Bogenspannring für den Daumen

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Bogenspannring für den Daumen
Fingerring aus Bronze, Hilfe zum Spannen des Bogens. Verwendet von Osteuropäischen Völkern oder Byzantinern, Spätantike bis frühes Mittelalter.
auf Anfrage

Verfügbarkeit: Verkauft

Objektnummer: AR1172
Details

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Objekt: Antiker Bogenspannring, Daumenring für Bogenschützen
Material: Bronze
Maße: Länge 24mm (längste).
Datierung: Etwa 5. bis 12. Jh. n. Chr., Spätantike bis frühes Mittelalter.
Zustand: Sehr guter Zustand. Vollständig erhalten, jedoch gebrochen am Rindband.
Beschreibung: Fingerring, flaches Band, verbreitert sich und läuft spitzoval aus. Als Oranment ist frontal ist ein Dreieck eingeritzt.
Dieser Ring wurden vermutlich von osteuropäischen Nomadenvölkern oder im Byzantinischen Reich verwendet. Die gut mit der Bogenwaffe vertrauten Reitervölker verwendeten die Asiatische Schusstechnik, bei der die Sehne mit dem Daumen gespannt wurde. Erst in der Spätantike etablierte sich diese Schusstechnik auch im Oströmischen Reich.
Historisches: Die Bogenschusstechnik bei der die Sehne mit dem Daumen gespannt wurde kommt aus dem asiatischen Raum und war bei den meisten Nomadenvölkern Osteuropas verbreitet. Zum Schutz des Fingers konnten Handschuhe oder Fingerringe getragen werden. Die Fingerringe der östlichen Bogenschützen hatten zunächst eine Form mit auslaufenden Lippe, später kam parallel die zylindrische Form auf. Sie waren meist aus Metall, Bein oder Holz gefertigt. Vermutlich waren die Ringe aus Metall langlebiger und ließen die Sehne leichter über den Ring gleiten. Antike Bogen-Ringe sind auch aus Stein, Keramik und Glas sind bekannt. Die Schusstechnik mittels Daumen war schneller als die Zweifingertechnik, welche sich im Mittelmeerraum durchgesetzt hatte und die auch die Römer in Europa anwandten. Von den Fingerringen mit ausladender Lippe waren zwei Varianten im Einsatz. Bei der ersten war die Lippe in Richtung der Hand gebogen. Dadurch wurde die Sehne sicherer festgehalten und konnte nicht so leicht versehentlich losgelassen werden. Bei der zweiten Variante war die Lippe weg von der Hand gewölbt. In diese Ausführung konnte die Sehne leicht über den Ring rutschen; ein einfacherer Abschuss und vermutlich ein genaueres Zielen war möglich. Erste Exemplare von Daumenringen mit ausladender Lippe für Bogenschützen sind aus dem 1 Jt. v. Chr. aus Asien bekannt. Die Römer übernahmen erst in der Spätantike, nach intensiven Kontakten mit den Nomadenvölkern des Ostens, die für sie neue Abzugtechnik. Etwa in der Mitte des 6. Jh. n. Chr. hatte sich die Daumentechnik bei den berittenen Bogenschützen im Oströmischen Reich etabliert.
Provenienz: 2010 aus offiziellem Handel erworben, der Fundort ist Süd-Osteuropa.
Referenzen: Ähnlich Edward S. Morse, Additional Notes on Arrow Release, Seite 51, Tafel 1, Abbildung 2.
Ähnlich British Museum, Jewellery through 7000 years, BM (1976). Seiten 251 f., Nr. 426-428.
Literatur: Charles E. Grayson, Mary French, Michael J. O'Brien, "Traditional Archery from Six Continents. The Charles E. Grayson Collection", University of Missouri Press (2007).
Edward S. Morse, Additional Notes on Arrow Release, Peabody Museum, Salem, Massachusetts (1922).
Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.