Jupitersäulen (auch Jupitergigantensäule  genannt) verbreiteten sich ab der 2. Hälfte des 1. Jh. n. Chr. von Mainz aus in Obergermanien und in Ostgallien. Nach den Funden zu urteilen erreichten der ursprüngliche Baustil und seine modischen Abwandlungen im 2. und 3. Jh. n. Chr. einen Höhepunkt. Derzeit sind rund 230 Funde von Jupitersäulen aus Germania Inferior bekannt (vgl. novaesium.de, Geschichte und Ausgrabungen des römischen Neuss).

Der obere und namensgebende Abschluss einer Jupitersäule bestand aus einer Darstellung des Jupiters, entweder thronend oder zu Pferde. Die Säule, die diese Statue trug, war in der Regel mit einer als schuppenförmiges Relief gearbeiteten Oberfläche versehen, die wohl stilisierte Lorbeerblätter darstellte. Die Basis der Säulen bildeten runde oder eckige Steinsockel, welche Reliefs von Gottheiten oder Weihinschriften tragen können.

Besonders interessant an dem Typus der Jupitergigantensäule ist seine geografisch auf die Germanischen Provinzen beschränkte Verbreitung. In den Provinzen Germania und der Provinz Raetia verehrte man in römischer Zeit besonders Jupiter, den Göttervater (vgl. P. Filtzinger, D. Planck, B. Cämmerer, "Die Römer in Baden-Württemberg"). Er schützt die Gemeinde, sorgt für Regen und Sonnenschein, fördert Landwirtschaft und Weinbau. Durch Blitz und Donner kann er seine Zustimmung oder Missbilligung zu erkennen geben. Die Vermischungen einheimisch-keltischer bzw. germanischer Vorstellungen mit der italo-römischen Götterwelt werfen in der Forschung einige interessante und bislang unbeantwortete Fragen auf.

  Wochengötterstein der Jupitersäule von Achern

Die Galerie Alte Römer rühmt sich mit Objektnr. AR1905 den Sockel einer römischen Jupitergigantensäule mit mindestens 300 Jahre zurück reichender Provenienz anbieten zu können, was im Antiquitätenhandel eine außerordentliche Seltenheit ist. Es handelt sich unseres Wissens, zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes, um das einzige im Handel erhältliche Fragment.