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Essays rund um das Sammeln antiker Kunst und Antiquitäten

Ringe: antike und vorantike Fingerringe und Schmuckringe

Der Ring ist eines der ältesten Schmuckstücke der Menschheit. Neben der persönlichen Bedeutung für die Schmuckträger waren viele Ringtypen seit jeher äußerliche Zeichen von Reichtum oder hatten eine symbolische Bedeutung. Die Form ist daher meist gesellschaftlichen Regeln und Moden unterworfen. Zum Glück für Archäologen und geschichtsinteressierte Sammler ermöglicht die Katalogisierung zeittypischer Formen eine Datierung von Ringen, sogar wenn der Fundzusammenhang unklar oder nicht bekannt ist.
Eine wichtige Art von Schmuckringen ist der Fingerring. Natürlich können Ringe auch an den Beinen, Armen und der Kleidung getragen werden, sowie als Anhänger durch Nase, Ohren usw.
Erste Ringe wurden vermutlich aus gut zu bearbeitenden Materialien wie Knochen, Holz und Stein gefertigt. Einen deutlichen Entwicklungsschub erhielten Schmuckringe mit der Metallurgie. Ganz neue Verarbeitungsformen und Kreationen wurden möglich. Außerdem unterstrich das Material durch seinen großen Tauschwert in der Kupfersteinzeit und frühen Bronzezeit die hohe soziale Stellung seiner Träger.
Doch in der Bronzezeit entwickelte sich noch eine weitere fortan wichtige Funktion der Ringe. Die Verwendung als Siegel. Trug der Ring ein Symbol oder Schriftzeichen für den Namen des Ringträgers oder dessen Funktion, konnte er als persönliches bzw. amtliches Siegel verwendet werden. Diese Funktion wurde später erweitert, als derartige Ringe auch als Glücksbringer oder kultische Symbole angesehen wurden. Religiöse Symbole und weltliche Stempel vermischten sich stilistisch.
Im Verlauf der Bronzezeit, mit der Verbilligung von Kupfer und Bronze, boten sich Materialien wie Gold und Silber als Zeichen von Reichtum oder Wichtigkeit an. Später beliebt wurden besonders kunstvollen Dekorationen oder das Besetzen von Ringen mit wertvollen Steinen. Symbolische Bedeutungen von Ringen gingen jedoch durchaus nicht in allen Kulturen mit hohem Marktwert einher.
Mit der Eisenzeit und spätestens seit der klassischen Antike ist die Vielfalt an Formen, Materialien und Bedeutungen von Ringen so groß, dass in dieser Kürze nicht darauf eingegangen werden kann. Jedoch kann bei den meisten Funden, die wir in unserer Antiquitätenhandlung anbieten, eine Einzelbestimmung vorgenommen werden. Zusätzlich zu der Datierung erfahren wir dabei historisch Interessante Details über den entsprechenden Kulturkreis und oft sogar Einzelheiten aus dem Leben der vormaligen Besitzer der Ringe.
Fingerringe und anderen Schmuckringe werden reichlich gefunden, da sie seit tausenden Jahren gefertigt werden, oft aus zeitüberdauernden Materialien. Daher bietet sich sowohl für Archäologen als auch für Sammler ein quasi unerschöpflicher und gut erhältlicher Fundus dieser aussagekräftigen Artefakte.

Bilder von vorantiken Fingerringen:

Bronzering aus Belutschistan, Indus-Kultur Ohrring aus Belutschistan, Indus-Kultur - Silber


Bilder von antiken Fingerringen:

  Frühchristlicher Fingerring mit Kreuzstempel Hellenistischer Goldring mit stilisiertem Zweig

Bilder von antiken Schmuckringen:

Protogeld in Ringform, diverse Ausprägungen Römischer Bronzeohrring

 

Das afrikanische Neolithikum

Der Beginn der sogenannten neolithische Epoche (Jungsteinzeit) wird durch den Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen, wie sie in der Mittel- und Altsteinzeit anzutreffen waren, hin zu sesshaften Gemeinschaften markiert, in denen Bauern Tiere und Pflanzen domestizierten. Sie endet mit dem Aufkommen der Metallurgie, im speziellen meist der Bronzeverarbeitung. Teilweise wird der Übergang zur Bronzezeit als separate Epoche betrachtet, die Kupfersteinzeit genannt wird.
Die genauen Randdaten dieser Epochen unterscheiden sich je nach betrachtetem Kulturraum und dessen technisch-kultureller Entwicklung.

