Keltische und römische Metallringe

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Keltische und römische Metallringe
Überwiegend Bronze. Vereinzelt andere Metalle enthalten. 500 v.Chr. bis 100 v.Chr. 22mm bis 30mm Durchmesser. Funde aus Nordeuropa. Einzelverkauf.
auf Anfrage

Verfügbarkeit: Verkauft

Objektnummer: 0065KRI0108
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LOT#0065 (Ringgeld und antike Ringe)

Typ: Ringgeld und Ringe
Kultur: Keltisch bis römisch.
Datierung: 7 Jh.v.Chr. bis 4. Jh.n.Chr., Keltische bis römische Epoche.
Herkunft: Überwiegend Nordeuropa.
Erhaltung: Alle Ringe vollständig erhalten. Selten Verzierungen vorhanden.
Größe: Überwiegend 22mm bis 30mm. Wenige Exemplare mit bis zu 10mm etwas kleiner oder mit bis zu 40mm größer als der Durchschnitt. Unterschiedliche Stärken der Ringe, bitte Bild beachten.
Material: Überwiegend Bronze, vereinzelt Eisen.
Beschreibung: Ringe aus Metall dienten in unterschiedlichsten Kulturkreisen als vormünzliches Zahlungsmittel. Dieses Schmuckgeld oder Ringgeld bestand oft aus Edelmetallen wie Gold und Silber, aber auch Exemplare aus Buntmetallen wie Blei, Bronze oder Eisen waren vielerorts im Umlauf. Ringgeld kam in Nordeuropa in England und Irland und auf dem Festland in weiten Teilen des keltischen Siedlungsraumes vor. Aber auch in Skandinavien. Es war anscheinend sogar noch weit darüber hinaus in unterschiedlichsten Formen und Materialien verbreitet und in vielen Mittelmeerregionen bis nach Kleinasien bekannt.
Auf Grund der vielfältigen Nutzung von Metallringen zu den verschiedensten Zeiten seit der Entwicklung der Metallurgie ist Ringgeld sehr schwer einem Kulturkreis zuzuordnen und zu datieren.
In diesem Fall kann auf Grund des Fundortes der Kulturkreis als keltisch ausgemacht werden. Zeitlich können die Stücke zwischen 700 v.Chr. und 400 n.Chr. eingeordnet werden. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass einige Stücke auf noch frühere oder jüngere Kulturen zurückgehen und Ihre Geschichte bis ins 8 Jh. v.Chr. zurückreicht oder sich in die Neuzeit erstreckt.
Historisches: Bevor in den griechischen Polis die ersten Münzen in Europa geprägt wurden gab es das selbe Bedürfnis nach einer Währung, die den Handel vom Tauschhandel wegführte und somit vereinfachte. Diese Rolle übernahmen in der Geschichte der Menschheit die unterschiedlichsten Materialien und Gegenstände. Auch wenn die Bezeichnung "Primitivgeld" hierfür weit verbreitet ist, stuft Sie die kulturellen Errungenschaften der betreffenden Völker oft zu sehr herunter. Neutraler ist die Bezeichnung "vormünzliche Zahlungsmittel". Belegt sind folgende außermünzliche Zahlungsmittel:

* Naturalien (vor allem haltbare Lebensmittel)
* Schmuck (Handelsperlen, Federn, Schneckenhäuser und Muschelschalen)
* Objekten von ritueller Bedeutung
* Waffen (Messer, Lanzen, Speerspitzen, Messer)
* Gebrauchsgütern (Werkzeug, Texttilien, Keramik)
* wertvollen Materialien (Metalle, EIfenbein, Bernstein, Seide)


Metalle wurden in handlicher Form als Zahlungsmittel eingesetzt. Neben am Gürtel tragbaren Ringen z.B. auch in Form von Drähten, Platten, Barren, Körnern, Scheiben, Spiralen, Gusskuchen, Stäben und Klumpen. Am wertvollsten waren Edelmetallen wie Gold oder Silber, aber auch Buntmetallen, z.B. Blei, Bronze, Kupfer, Messing, Zinn oder Eisen hatten einen stabilen Wert. In manchen Kulturen wurden metallische Endprodukte als Zahlungsmittel eingesetzt. Bekannt sind Messer, Hacken, Spaten, Gongs, Glocken, Trommeln. Darüber hinaus sogenannte Waffengelder, also alle denkbaren Arten von Waffen und Schmuckgelder, zu denen auch Ringgeld gezählt wird.

Mit der Zeit entwickelten sich viele dieser Geldformen weiter und verloren teilweise den Bezug zum ursprünglichen praktischen Nutzen. So ist das späte Ringgeld vermutlich nicht mehr gut als Schmuck zu tragen gewesen und die Funktion eines Zahlungsmittels rückte in den Vordergrund.