Exzellent erhaltener apulischer Glockenkrater aus alter Sammlung

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Exzellent erhaltener apulischer Glockenkrater aus alter Sammlung
Großes Gefäß zur Mischung von Wasser und Wein in exzellenter Erhaltung. Aus alter Kölner Sammlung Rösrath. Mit figürlicher Darstellung auf jeder Seite.
auf Anfrage

Verfügbarkeit: Verkauft

Objektnummer: AR2923
Details

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Objekt: Glockenkrater (Weinmischgefäß)

Material: Roter Ton mit schwarzem Überzug und weißer Bemalung

Datierung: 4. Jh. v. Chr.
Späte Klassik - frühe hellenistische Epoche.

Beschreibung:    Glockenkrater, im rotfigurigen Stil gestaltet. Großes Gefäß zur Mischung von Wasser und Wein, welches bei Symposien Einsatz fand. Die Form erinnert an eine umgedrehte Glocke, sie entwickelte sich im 5. Jh. v. Chr.

Die eine Bildseite zeigt einen sitzenden jungen Mann, der sich umdreht und nach hinten blickt. Der Jüngling ist unbekleidet, die lockige Haartracht ist sorgfältig frisiert und wird von einem langen weißen Band gehalten. In der Linken hält der Jüngling eine große Schale, in der Rechten einen Kranz. Im Feld verteilt Schmuckelemente (Perlbänder, langer Zweig, Band, geometrischer Schmuck).

In der zweiten Bildhälfte ein großer Frauenkopf nach links blickend, mit weißem Diadem, zu jeder Seite Zweig.

Den unteren Abschluss bildet ein "laufender Hund". An den Seiten jeweils ein gerade angesetzter, vertikal nach oben abknickender Henkel, darunter eine ausladende Palmette,
Unter der Mündung des Kraters umlaufendes Lorbeerband. Innenseite vollständig schwarz überzogen, zwischen Innenseite und Lippe ein ca. 5mm breites dunkelrotes Band.

Maße: Höhe 237 mm, Durchmesser 262 mm.

Zustand: Insgesamt großartiger Zustand für ein Gefäß dieser Größe. Zwei kleine und unauffällige, etwa 1,5cm x 4cm große Fehlstellen mit wiederangefügtem Bruchstück an der Lippe. Ansonsten vollständig erhalten, ohne Restaurierungen. Die Bemalung ist in einem sehr schönem Zustand.

Historisches: Ca. 300 Jahre lang importierten die griechischen Kolonien auf italischem Boden Keramiken zuerst aus Korinth und später aus Athen. Im 5. Jh. begannen sich jedoch lokale Manufakturen herauszubilden und zwischen ca. 440 v. Chr. und 300 v. Chr. erleben die unteritalischen Produktionszentren ihre Blütezeit. Die meisten Exemplare brachte die apulische Vasenmalerei hervor: von den ca. 20.000 erhaltenen unteritalischen Stücken zählt ca. die Hälfte zu dieser Gruppe. Das Produktionszentrum befand sich in Tarent. Die apulische Vasenmalerei lässt sich grob in zwei Stilgruppen unterteilen, nämlich in "plain" und "ornate". Der Plain-Stil zeichnet sich durch einfaches Dekor und Bildkompositionen mit wenigen Figuren sowie einen weitgehenden verzicht auf Zusatzfarben aus, er fand vor allem auf Glocken- und Kolonnenkrateren sowie bei kleineren Gefäßen Verwendung. Im Ornate-Stil wurden dagegen meist größere Gefäße verziert. Die Darstellungen konnten zweiregistrig sein und mehrere Dutzend Personen umfassen, hinzu kamen ab der Mitte des 4. Jh. üppige Ornamente. Zusatzfarben (weiß, rot, gelb) wurden im großen Rahmen eingesetzt. Beliebte Motive in der apulischen Vasenmalerei waren mythologische Szenen, Theaterdarstellungen und Darstellungen aus dem Grabkult.

Neben der apulischen Vasenmalerei bildet die kampanische die zweitstärkste Gruppe. Zum motivischen Repertoire gehörten in dieser Gruppe vor allem Frauen- und Jünglingsgestalten, Kriegerdarstellungen und Tierbilder. Die Rückseiten der Gefäße zierten häufig Darstellungen von Manteljünglingen. Ein Stilmerkmal war die glockenförmige Ausführung der Blumendarstellungen. Weitere unteritalische Produktionszentren waren Paestum, Lukanien und Sizilien.

Literatur: A. D. Trendall, The red-figured vases of Lucania, Campania and Sicily (Oxford 1967)
A. D. Trendall, The red-figured vases of Lucania, Campania and Sicily. Supplements (London 1970, 1973 und 1983, 3 Bände)
A. D. Trendall - A. Cambitoglou, The red-figured vases of Apulia. Early and middle Apulian (Oxford 1978)
A. D. Trendall - A. Cambitoglou, The red-figured vases of Apulia. Late Apulian (Oxford 1982)
A. D. Trendall - A. Cambitoglou, The red-figured vases of Apulia. Supplements (Oxford 1983, 1991 und 1992)
A. D. Trendall, Rotfigurige Vasen aus Unteritalien und Sizilien: ein Handbuch (Mainz am Rhein 1990)
K. Schauenburg, Studien zur unteritalischen Vasenmalerei (Kiel 1999 - 2010, 14 Bände

Provenienz: 2016 erworben in einem deutschen Auktionshaus. Zuvor in Privatsammlung Dr. Tillmann (Rösrath bei Köln), in diese 1965 erworben im Kunsthandel.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.