Betrachtet man speziell Afrika, so hat man einen Sonderfall vor sich, denn die Entwicklungen die das Neolithikum charakterisieren verliefen hier vielerorts nicht revolutionsartig schnell, sondern zogen sich über einen längeren Zeitraum hin. Um genaue Daten kann man daher streiten. Etwa 4900 v.Chr. lebten erste Stämme großenteils von der Viehzucht. Sie fristeten noch ein nomadisches Dasein. Kulturpflanzen tauchen in den Gebieten südlich der Sahara hingegen erst im 1. Jahrtausend v.Chr. auf. Sicher ist, dass die Entwicklung Afrikas regional sehr verschieden ablief und auch deshalb ist die Epoche der Jungsteinzeit für manche Regionen nur schwer in Jahreszahlen zu fassen.

Im Vergleich zu Europa steht die Erkundung der jungsteinzeitlichen Artefakte aus Afrika noch am Anfang. Es mangelte seinerzeit an geballten Kulturräumen in denen sich steinerne Hinterlassenschaften ansammelten. Es lassen sich jedoch 4 Kulturen ausmachen, denen wir vielfältige Funde in der heutigen Zeit verdanken. Und zwar die Gajiganna-Kultur (Nigeria), Kintampo-Kultur (Ghana), Ounjougou (Mali) und Dhar Tichitt (Mauretanien).
Man kann erwarten, dass die Erforschung der Steinzeit in Afrika einen ähnlichen Boom erleben wird wie es in Europa bereits vor Jahren und spätestens mit "Ötzi" geschah. Ein spannendes und brandaktuelles Gebiet also, an dem auch Sie als Antiquitätensammler teilhaben können.

Das seleukidische Reich

Nach dem Tode Alexander des Großen (323 v.Chr.) zerfiel das von ihm eroberte Reich in viele Einzelstaaten, die sogenannten Diadochenstaaten, welche von den ehemaligen Feldherren Alexanders beherrscht wurden. Einer von ihnen war Seleukos I Nikator, welchem bei der Reichsteilung auf der Konferenz von Triparadeisos (321 v. Chr.) die Satrapie (aus dem Altpersischen stammender Ausdruck, welcher ungefähr mit „Provinz“ gleichsetzbar ist) Babylon übertragen wurde. Obwohl er diese während der Diadochenkriege zeitweilig aufgeben musste, gelang ihm im Jahre 312 v.Chr. die endgültige Rückkehr nach Babylon; Dieses Datum gilt daher als die Geburtsstunde des Seleukidenreiches. Im Jahre 305 nahm Seleukos schließlich den Königstitel an und erklärte die Stadt Seleukeia am Tigris zu seiner Residenz. In den folgenden 20 Jahren gelang es ihm, in mehreren Kriegen das Reich auf das Territorium des heutigen Syriens und schließlich des gesamten Kleinasiens auszudehnen. Der Versuch, seine Macht auch auf Makedonien auszudehnen, scheiterte jedoch. Nach Überquerung des Hellespont im Jahre 281 wurde Seleukos vom dortigen Herrscher Ptolemaios Keraunos ermordet.
Die folgenden 60 Jahre waren geprägt von den ständigen militärischen Auseinandersetzungen mit dem ptolemäischen Ägypten (welche als die 4 Syrischen Kriege in die Geschichte eingingen) sowie den Konflikten an der Ostseite des Reiches (mit dem ehemals nomadischen Volk der Parther sowie dem Griechisch-Baktrischen Reich). Durchschlagende Erfolge blieben jedoch aus, im Gegenteil verlor das Reich der Seleukiden langsam aber sicher seine Vormachtstellung sowie einen Teil seiner Territorien. Erst im Jahre 200 v.Chr. gelang es dem Seleukidenkönig Antiochos III, dem Großen, im Bündnis mit dem Makedonenkönig Philip V das Reich der Ptolemäer zu erobern. Daraufhin überquerte Antiochos den Hellespont und wandte sich Thrakien zu, geriet damit jedoch schon bald in Konkurrenz zum römischen Reich, welches zeitgleich in Griechenland Fuß fasste. Nachdem Verhandlungen mit den Kontrahenten ergebnislos blieben, suchte Antiochos sein Glück in der militärischen Auseinandersetzung, wurde jedoch zu Land und zur See geschlagen; daraufhin musste er im Frieden von Apameia (188) fast alle Gebiete in Thrakien und Kleinasien an das römische Reich und seine Alliierten abtreten. Nach seinem Tod im Jahre 187 fielen weitere Gebiete vom Seleukidenreich ab, welches sich damit auf Syrien, Palästina, Kilikien, das Zweistromland und den westlichen Iran beschränkte. Die folgenden Jahrzehnte waren bezeichnet von einem langsamen Niedergang, eingeschlossen zwischen dem mächtigen Rom und dem Partherreich und zermürbt von dynastischen Streitigkeiten. Im Jahre 129 erstreckte sich das einst mächtige Reich nur noch über Syrien sowie Teile Kilikiens. Unter dem Einfluss der mächtigen Nachbarn bestand es jedoch noch beinahe weitere 70 Jahre als eine unbedeutende Kleinmacht, bis der römische Feldherr Gnaeus Pompeius (Magnus) im Jahre 63 v.Chr. endgültig die seleukidische Königsherrschaft beseitigte und an ihrer Stelle eine römische Provinz errichtete.
Das seleukidische Reich bestand für 249 Jahre, erstreckte sich auf dem Höhepunkt seiner Macht auf eine Länge von 2500 km und erblickte in dieser Zeit 32 Herrscher, von denen insbesondere Seleukos I sowie Antiochos III rühmlich in die Geschichte eingingen.

