Tonstatuette des Harpokrates aus dem Fayum

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Tonstatuette des Harpokrates aus dem Fayum
Sehr fein gearbeitetes Stück, auch kleine Details von Mimik und Kopfschmuck sind vollständig herausgearbeitet und exzellent erhalten.
160 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR1698-11
Details

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Objekt: Fein gearbeitetes Tonköpfchen, Harpokrates
Material: Roter Ton
Maße: Höhe 59 mm, Breite 40 mm
Datierung: 2. Jh. v. Chr. - 3. Jh. n. Chr.
Ptolemäische bis römische Epoche.
Fundregion: Fayum
Beschreibung: Frontal dargestelter Kopf einer Harpokrates-Statuette mit Doppelkrone und Blumenkranz. Das ovale Gesicht wird von lang herabfallenden, feinen Locken gerahmt. Auf dem Kopf dicker Kranz, davor Doppelkrone, welche unten in einem Medaillon endet, von diesem fällt symmetrisch zu jeder Seite eine Locke in die Stirn. Augen mit abgesetzten Lidern, stark vortretende, umbiegende Wangen, kleine, wulstige Lippen. Der Zeigefinger ist zum Mund geführt (fragmentarisch erhalten). Diese Ikonographie identifiziert den Dargestellten eindeutig als Harpokrates, siehe das sehr ähnliche Vergleichsstück AR1698-05.

Aus zwei Matrizen gefertigt und zusammengesetzt, innen hohl. Unter dem Kinn gebrochen.

Harpokrates ist die griechische Bezeichnung eines hellenisierten Horus-Kindgottes. Auf Plutarch zurückgehend ist die Deutung der Handhaltung des Harpokrates (mit einem oder 2 Fingern vor dem Mund) als Gott des Schweigens. Dabei handelte es sich jedoch um eine Fehlinterprätation, wie ein Vergleich mit den Beschreibungen der Pyramidentexte zeigt, da sich der Finger im Mund und nicht an der Unterlippe befindet. Der aktuelle Stand der Forschung wird ausführlich dargelegt in:
S. Sandri, Har-Pa-Chered (Harpokrates): Die Genese eines ägyptischen Götterkindes (Leuven 2006).
Zustand: Fachmännisch aus zwei Hälften restauriert (an Matrizennaht gebrochen). Exzellente Erhaltung. Sehr fein gearbeitetes Stück, auch kleine Details von Mimik und Kopfschmuck sind vollständig herausgearbeitet. Finger am Mund bestoßen.
Provenienz: 2012 erworben von R. Deutsch, Israel. Das Objekt wurde von der israelischen Kulturbehörde (IAA) erfasst, eine Exportgenehmigung liegt uns vor.
Referenzen: E. Bayer-Niemeyer, Bildwerke der Sammlung Kaufmann I, Liebieghaus, Museum alter Plastik, Frankfurt a.M. (Melsungen 1988) 35 - 188
F. Dumand, Musée du Louvre. Catalogue des terres cuites gréco-romaines d'Egypte (Paris 1990) Nr. 153; 155
W. Schürmann, Katalog der antiken Terrakotten im Badischen Landesmuseum Karlsruhe (Göteborg 1989) Nr. 1069
Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.