Die Nutzung von Gewandnadeln (das lateinische Wort fibula bedeutet so viel wie „Nadel“) geht bis in die Bronzezeit zurück, wobei sich die wichtigsten Techniken vermutlich in der späten Bronzezeit entwickelt haben. Bereits vor dem kulturellen Siegeszug der Griechen und Römer waren Fibeln aus Bronze im Mittelmeerraum weit verbreitet. Neben der Funktion als Gewandnadel wurden Fibeln als Schmuckstück angesehen und teils aufwendig angefertigt. In Mitteleuropa blieben Fibeln bis ins hohe Mittelalter die einzigen Kleidungsverschlüsse und wurden erst mit Aufkommen des Knopfes verdrängt.
Archäologisch sind Fibeln von großer Bedeutung für die Datierung. Aufgrund der regional und zeitlich charakteristisch variierenden Bügelformen lassen sich Fibeln gut typisieren. Die große Menge von Fundstücken mit ihren verschiedenen Dekorationselementen ermöglichte die Aufstellung einer kompletten Typologie zeitlich aufeinander folgender Fibelformen.


Literatur:
Beliebtes Referenzwerk ist Richard Hattatt, A Visual Catalogue of Richard Hattatt's Ancient Brooches, eine Zusammenfassung vier früherer Bände von Hattatt. Dieses Buch enthält zahlreiche Fibeltypen des Mittelmeerraums und Europas und spannt den Zeitrahmen von der späten Eisenzeit bis Spätantike. Der Schwerpunkt liegt auf römischen Fibeln. In Fachkreisen wird das Buch für einige enthaltene Fehler und Fälschungen häufig kritisiert. Als Einsteigerwerk zur Referenzierung ist allerdings trotzdem noch empfehlenswert, da es relativ preiswert und breit angelegt ist.