keinerlei Verantwortung. Die Arbeit an den Münzen erfolgt stets auf eigene Gefahr. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben freuen wir uns, wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen. Die aktuelle Version der Anleitung finden Sie stets auf unseren Internetseiten.
