Vier griechische oder skythische Pfeilspitzen

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Vier griechische oder skythische Pfeilspitzen
Dreiflüglige Pfeilspitzen aus massiver Bronze in exzellenter Erhaltung. Sehr beliebte und bei den Kulturen des 1. Jt. v. Chr. verbreitete Waffen. Aus alter deutscher Sammlung, in dieser seit den frühen 1980er Jahren.
auf Anfrage

Verfügbarkeit: Verkauft

Objektnummer: AR2498-06
Details

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Objekt: Vier antike Pfeilspitzen

Material: Massiver Bronzeguss, hergestellt üblicherweise im Wachsausschmelzverfahren

Datierung: Ca. 7. - 3. Jh. v. Chr.
(basierend auf der typologischen Einordnung durch Cleuziou, siehe unten Literaturempfehlung)

Beschreibung:    Vier Pfeilspitzen in hervorragender Qualität und Erhaltungszustand. Dreiflüglig mit runder Schaftöffnung. Zur Befestigung der Pfeilspitzen am Schaft wurde die sogenannte Dornschäftung angewandt, da diese Exemplare keine ausgeprägte Tülle aufweisen.
Typisch für Skythen und daher oft in der Forschung pauschal als "skythische Pfeilspitzen" bezeichnet, waren solche Pfeilspitzen jedoch bei vielen Völkern der Antike sehr beliebt und wurden bis in die Zeit der griechischen Antike hinein verwendet, wobei die Formen oft über Jahrhunderte unverändert beibehalten worden sind. Zum ersten Mal vermehrt nachweisen lassen sich diese ab Beginn des 7. Jh. v. Chr. in Zerstörungsschichten. Eine zuverlässige zeitliche Einordnung ist nur aus dem Fundkontext bzw. einer gut stratifizierten Schicht möglich, da mehrere Typen parallel existierten. Auch wurden nach Ende einer Schlacht oft die Waffen der gefallenen Feinde eingesammelt und weiterverwendet, so dass eine Nutzung über einen langen Zeitraum und durch verschiedene Völker und Kulturen plausibel erscheint.
Der Begriff "Skythen" beschreibt zusammenfassend eine Vielzahl nomadischer Stämme mit ähnlicher Kultur und Lebenswandel, welche archäologisch anhand ihrer Hinterlassenschaften nur schwer voneinander zu trennen sind. Geographisch waren diese über ganz Zentralasien angesiedelt.

Maße: Länge 20 mm bis 24 mm

Zustand: Sehr guter Zustand. Nur vereinzelte Fehlstellen oder Schäden, Metall an sich in hervorragender Erhaltung. Schöne Patina.

Referenz: M. Comstock & C. Vermeule, Greek, Etruscan & Roman Bronzes in the Boston Museum of Fine Arts (Boston 1971) Nr. 597 - 600

Literatur: S. Cleuziou, Les Pointes de Flèches „scythiques“ au Proche et Moyen Orient, in: J. Deshayes (Hg.) Le plateau iranien et l’Asie Centrale des origines à la conquête isla-mique. Leurs relations à la lumière des documents archéologiques (Paris 1977) 187-199
Für eine hervorragende und sehr umfassende Diskussion der sogenannten "skythischen Pfeilspitzen" sei auf die Arbeit von J. Pesonen, Die dreiflügeligen Pfeilspitzen vom Tell Halaf, Syrien. Untersuchungen zu den sog. skythischen Pfeilspitzen (Bern 2012) verwiesen.

Provenienz: 2019 erworben in einem traditionellen Münchener Auktionshaus. Dort eingeliefert aus deutscher Privatsammlung, in dieser seit den frühen 1980er Jahren.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.