Phönizische Stempelsiegel können grob aus der Zeit zwischen dem 9. und 4. Jahrhundert vor unserer Zeit stammen. Ein wichtiger Einschnitt in dieser Epoche ist der Beginn der Herrschaft durch die Perser, durch die phönizische Stadtstaaten in die Abhängigkeit gerieten.
Das Material phönizischer Siegel ist sehr unterschiedlich, typisch sind Moosachat, Melaphyr, Nephrit, Bergkristall, Glas oder Fayence. Die Verwendung von Chalcedon, einem weiteren Quarz, ist seltener. Die Skarabäusform ist für diesen Siegeltyp beliebt, wobei die Ausführungen unterschiedlich naturalistisch ausfallen und oft auch zur skaraboiden Form mit strukturloser Oberfläche stilisiert sind. Die Stempelmotive zeigen häufig Gottheiten in rituellen oder symbolischen Posen. Der Stil und die Motive tragen deutliche Einflüsse aus dem ägyptischen und mesopotamischen Kulturraum.

Literatur: 
Eine gute Einführung in die Thematik bietet der Katalog
Jakob-Rost, "Die Stempelsiegel im Vorderasiatischen Museum".