Das Römische Reich

Das Römische Reich

Das Imperium Romanum oder Römische Reich war das von der Stadt Rom beherrschte Gebiet zwischen etwa dem 6. Jahrhundert vor und dem 5. bzw. 6. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung. Die Herrschaftsform wandelte sich dabei im Laufe der Zeit von der Königsherrschaft zur Republik und schlussendlich zum Kaiserreich. Das Reich breitete sich in diesem Gebiet mit seinen vielen Völkern, Sprachen und Religionen aus sowohl in Bezug auf den staatlichen Apparat, als auch auf die Gesellschaftsform und die universalistische Idee (imperium sine fine – „grenzenloses Reich“). Eine diskrete Abgrenzung ist weder für die vorrömische Epoche noch für das spätere Byzantinischen Reich möglich.

Die größte Ausdehnung wurde unter Kaiser Trajan erreich. Über drei Kontinente erstreckte sich das Römische Reich. Im Einzelnen waren darunter die Gebiete um das Mittelmeer, Gallien und große Teile Britanniens, sowie Gebiete rund um das Schwarze Meer. Damit beherrschte Rom den größten Teil der damals bekannten mediterranen Gebiete.



Der florierende Handel, die Kultur und die Künste erreichten während der Zeit des Römischen Reiches in Teilen seines Gebietes eine erste Hochblüte. Das katapultierte die damalige Lebensqualität und den Bevölkerungsstand in Europa und Nordafrika auf Höhen die bald zusammen mit dem Reich selbst wieder fallen sollten, um sich erst Jahrhunderte später zu erholen.

Unbestritten gab es einen großen Einfluss auf die beherrschten Gebiete und auf Gebiete jenseits der römischen Grenzen, welche wirtschaftlich oder kulturell in Kontakt standen. In der östlichen Hälfte vermengte sich dieser Einfluss mit griechisch-hellenistischen und orientalischen Elementen. Westrom dagegen wurde latinisiert.
Latein war die Sprache Roms. Es wurde zur Amtssprache des Weltreichs. Natürlich blieben in manchen Gebieten aber auch indigene oder von anderen Seiten aufgeprägte Sprachen bewahrt. Die römische Sprache ist über selbst Jahrhunderte nach dem Zerfall des Reichs in ganz Europa die Sprache der Gebildeten gewesen. Mit der italienischen Renaissance sollte Sie zu einer zweiten Blühte gelangen, die vor allem in der Wissenschaft noch lange Auswirkungen zeigte. Erst langsam und schließlich mit Zeit des Barock verschwand das Phänomen. Relikte sind wissenschaftliche Fachausdrücke, die sich hartnäckig halten und gerne neu erdacht werden. Die Römisch-katholische Kirche hat das Lateinische bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil als Sprache der Messe beibehalten. Lateinischen Ursprungs sind die modernen romanischen Sprachen Europas (allen voran Italienisch, aber auch Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch, sowie Ladinisch und Rätoromanisch). Viele lateinische Lehnwörter finden sich zudem in den slawischen und den germanischen Sprachen.

In anderer Hinsicht reicht das römische Erbe in Form des Rechts- und Staatswesen Europas und insbesondere des Zivilrecht bis in unsere Zeit hinein.

