Lucius Septimius Severus wird trotz der relativen Ruhe während der Severerzeit von manchen als erster der großen Soldatenkaiser gesehen, die das 3. Jh. n. Chr. beherrschten. Er regierte von 193 n.Chr. bis 211 n.Chr., ist Begründer der Dynastie der Severer und wurde nach seinem Tod durch den Senat zum Gott erklärt. Er und auch sein Sohn Caracalla zeigen in ihren Münzporträts Veränderungen, die eine Rückkehr zu einer realistischeren Darstellungsweise ausmachen. Die Ursachen liegen in ihrer Herkunft aus dem militärischen Milieu. So strahlt Septimius Würde, aber auch Härte und Energie aus, das Bildnis des Caracalla mit seinen stark betonten Gesichtskonturen gibt einen wilden, finsteren, beinahe bösartigen Eindruck, was unwillkürlich an die Grausamkeiten unter seiner Herrschaft denken lässt. Schließlich folgt in dieser Reihe Elagabal, der als angeblicher Sohn Caracallas auf den Thron gelangt. Seinen Kaiserporträts sind im Licht antiker Quellen zu betrachten, die ihm außerordentliche Schönheit nachsagen. An heutigen Vorstellungen gemessen, lässt sich diese Einschätzung nicht ganz nachvollziehen. Gerade das ist ein interessanter Hinweis auf die starken Wandlungen, denen solche Vorstellungen in der Kaiserzeit unterworfen waren.

 

[Text in Anlehnung an "Maria Sipsie-Eschbach, Griechische und Römische Münzen aus der Münzsammlung der Justus-Liebig-Universität. Katalog einer Ausstellung der Universitätsbibliothek und der Professur für Klassische Archäologie der Justus-Liebig-Universität". ]