Exzellent erhaltener apulischer Glockenkrater

Exzellent erhaltener apulischer Glockenkrater
Großes Gefäß zur Mischung von Wasser und Wein in exzellenter Erhaltung. Mit figürlicher Darstellung auf jeder Seite. Mit ArtLoss Zertifikat.
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Objektnummer: AR2520
Details

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Objekt: Glockenkrater (Weinmischgefäß)

Material: Roter Ton mit schwarzem Überzug und weißer Bemalung

Datierung: 2. Hälfte 4. Jh. v. Chr.
Späte Klassik - frühe hellenistische Epoche.

Beschreibung:    Glockenkrater, im rotfigurigen Stil gestaltet. Großes Gefäß zur Mischung von Wasser und Wein, welches bei Symposien Einsatz fand. Die Form erinnert an eine umgedrehte Glocke, sie entwickelte sich im 5. Jh. v. Chr.

Die eine Bildseite zeigt eine nach links eilende Frau, welche sich umdreht, während sie in einen Spiegel blickt, den sie in der ausgestreckten Rechten trägt. Die Haare sind sorgfältig zu einer Melonenfrisur gestaltet, darüber trägt die Dame ein Diadem aus weißen Plättchen. Der lange Chiton ist gegürtet, als weiteren Schmuck trägt die Dame um den Hals eine Perlenkette und Armreife, die am Körper herabhängende Linke hält einen Festkranz. Zu ihr eilend ein nackter, bekränzter Satyr, die rechte Hand im Sprechgestus erhoben. Zu Füßen der beiden Gestalten Perlband.

In der zweiten Bildhälfte ein nach rechts stehender Jüngling mit Festkranz in der gesenkten Rechten, die Linke fasst in den Mantel. Ihm gegenüber ein weiterer Manteljüngling mit Schale in der ausgestreckten Rechten.

Den unteren Abschluss bildet ein umlaufendes Mäanderband. An den Seiten jeweils ein gerade angesetzter, vertikal nach oben abknickender Henkel, darunter eine ausladende Palmette,
Unter der Mündung des Kraters umlaufendes Lorbeerband. Innenseite vollständig schwarz überzogen.

Maße: Höhe 29cm, Durchmesser 31,5cm. Durchmesser des Standfußes 13,5cm

Zustand: Großartiger Zustand. Fachmännisch restaurierter Bruch an Lippe und Restaurierung an Fuß, unauffällig, nicht übermalt. Ansonsten nur minimale Abplatzungen, insgesamt museumswürdig.

Historisches: Ca. 300 Jahre lang importierten die griechischen Kolonien auf italischem Boden Keramiken zuerst aus Korinth und später aus Athen. Im 5. Jh. begannen sich jedoch lokale Manufakturen herauszubilden und zwischen ca. 440 v. Chr. und 300 v. Chr. erleben die unteritalischen Produktionszentren ihre Blütezeit. Die meisten Exemplare brachte die apulische Vasenmalerei hervor: von den ca. 20.000 erhaltenen unteritalischen Stücken zählt ca. die Hälfte zu dieser Gruppe. Das Produktionszentrum befand sich in Tarent. Die apulische Vasenmalerei lässt sich grob in zwei Stilgruppen unterteilen, nämlich in "plain" und "ornate". Der Plain-Stil zeichnet sich durch einfaches Dekor und Bildkompositionen mit wenigen Figuren sowie einen weitgehenden verzicht auf Zusatzfarben aus, er fand vor allem auf Glocken- und Kolonnenkrateren sowie bei kleineren Gefäßen Verwendung. Im Ornate-Stil wurden dagegen meist größere Gefäße verziert. Die Darstellungen konnten zweiregistrig sein und mehrere Dutzend Personen umfassen, hinzu kamen ab der Mitte des 4. Jh. üppige Ornamente. Zusatzfarben (weiß, rot, gelb) wurden im großen Rahmen eingesetzt. Beliebte Motive in der apulischen Vasenmalerei waren mythologische Szenen, Theaterdarstellungen und Darstellungen aus dem Grabkult.

Neben der apulischen Vasenmalerei bildet die kampanische die zweitstärkste Gruppe. Zum motivischen Repertoire gehörten in dieser Gruppe vor allem Frauen- und Jünglingsgestalten, Kriegerdarstellungen und Tierbilder. Die Rückseiten der Gefäße zierten häufig Darstellungen von Manteljünglingen. Ein Stilmerkmal war die glockenförmige Ausführung der Blumendarstellungen. Weitere unteritalische Produktionszentren waren Paestum, Lukanien und Sizilien.

Literatur: A. D. Trendall, The red-figured vases of Lucania, Campania and Sicily (Oxford 1967)
A. D. Trendall, The red-figured vases of Lucania, Campania and Sicily. Supplements (London 1970, 1973 und 1983, 3 Bände)
A. D. Trendall - A. Cambitoglou, The red-figured vases of Apulia. Early and middle Apulian (Oxford 1978)
A. D. Trendall - A. Cambitoglou, The red-figured vases of Apulia. Late Apulian (Oxford 1982)
A. D. Trendall - A. Cambitoglou, The red-figured vases of Apulia. Supplements (Oxford 1983, 1991 und 1992)
A. D. Trendall, Rotfigurige Vasen aus Unteritalien und Sizilien: ein Handbuch (Mainz am Rhein 1990)
K. Schauenburg, Studien zur unteritalischen Vasenmalerei (Kiel 1999 - 2010, 14 Bände

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Provenienz: 2015 erworben von einem deutschen Auktionshaus. Zuvor in einer westfälischen Privatsammlung, welche in den 1960er bis 1990er Jahren aufgebaut wurde.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.