Vormünzliche Geldformen und keltisches Ringgeld

Keltisches Ringgeld

Ringe aus Metall dienten in unterschiedlichsten Kulturkreisen als vormünzliches Zahlungsmittel. Dieses Schmuckgeld oder Ringgeld bestand oft aus Edelmetallen wie Gold und Silber, aber auch Exemplare aus Buntmetallen wie Blei, Bronze oder Eisen waren vielerorts im Umlauf. Ringgeld kam in Nordeuropa in England und Irland und auf dem Festland in weiten Teilen des keltischen Siedlungsraumes vor. Aber auch in Skandinavien. Es war anscheinend sogar noch weit darüber hinaus in unterschiedlichsten Formen und Materialien verbreitet und in vielen Mittelmeerregionen bis nach Kleinasien bekannt. Auf Grund der vielfältigen Nutzung von Metallringen zu den verschiedensten Zeiten seit der Entwicklung der Metallurgie ist Ringgeld sehr schwer einem Kulturkreis zuzuordnen und zu datieren.

Vormünzliche Geldformen

Bevor in den griechischen Polis die ersten Münzen in Europa geprägt wurden gab es dasselbe Bedürfnis nach einer Währung, die den Handel vom Tauschhandel wegführte und somit vereinfachte. Diese Rolle übernahmen in der Geschichte der Menschheit die unterschiedlichsten Materialien und Gegenstände. Auch wenn die Bezeichnung "Primitivgeld" hierfür weit verbreitet ist, stuft Sie die kulturellen Errungenschaften der betreffenden Völker oft zu sehr herunter. Neutraler ist die Bezeichnung "vormünzliche Zahlungsmittel". Belegt sind folgende außermünzliche Zahlungsmittel:

  • Naturalien (vor allem haltbare Lebensmittel)
  • Schmuck (Handelsperlen, Federn, Schneckenhäuser und Muschelschalen)
  • Objekten von ritueller Bedeutung
  • Waffen (Messer, Lanzen, Speerspitzen, Messer)
  • Gebrauchsgütern (Werkzeug, Textilien, Keramik)
  • wertvollen Materialien (Metalle, Elfenbein, Bernstein, Seide)


Metalle wurden in handlicher Form als Zahlungsmittel eingesetzt. Neben am Gürtel tragbaren Ringen z.B. auch in Form von Drähten, Platten, Barren, Körnern, Scheiben, Spiralen, Gusskuchen, Stäben und Klumpen. Am wertvollsten waren Edelmetallen wie Gold oder Silber, aber auch Buntmetallen, z.B. Blei, Bronze, Kupfer, Messing, Zinn oder Eisen hatten einen stabilen Wert. In manchen Kulturen wurden metallische Endprodukte als Zahlungsmittel eingesetzt. Bekannt sind Messer, Hacken, Spaten, Gongs, Glocken, Trommeln. Darüber hinaus sogenannte Waffengelder, also alle denkbaren Arten von Waffen und Schmuckgelder, zu denen auch Ringgeld gezählt wird.

Mit der Zeit entwickelten sich viele dieser Geldformen weiter und verloren teilweise den Bezug zum ursprünglichen praktischen Nutzen. So ist das späte Ringgeld vermutlich nicht mehr gut als Schmuck zu tragen gewesen und die Funktion eines Zahlungsmittels rückte in den Vordergrund.

Literatur:
Geldmuseum, Österreichische Nationalbank, Mit Salz, Beil und Rind auf Shopping-Tour. Frühe Zahlungsmittel in Europa, Ausstellungskatalog (2009).
Eine Ausstellung im Geldmuseum der OeNB 10. Juni 2009 bis 29 Jänner 2010.

Münzporträts des Septimius Severus und weiterer Severer

Lucius Septimius Severus wird trotz der relativen Ruhe während der Severerzeit von manchen als erster der großen Soldatenkaiser gesehen, die das 3. Jh. n. Chr. beherrschten. Er regierte von 193 n.Chr. bis 211 n.Chr., ist Begründer der Dynastie der Severer und wurde nach seinem Tod durch den Senat zum Gott erklärt. Er und auch sein Sohn Caracalla zeigen in ihren Münzporträts Veränderungen, die eine Rückkehr zu einer realistischeren Darstellungsweise ausmachen. Die Ursachen liegen in ihrer Herkunft aus dem militärischen Milieu. So strahlt Septimius Würde, aber auch Härte und Energie aus, das Bildnis des Caracalla mit seinen stark betonten Gesichtskonturen gibt einen wilden, finsteren, beinahe bösartigen Eindruck, was unwillkürlich an die Grausamkeiten unter seiner Herrschaft denken lässt. Schließlich folgt in dieser Reihe Elagabal, der als angeblicher Sohn Caracallas auf den Thron gelangt. Seinen Kaiserporträts sind im Licht antiker Quellen zu betrachten, die ihm außerordentliche Schönheit nachsagen. An heutigen Vorstellungen gemessen, lässt sich diese Einschätzung nicht ganz nachvollziehen. Gerade das ist ein interessanter Hinweis auf die starken Wandlungen, denen solche Vorstellungen in der Kaiserzeit unterworfen waren.

