Große Pelike mit Tauben im Gnathia-Stil

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Große Pelike mit Tauben im Gnathia-Stil
Imposante Vase mit schöner bildlicher Darstellung. Aus einer alten deutschen Privatsammlung, in diese erworben 1989.
auf Anfrage

Verfügbarkeit: Verkauft

Objektnummer: AR2850
Details

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Objekt: Pelike
Sonderform der Amphora mit stabilem Standfuss

Material: Hellroter Ton mit schwarzem Überzug und Bemalung in weiß, gelb und etwas rot.
Sogenannte Gnathiakeramik

Datierung: Spätes 4. - zweite Hälfte 3. Jh. v. Chr.
Frühe hellenistische Epoche

Beschreibung:    Birnenförmiges hohes Gefäß mit elegantem Hals und großer, durch zwei scharfe Kanten abgesetzter Mündung. Zwei runde geschwungene Henkel setzen unterhalb der Mündung am Hals und an der Schulter an.
Der zweistufige Fuß ist ebenso wie sein Übergang in den Körper tongrundig belassen, ansonsten ist die Vase vollständig schwarz überzogen. Körper gerippt, eine gelbe wellenartig gestaltete Linie unterbricht die Riefelung und schafft auf diese Art zwei Friese. Auf dem Hals auf jeder Seite ein durch Girlanden und Weinranken gerahmtes Bildfeld, darin Taube auf Zweig sitzend, darüber Linien und geometrische Muster.

Historisches:    Es handelt sich um eine Keramik der sogenannten Gnathia-Gattung. Namensgebend für diesen Stil ist die antike Stadt Gnathia (heute Egnazia) im Osten Apuliens. Er entwickelte sich im 4.Jh.v.Chr. in Apulien parallel zum rotfigurigen Stil, der zu dieser Zeit teilweise begann, polychrom zu werden. Kennzeichnend ist das Aufbringen von verschiedenen Farben direkt auf die gefirnissten Keramikkörper. Zunächst wurde eine ganze Palette von Farben, Weiß, Gelb, Orange, Rot, Braun, Grün und andere, genutzt, nach 330 v. Chr drängt die Nutzung der weißen Farbe die anderen Farben in den Hintergrund. Auch das Themenspektrum wird enger, gezeigt werden Wein- Efeu- und Lorbeerranken, Theatermasken, innerhalb der Ranken Männer- und Frauenköpfe, Tauben und Schwäne. Die meist unbemalte untere Hälfte der Gefäße wird nun häufig geriefelt. Neben Oinochoen, Skyphoi und Peliken werden auch Flaschen, Lekythen, Schüsseln und Kantharoi bemalt. Die Epichysis, eine Abwandlung der Oinochoe, stellte dabei eine bei den Gnathiamalern besonders beliebte Form dar.

Maße: Höhe 230 mm, Durchmesser ca. 110 mm

Zustand: Bestoßungen und Abrieb im oberen Teil der Vase, ansonsten inklusive der Bemalung sehr gut erhalten. Beeindruckendes Objekt.

Referenz: Corpus Vasorum Antiquorum, Los Angeles, County Museum of Art 1, Pl. 44.2

Provenienz: Erworben 2019 aus dem deutschen Privatbesitz G. E. Zuvor in der deutschen Privatsammlung Dr. H. R. In diese erworben am 04.01.1989 bei der Antikenhandlung Antonio Krings in Köln, eine Kopie des Kaufbelegs liegt uns vor.

Sammlung Dr. H. R.: Dr. H. R. war ein promovierter Altphilologe, Gymnasiallehrer und Altertumsfreund. Sobald es ihm nach seinen Studienjahren finanziell möglich war, begann er 1970 zunächst mit dem Erwerb von römischen Münzen. Nach 1971 ging Dr. R. vermehrt dazu über, kleinere, kaiserzeitliche Antiken zu erwerben, denen alsbald auch griechische Vasen meist unteritalischer Machart folgten. Die Sammlung befand sich stets in Deutschland und wurde in seinem Domizil im Rheinland präsentiert. Das letzte Objekt wurden 1989 in die Sammlung aufgenommen.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.