Etruskischer Helm vom Vetulonia-Typ

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Etruskischer Helm vom Vetulonia-Typ
Aus dem Bestand des Antiquitätenhändlers Sumner Healey, New York, erworben 1932, danach in der Sammlung von J. W. Higgins (1874-1961), dem Gründer des Higgins Armory Museum, Worcester, Massachusetts.
18.000 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR3087
Details

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Objekt: Helm

Material: Bronze

Datierung: Spätes 6. - erste Hälfte 5. Jh. v. Chr.

Beschreibung:    Kompakter Negauer Helm vom Typ Vetulonia. Hohe Glocke mit deutlichem Mittelgrat. Eine breite Randkehle setzt die Kalotte deutlich von der schmalen, am äußeren Rand senkrecht nach oben umgestülpten Krempe ab.
Jeweils eine Öffnung zu beiden Seiten des Mittelgrats (von Restaurierung verdeckt)) diente der Befestigung eines Helmbuschs aus Roßhaar. Das Futterblech war ursprünglich mit Nieten aus Eisen an der Krempe befestigt.

Historisches: Diese Helmform wurde nach dem 1811 in Zenjak, Negau, Slowenien, entdeckten Depot mit insgesamt 26 Helmen benannt. Sie entwickelte sich wohl im Mittelitalien (konkret der Region Picenum) des 6. Jh. v. Chr. aus den Buckelhelmen mit Kehle. Die aktuelle Forschung nimmt an, dass die meisten Negauer Helme jedoch in Etrurien und im Alpenraum hergestellt worden sind, wohin sich der Fertigungsschwerpunkt verlagerte. Diese Helme waren noch nach Jahrhunderten in Gebrauch, nicht nur als Rüstung sondern auch bei zeremoniellen und rituellen Handlungen. Das Depot von Zenjak wurde beispielsweise um die Mitte des 1. Jh. v. Chr. angelegt.
Der hier angebotene Typ gehört zum Subtyp Vetulonia, der in Etrurien verbreitet gewesen ist.

Maße: Länge 267 mm, Breite 237 mm, Höhe ca. 200 mm

Zustand: Aufwändig professionell restaurierter Helm, aus mehreren Fragmenten der Originalsubstanz zusammengesetzt mit sehr wenigen Ergänzungen. Diverse Risse, kleine Fehlstellen und Löcher über den Körper verteilt. Insgesamt sehr guter Eindruck. Der Helm besticht durch die "ehrliche" Restaurierung, bei der bei genauer Betrachtung feststellbar ist, was genau restauriert wurde, im Gegensatz zu vielen Helmen auf dem Kunstmarkt und in Museen mit gänzlich kaschierten Restaurierungen, die den Betrachter täuschen sollen. Moderne rote Aufschrift "735" ["7" in amerikanischer Handschrift] und Aufkleber "68" und "N 12770" ["7" in europäischer Handschrift] auf der Innenseite.

Referenzen: Vgl. M. Comstock & C. Vermeule, Greek, Etruscan and Roman Bronzes in the Boston Museum of Fine Arts (Boston 1971) S. 496-7 Nr. 589C (dort mit gestempeltem Dekor).
Objekt Nr. IVh 1024 der Sammlung des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin
Objekt Nr. IVf 668 der Sammlung des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin

Provenienz: Erworben 2020 von Galerie Cahn. Basel. Von dieser erworben 2014 im britischen Kunsthandel. Aus dem Bestand des Antiquitätenhändlers Sumner Healey, New York, erworben am 6. Juli 1932, danach in der Sammlung von John Woodman Higgins (1874-1961), dem Gründer des Higgins Armory Museum, Worcester, Massachusetts.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.