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Böotischer Reiter

Verkauft
Objektnummer
AR2590
Objekt: Böotischer Reiter

Material: Feiner Ton mit dunkler, braun-oranger Bemalung.

Datierung: 6. Jh. v. Chr.,
archaische Zeit des antiken Griechenlands.

Beschreibung:    Tonplastik aus Böotien, Pferd mit Reiter.
Das Pferd und der Reiter sind stilisiert. Die Beine des Reiters sind nicht ausgeführt. Das Pferd ist mit gleichmäßigen Streifen und Ringen braun-orange bemalt. Die Person auf dem Pferd ist einfarbig. Der feine Ton wurde frei geformt.

Anmerkungen: Reiterfiguren waren in archaischer Zeit im östlichen Mittelmeerraum beliebt. Es gab zahlreiche lokale Variationen. Viele heute erhaltene Funde sind zum Beispiel Reiterfiguren aus Zypern, wie auf dem verlinkten Titelbild zu sehen. Der Typus ist aus einer Zeit, in der der Besitz von Pferden mit einem hohen sozialen Status einherging. Es könnte sich bei den Reitern um Krieger handeln. Manche der Figuren wurden in Gräbern gefunden, dienten also als Grabbeigabe. Andere wurden in Tempeln gefunden, als Votivgabe für die Götter, in einem belegten Fall zum Beispiel für Apollo.

Maße: 123mm hoch, 142mm lang, 50mm breit.

Zustand: Vom Pferd sind der Schweif, der Kopf und die Beine abgebrochen und restauriert. Die Beine sind nachgebildet und übermalt. Der Schweif ist original erhalten und bemalt. Ebenso wie der komplette Torso. Der Reiter ist wohl nachgebildet und übermalt. Zwei unabhängige Beschriftungen mit schwarzem Stift an der Unterseite „3888“ und „167“.

Provenienz: 2014 in einem italienischen Auktionshaus erworben und mit Exportgenehmigung Nr. 8332 des italienischen Kulturministeriums ausgeführt. Zuvor in der Sammlung des bekannten italienischen Paläontologen Giancarlo Ligabue. Er leitete über 100 Expeditionen weltweit, während der er zahlreiche archäologische Entdeckungen machte. Ligabue spezialisierte sich auf Idole und ist Autor zweier Fachbücher über bronzezeitliche und antike Figuren und Idole, "Dea Madre" (2006) und "Animali e Mito" (2008). Seine Bücher zeigen diesem Exemplar sehr ähnliche Reiterfiguren. Ligabue baute seine Sammlung etwa in den 1960er Jahren auf.

Referenzen: Ähnlich Antikenmuseum der Universität Leipzig, Inv.nr. T 2342.
Vgl. Hauch des Prometheus, Meisterwerke in Ton (München, 1996), S. 64f.
Vgl. Higgins, Tafel 102, Nr.770
Ähnlich G. Ligabue und G. Rossi-Osmida, Dea Madre, S. 150.
Ähnlich G. Ligabue, Animali e Mito, S. 184f, Nr. 3 (Zypern).

Literatur: Einen sehr guten und kompakten Überblick zu den Idolen des Mittelmeerraums gibt G. Zahlhaas, Idole - Frühe Götterbilder und Opfergaben (Ausstellungskataloge der prähistorischen Staatssammlung, Band 12, 1985).
Für eine kurze Abhandlung zu Reiterfiguren siehe E. Peltenburg, Western Asiatic Antiquities, S. 135, Nr. 106.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.