Große Tonfigur der Aphrodite Anadyomene

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Große Tonfigur der Aphrodite Anadyomene
Imposant erhaltene, 27 cm hohe Figur. Die frisch dem Meer entstiegene Göttin stützt sich auf eine Herme, ein Delfin bedeckt ihre bloße Scham. Aus der Sammlung Prof. Ritschel, Träger des Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich, Autor und Förderer der kulturellen Entwicklung der Stadt Salzburg.
auf Anfrage

Verfügbarkeit: Verkauft

Objektnummer: AR2680-K04
Details

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Objekt: Große Figur vom Typus Aphrodite bzw. Venus Anadyomene

Material: Hellroter Ton mit dunkler Fundpatina

Datierung: Ca. spätes 4. Jh. v. Chr. bis 2. Jh. n. Chr.
Hellenistische Epoche bis hohe römische Kaiserzeit

Beschreibung:    Schlanke, nackte Mädchenfigur, im Kontrapost auf einer hohen Basis stehend, das rechte Standbein mit ausschwingender Hüfte, das rechte Bein leicht im Knie gebeugt und nach hinten gestellt. Die Göttin hat ihre Hände erhoben und wringt ihr langes Haar. Mit dem rechten Ellbogen stützt sie sich auf eine Herme (vgl. hierzu die große Tonherme des Dionysos, die ebenfalls aus der Sammlung Ritschel stammt). Ein Delfin schwingt sich um ihre Beine und auf die andere Seite der Komposition, mit seiner Schwanzflosse bedeckt er die bloße Scham der Göttin. Auf der Rückseite runde Öffnung, die zum Brennen der Hohlfigur benötigt worden ist. Auf der Basisrückseite Herstellermonogramm.
Die Figur gehört zum berühmten Typ der Aphrodite bzw. Venus Anadyomene, welcher die Göttin bei ihrer Geburt aus dem Meer darstellt. Gemäß der um 700 v. Chr. entstandenen Theogonie des Hesiod entmannte der Titan Kronos seinen Vater Uranus und warf sein Glied in den Pontos. Darum bildete sich ein weißer Schaum, und so wuchs aus dem Samen die Göttin Aphrodite hervor, die schließlich bei Paphos auf Zypern aus dem Meer stieg. So erklärt Hesiod auch den Namen der Aphrodite als "die dem Schaum entstiegene" (aphos bedeutet im Altgriechischen Schaum).
Viele Quellen überliefern die Beliebtheit der Darstellung dieser Szene, bei der die frisch dem Meer entstiegene Göttin das Wasser aus ihren langen Haaren wringt, allen voran die Malereien des Apelles von Kos im 4. Jahrhundert v. Chr. Augustus ließ das heute verlorene Bild nach Rom bringen, Plinius der Ältere beschrieb es in seiner Naturalis Historia.
Die Komposition ist thematisch sehr ähnlich angelegt zu einer weiteren Figur der Aphrodite Anadyomene, welche ebenfalls aus der Sammlung Ritschel stammt, vgl. hierzu die Ausführung der Hände und der Haartracht. Möglicherweise aus der selben Werkstatt oder von zwei Meistern der selben Schule gefertigt.

Maße: Höhe 27 cm, Breite 10 cm, Tiefe 6 cm.

Zustand: Guter Zustand für eine antike Tonfigur dieser Größe. Professionell aus mehreren Fragmenten wieder zusammengesetzt, dabei nur minimale Füllstellen an den Fugen. Oberfläche etwas berieben oder die Matrize war bei der Herstellung bereits abgenutzt. Dennoch sind einige Details gut erkennbar.

Referenzen: Zum Typ vgl. z. B. R. A. Higgins, Greek terracottas (London 1967) Taf. 34A, dort jedoch ohne Herme und Delphin.

Provenienz: 2019 erworben aus der Erbmasse der Sammlung Professor Ritschel, Österreich. Exportiert mit Genehmigung des österreichischen Bundesdenkmalamts. Prof. Dr. Karl-Heinz Ritschel erwarb seine Sammlung zwischen 1960 und 1970 bei internationalen Kunsthändlern.

Sammlung
Prof. Ritschel:
Professor Ritschel spielte eine wichtige Rolle für die Kultur und die Pflege der Geschichte Salzburgs. Mit großem persönlichen Engagement förderte er die kulturelle Entwicklung der Stadt. Zum Beispiel unterstützte er die Generalsanierung der Franziskanerkirche und spielte als Präsident des Museumsvereins seit 1990 eine wesentliche Rolle für die Einrichtung des Salzburg Museums in der Neuen Residenz. Das geschichtliche Interesse des Schriftstellers und Autors tritt auch in seinen mehr als 50 Büchern und 500 Kolumnen zutage, die von der Geschichte Salzburgs erzählen. Sein Anliegen Geschichte zu vermitteln verwirklichte er somit in eindrucksvollem Maße. Für sein publizistisches Werk wurde Karl-Heinz Ritschel vielfach ausgezeichnet, unter anderem 1995, als ihm die Republik Österreich für seine Verdienste das Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst verlieh.
Auch seine private Sammlung mit Schwerpunkten auf römischen Keramiken, Gläsern, Bronzen und Steinporträts ist beeindruckend. Diese bislang wohl unveröffentlichten Objekte haben wir mit unserem üblichen Anspruch aufbereitet und vermitteln sie hiermit wieder in die passionierte Pflege in einer gut geführten Sammlung.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.