Elamitische Keramik mit gemaltem Fries

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Elamitische Keramik mit gemaltem Fries
Imposantes Gefäß in großartiger Erhaltung. Die geometrischen Elemente und Tiere auf dem Fries sind ein typisches Stilmerkmal. Fund aus Susa, aus der Zeit der dritten Dynastie von Ur, um 2000 v. Chr.
3.800 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR2564
Details

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Objekt: Elamitische Keramik mit gemaltem Fries

Material: Heller beigefarbener Ton mit brauner Bemalung.

Datierung: Dynastie von Simaschki in der Altelamitischen Periode.
Und dritte Dynastie von Ur.
Etwa 2100 v. Chr. bis 1950 v. Chr.

Der Abgleich mit Referenzobjekten in der Literatur weist auf eine Enstehungszeit der Keramik um 2000 v. Chr. Der überlieferte Fundort für dieses Gefäß ist Schicht B aus Susa. Die Schicht stammt aus der dritten Dynastie von Ur, etwa 2100 bis 1950 v. Chr. Das deckt sich gut mit der Zeitstellung der Vergleichsstücke und gibt uns einige Gewissheit bei der oben angegebenen Datierung.

Beschreibung:    Imposantes Tongefäß mit Fries aus Tieren und geometrischen Formen. Fast kugelförmiger Körper, unten zu einem Standfuß abgeflacht. Oben geht der Körper in einen kurzen, taillierten Hals über, der in einer auslandenden Lippe endet. Auf der Schulter verläuft ein dunkelbrauner gemalter Fries. Er zeigt stehende Vögel mit gespreizten Flügeln und geometrische Motive, bestehend aus senkrechten und diagonalen Linien sowie konzentrischen Kreisen. Den unteren Abschluss bildet eine doppelte Wellenlinien, eingefasst von zwei geraden Linien. Oben wird die Szene von einer einfachen Wellenlinien abgeschlossen, eingefasst zwischen zwei Dreiergruppen gerader Linien.
Das Gefäß wirkt durch seine fließende Form und das wohldosierte abstrakte Dekor sehr elegant. Ein wundervolles Beispiel des hochentwickelten westiranischen Töpferkunst.

Anmerkungen: Die elamitische Kultur erstreckte sich im Südwesten des heutigen Irans. Dabei ist der politische Zusammenhang der kulturellen Zentren der Region nicht eindeutig geklärt. Man ordnet dem Reich Elam Funde vom 4. Jt. bis 1. Jt. v. Chr. zu, die eine mehr oder weniger deutliche Kontinuität aufweisen. Auch Schriftquellen sind vorhanden, so zum Beispiel Verweise auf den Elam aus dem Alten Testament und zahlreiche Keilschrifttafeln. Jedoch lässt sich Stilkunde und Schriftkunde schwer vereinen, sodass die elamische Kultur bis heute viele Geheimnisse bewahrt hat.
Die Stadt Susa, die als Fundort für diese Keramik überliefert ist, war ein wichtiges Zentrum des Reichs Elam. Sie ist auch in archäologischer Hinsicht von herausragender Bedeutung. Ausgrabungen fanden seit 1897 fast kontinuierlich bis zur Iranischen Revolution 1978 statt. Die ersten systematischen Grabungen wurden von den französischen Archäologen Jacques de Morgan und Robert de Mecquenem durchgeführt. Sie waren bezeichnenderweise Spezialisten für grobe Erdarbeiten. An einfachen Gebäuden und Alltagsgegenständen waren die Archäologen wenig interessiert und hatten es lediglich auf die herausragenden Stücke abgesehen. Erst ab 1946 begann Roman Ghirshman mit Ausgrabungen, die mehr auf Erkenntnisgewinn, als auf "Schatzsuche" bedacht waren. Zum Glück haben sich viele einfache Objekte in Privatsammlungen erhalten und geben heute ein vollständigeres Bild des Reichs Elam.

Maße: 35cm Höhe. 30cm Durchmesser.

Zustand: Kleine Fehlstelle von ca. 3cm x 1,3cm auf mittlerer Höhe. Ansonsten nur minimale Bestoßung an der Lippe. An der Stelle des größten Durchmessers wurde das Gefäß vor dem Brennen eingedellt. Das Gefäß ist nicht restauriert und zeigt große Teile der originalen Grundierung, sowie Bemalung. In dieser Erhaltung eine absolute Rarität und würdig der Ausstellung in einem der großen Museen vorderasiatischer Kunst.

Provenienz: 2015 aus der deutschen Privatsammlung G. King erworben. In diese erworben 1969 bei der Antiquitätenhandlung Manfred Ritter in Ludwigshafen am Bodensee. Herr Ritter hat die Objekte zuvor im Nahen Osten erworben. Gemäß Überlieferung von Herrn Ritter, wurde das Gefäß bei Ausgrabungen in Schicht B in Schuschan (Susa) gefunden, im heutigen Iran.

Referenzen: Vgl. Encyclopaedia Iranica, Kaftari Ware, Abb. 1.
Dort Verweis auf Louis Vanden Berghe, Archaeologische navorsingen in de omstreken van Persepolis, Jaarbericht Ex Orient Lux 13 (1954), S. 394 bis 408.
Vgl. Christie's, Sale 10373 "Antiquities", vom 1. Oktober 2015, Losnr. 54 "An Iranian pottery jar". Das sehr ähnliche Stücke wurde auf ca. 4.000 EUR geschätzt, für 15.000 EUR zugeschlagen.
Ähnlich British Museum, Registrierungsnr. 1929,0415.1, Gefäß aus Tepe Giyan, ca. 2000 v. Chr.

Eine Alternative Datierung zu der Kaftari-Ware um 2000 v. Chr. ist die als Qaleh-Ware, die ähnlich dekoriert war, jedoch auf die Mittelelamitische Phase II-III zurückgeht, etwa 1300 bis 1000 v. Chr.:
Vgl. Encyclopaedia Iranica, Ceramics viii, The Early Bronze Age in Southwestern and Southern Persia, Abb. 33., Nr. 2 bis 4.

Literatur: D. T. Potts, The Archaeology of Elam, formation and transformation of an ancient Iranian state, Cambridge (1999).
Encyclopaedia Iranica, Elam ii, The archeology of Elam.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.