Große Apulische Loutrophoros aus alter Sammlung

Große Apulische Loutrophoros aus alter Sammlung
Insgesamt ein für die beeindruckende Größe des Gefäßes guter Zustand. Aus alter deutscher Sammlung Dr. Tillmann. Mit Art Loss Zertifikat.
8.650 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR2927
Details

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Objekt: Loutrophoros
Hohe Vase mit zwei Henkeln

Material: Hellroter Ton mit schwarzem Überzug und weißer Bemalung

Datierung: 4. Jh. v. Chr.
Späte Klassik - frühe hellenistische Epoche.

Beschreibung:    Hohe bauchige Vase mit Standfuß in Form einer umgedrehten Schale und einem hohen zylindrischen Fuß. Darauf der voluminöse ovoide Körper, unten leicht ovoid und oben an der Schulter abgeflacht. Die Schulter geht geschwungen in den Hals über, an diesem sind etwa auf halber Höhe an einer umlaufenden Wulst zwei geschwungene Henkel angesetzt, deren anderes Ende jeweils auf dem Schulterrand ruht. Die Oberseite ist symmetrisch zum Standfuß in Form einer hochwandigen Schale gestaltet.

Das eine Bildfeld zeigt einen auf 4 Steinen sitzenden Eroten. Dieser stützt sich mit der Linken auf die Steine und hält in der leicht angebeugten Rechten eine große Schale mit Deckel. Der Erot trägt Arm- und Beinreife, sowie zahlreiche Perlenbänder, das Haar ist aufwändig frisiert. Vor ihm Säule auf hoher quadratischer Plinte, im Feld Dekorelemente.
Das andere Bildfeld zeigt einen großen Frauenkopf mit Perlencollier und Einem aus vier weißen RIngen gestalteten Ohrgehänge, das Haar ist aufwändig frisiert.
Der Standfuß ist unten und oben mit einem bloß belassenen, umlaufenden Streifen dekoriert, ebenso wie der hohe Fuß. Die Bildfelder werden von hohen, ausladenden Palmetten und Halbvoluten sowie anderen Dekorelementen getrennt. Die untere Begrenzung des Bildfeldes bildet ein umlaufendes Mäandermuster. Die Schulter ist mit einem Stabdekor verziert, das oben durch ein umlaufendes Wellenmuster abgeschlossen wird. Zwischen diesem und der Wulst auf halber Halshöhe Rosetten, in den Bildfeldern darüber eine kleine Palmette bzw. ein rhomboides Netzmuster. Unterseite der Schale mit Strahlendekor, die Schale selbst außen mit einer Girlande aus "S"-förmig gestalteten Elementen verziert.

Maße: Höhe 50,5 cm, Durchmesser ca. 23 cm.

Zustand: Aus großen Fragmenten wieder zusammengesetzt, vertikaler Riss durch Fehlbrand, der zu einem leichten Versatz der Fragmente gegeneinander führt. Engobe mit Bemalung fast vollständig erhalten, lediglich kleine Stellen und Bereich mit Abplatzungen. Kleine Stellen ergänzt, so ein 1,5cm x 5cm großer Bereich an der Lippe. Insgesamt ein für die beeindruckende Größe des Gefäßes guter Zustand.

Historisches: Ca. 300 Jahre lang importierten die griechischen Kolonien auf italischem Boden Keramiken zuerst aus Korinth und später aus Athen. Im 5. Jh. begannen sich jedoch lokale Manufakturen herauszubilden und zwischen ca. 440 v. Chr. und 300 v. Chr. erleben die unteritalischen Produktionszentren ihre Blütezeit. Die meisten Exemplare brachte die apulische Vasenmalerei hervor: von den ca. 20.000 erhaltenen unteritalischen Stücken zählt ca. die Hälfte zu dieser Gruppe. Das Produktionszentrum befand sich in Tarent. Die apulische Vasenmalerei lässt sich grob in zwei Stilgruppen unterteilen, nämlich in "plain" und "ornate". Der Plain-Stil zeichnet sich durch einfaches Dekor und Bildkompositionen mit wenigen Figuren sowie einen weitgehenden verzicht auf Zusatzfarben aus, er fand vor allem auf Glocken- und Kolonnenkrateren sowie bei kleineren Gefäßen Verwendung. Im Ornate-Stil wurden dagegen meist größere Gefäße verziert. Die Darstellungen konnten zweiregistrig sein und mehrere Dutzend Personen umfassen, hinzu kamen ab der Mitte des 4. Jh. üppige Ornamente. Zusatzfarben (weiß, rot, gelb) wurden im großen Rahmen eingesetzt. Beliebte Motive in der apulischen Vasenmalerei waren mythologische Szenen, Theaterdarstellungen und Darstellungen aus dem Grabkult.

Neben der apulischen Vasenmalerei bildet die kampanische die zweitstärkste Gruppe. Zum motivischen Repertoire gehörten in dieser Gruppe vor allem Frauen- und Jünglingsgestalten, Kriegerdarstellungen und Tierbilder. Die Rückseiten der Gefäße zierten häufig Darstellungen von Manteljünglingen. Ein Stilmerkmal war die glockenförmige Ausführung der Blumendarstellungen. Weitere unteritalische Produktionszentren waren Paestum, Lukanien und Sizilien.

Referenzen: Zur Form vgl.:
Berliner Antikensammlung Inventarnummer 1984.49–50
A. D. Trendall - A. Cambitoglou, The red-figured vases of Apulia. Supplements (Oxford 1983, 1991 und 1992), Teil II, Seite 248, Nr. 67b


Literatur: A. D. Trendall - A. Cambitoglou, The red-figured vases of Apulia. Early and middle Apulian (Oxford 1978)
A. D. Trendall - A. Cambitoglou, The red-figured vases of Apulia. Late Apulian (Oxford 1982)
A. D. Trendall, Rotfigurige Vasen aus Unteritalien und Sizilien: ein Handbuch (Mainz am Rhein 1990)
K. Schauenburg, Studien zur unteritalischen Vasenmalerei (Kiel 1999 - 2010, 14 Bände)

Provenienz: 2016 erworben in einem deutschen Auktionshaus. Zuvor in Privatsammlung Dr. Tillmann (Rösrath bei Köln), in diese vor 1970 erworben im Kunsthandel.

Zertifikat: Ein ArtLoss Zertifikat liegt vor und kann hier eingesehen werden. Die Datenbank von ArtLoss umfasst gegenwärtig über 500,000 als gestohlen / verloren gemeldete Objekte und bezieht auch aktiv die entsprechenden Datenbanken von Interpol und vom FBI ein. Selbstverständlich erhalten Sie beim Kauf das ArtLoss Zertifikat zusammen mit dem Objekt.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.