Apulische Epichysis im Gnathiastil

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Apulische Epichysis im Gnathiastil
Hervorragend erhaltenes, eindrucksvolles Stück. Aus der Privatsammlung eines Anwaltes aus New Jersey.
1.650 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR2715
Details

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Objekt: Epichysis, apulisch

Material: Hellroter Ton mit schwarzem Überzug und Bemalung in weiß, rot und gelb.
Sogenannte Gnathiakeramik

Datierung: 2. Hälfte 4. Jh. v. Chr.

Beschreibung:    Hohes, elegant geformtes Gefäß. Eingezogene Wandung, ausladender tongrundiger Fuß, überkragender Ring unter der Schulter. Schulter sanft konvex geschwungen, darauf hoher, schmaler Hals. Dieser mündet in einen Schnabelausguss. Hochgezogener Bandhenkel mit plan-konvexem Querschnitt, am Ausguss an jeder Seite mit einem plastischen Gorgonenhaupt verziert.
Auf der Vorderseite des Körpers zwei weiße Linien mit Sägezahn- und Rechteckmuster, jeweils von einer geraden weißen Doppellinie getrennt und oben sowie unten durch eine Doppellinie eingefasst. Am Fuß und am Schulterring tongrundig belassene umlaufende Streifen. Auf dem Schulterring umlaufendes Ionisches Kymation mit weißen Zungen. Die Schulter ist verziert mit einem Blattkranz, von der roten Mitte gehen abwechselnd rote und weiße Blätter ab, getrennt durch punktförmige Bänder. Darüber gelber Punktkranz, auf dem Hals weißes Stabmuster. Zentral im Blattkranz eingefasst ist eine weiße Blütenrosette mit gelbem Mittelpunkt .

Historisches:    Es handelt sich um eine Keramik der sogenannten Gnathia-Gattung. Namensgebend für diesen Stil ist die antike Stadt Gnathia (heute Egnazia) im Osten Apuliens. Er entwickelte sich im 4.Jh.v.Chr. in Apulien parallel zum rotfigurigen Stil, der zu dieser Zeit teilweise begann, polychrom zu werden. Kennzeichnend ist das Aufbringen von verschiedenen Farben direkt auf die gefirnissten Keramikkörper. Zunächst wurde eine ganze Palette von Farben, Weiß, Gelb, Orange, Rot, Braun, Grün und andere, genutzt, nach 330 v. Chr drängt die Nutzung der weißen Farbe die anderen Farben in den Hintergrund. Auch das Themenspektrum wird enger, gezeigt werden Wein- Efeu- und Lorbeerranken, Theatermasken, innerhalb der Ranken Männer- und Frauenköpfe, Tauben und Schwäne. Die meist unbemalte untere Hälfte der Gefäße wird nun häufig geriefelt. Neben Oinochoen, Skyphoi und Peliken werden auch Flaschen, Lekythen, Schüsseln und Kantharoi bemalt. Die Epichysis, eine Abwandlung der Oinochoe, stellte dabei eine bei den Gnathiamalern besonders beliebte Form dar.

Maße: Höhe 188 mm, Durchmesser am Standfuß 92 mm

Zustand: Hervorragende Erhaltung, nur minimale Bestoßungen. Ein ca. 55mm messendes Stück des Schulterrings war abgebrochen und wurde professionell wieder angesetzt, unauffällig und nur bei genauer Inspektion sichtbar. Die Oberfläche wurde professionell gereinigt und die Bemalung auf der Schulter stellenweise fachmännisch restauriert. Sehr imposante Keramik.

Referenzen: Corpus Vasorum Antiquorum. Hannover, Kestner Museum ii (Germany 72) Taf. 58 3-6
Corpus Vasorum Antiquorum. Naples, Museo Nazionale iii (Italy 24) Taf. 71 2-5

Provenienz: 2016 in einem US-amerikanischem Auktionshaus erworben. In dieses eingeliefert aus der renommierten US-amerikanischen Galerie "The Time Machine" von M. Reid, in diese aus der Privatsammlung eines Anwaltes aus New Jersey.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.