Wein war seit geraumer Zeit ein wichtiges Agrarprodukt Rhodos. Erstmals auf ägäischen Inseln wurden dort Trauben angebaut und zu Wein gekeltert. Handelsbeziehungen mit griechischen Stadtstaaten sind bereits seit dem 7. Jh. v.Chr. belegt. Für den florierenden Handel wurden Amphoren benutzt, die mit den zwei seitlichen Griffen gut zu transportieren waren und deren Inhalt dank des engen Halses einfach verschlossen und versiegelt werden konnte. Die Gefäße hatten typische Volumina zwischen 5 und 50 Liter. Für den lokalen Verkauf wurde der spitze Fuß der Tonkrüge in den Boden gebohrt; der potentielle Käufer konnte eine Probe entnehmen. Wenn der Kunde die Amphore nach dem Probieren verschloss und versiegelte, galt dies als Kauf. Gefundene Reste von Amphoren zeigen den Archäologen der Neuzeit das weitreichende Handelsnetz Rhodos im Verlauf der griechisch dominierten Jahrhunderte auf. Die modischen und ökonomischen Trends unterworfene Amphorenform sowie die Stempel bieten zumal Datierungsmöglichkeiten. So entstand bis heute eine regelrechte Amphorenchronologie die Aufschlüsse über Fundgruppen und den zeitlichen Wandel des Handels mit Rhodos geben kann.
Rhodos war geographisch ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen der hellenistischen Welt und den ebenfalls kulturell weit entwickelten Völkern der Levanteküste. Diese Eigenschaft kam der Insel während der griechischen Vorherrschaft im Mittelmeerraum in der hellenistischen Epoche zu gute. Der über lange Zeiten politisch unabhängige Inselstaat erlebte in diesem Zeitraum seine Blüte. Berüchtigtstes Zeugnis dafür ist der Koloss von Rhodos, eines der 7 Weltwunder, das seinerzeit einer Legende nach über der Hafeneinfahrt geprangt haben soll. Tatsache ist, dass diese wirtschaftliche Blüte dafür gesorgt hat, dass archäologische Zeugnisse für den Export von Wein und andere rhodischen Erzeugnissen sich entlang der gesamten Levanteküste finden.
Die Rezession kam 168 bis 166 v.Chr. durch das Zerwürfnis mit Rom, von dessen Zusammenarbeit die Insel während der Expansion des römischen Einflussgebietes noch profitiert hatte. 42 v. Chr. wurde die Stadt Rhodos von römischen Truppen geplündert. Der einst die bekannte Welt verbindende Seehandel geriet endgültig in Vergessenheit.