 

[Text in Anlehnung an "Maria Sipsie-Eschbach, Griechische und Römische Münzen aus der Münzsammlung der Justus-Liebig-Universität. Katalog einer Ausstellung der Universitätsbibliothek und der Professur für Klassische Archäologie der Justus-Liebig-Universität". ]

Münzen fotografieren oder scannen

Münzen originalgetreu abbilden mit Digitalkamera oder Scanner.

Möglichst originalgetreue Abbildungen von Münzen erstellen kann für verschiedene Zwecke sinnvoll sein. Der eine möchte seine Münzsammlung digital erfassen und katalogisieren, ein anderer möchte sich von einem Stück trennen und es auf einer Internet Auktionsplattform zum Verkauf anbieten oder seine antiken Schätze auf der eigenen Homepage präsentieren. In digitaler Form können die Münzen entsprechend gepflegt und gesichert - zumindest theoretisch - noch viele weitere Jahrtausende unbeschadet überdauern. Aber ein wirklichkeitsnahes Bild einer Münze zu schaffen ist keine leichte Kunst. Einen 3D Scannen hat nach jetzigem Stand der Technik kaum jemand zu Hause und mal eben ein Foto machen wird zu keinem nennenswerten Erfolg führen. Deshalb versuchen wir an dieser Stelle so gut es geht unsere Erfahrungen in dem Bereich Münzfotografie zu vermitteln.

Zunächst sei erwähnt, dass es zwei prinzipielle Möglichkeiten der Erfassung gibt. Die eine greift auf einen handelsüblichen Flachbettscanner zurück, die andere auf eine Digitalkamera mit guter Makrofunktion und möglichst umfangreichen Möglichkeiten manuell Einstellungen vorzunehmen.
Die Methode Münzen auf den Flachbettscanner zu legen lässt schnell einigermaßen passable Ergebnisse erzielen. Die Auflösung der meisten Scanner erreicht mindestens 600 x 1200 dpi (Pixel pro Inch). Das reicht aus. Ein wenig rumspielen mit den Variablen, die sich in der Scannersoftware einstellen lassen und man hat rasch die beste Einstellung gefunden. Begrenzend beim Scanner ist der nicht variable Einfallswinkel der Beleuchtung von 90°. Wenn das Licht rechtwinklig auf die Oberfläche auftrifft wird ein tiefes Relief der Münze nicht richtig wiedergegeben. Die andere Konstante ist die Intensität des einfallenden Lichtes. Für dunkel patinierte Münzen reicht das Licht oft nicht aus und der Scan wird zu dunkel. Umgekehrt gibt es Probleme bei hochreflektierenden Silbermünzen oder Goldmünzen. Hier stören die Reflexe der Metalloberfläche auf der digitalen Abbildung.
Aus diesen Gründen raten wir allen, die ein wirklich gutes Bild von Münzen erhalten möchten zur Digitalfotografie.

Die Digitalfotografie bedarf einigen Ausprobierens bis die gewünschten Ergebnisse erzielt werden. Da es eigentlich obligatorisch ist, wollen wir nur kurz erwähnt haben, dass die Kamera an sich von ordentlicher Qualität sein sollte. Besonders an dem Objektiv wird bei preiswerten Digitalkameras häufig gespart. Dieses sollte gute Abbildungseigenschaften haben. Je größer die Optik, desto leichter und billiger ist es gute Abbildungseigenschaften hinzukriegen. Handykameras eigenen sich also in der Regel überhaupt nicht für eine solche Aufgabe. Die Pixelanzahl, die die CCD Chips in den Kameras abbilden reicht bei aktuellen Modellen in der Regel aus. Bei einem älteren Modell sollten Sie darauf achten, dass zumindest 3 Megapixel erfasst werden können. Höhere Pixeldichten führen zu keiner weiteren Verbesserung. Das wichtigste für unsere Zwecke ist die Makrofunktion. Je näher Sie an Objekte herangehen können, desto besser. Viele Automatikkameras schaffen es nicht auf die richtige Entfernung zu fokussieren und einen passenden Belichtungsabgleich zu machen um die Münzoberfläche in einer angemessenen Helligkeit wiederzugeben. Deshalb raten wir zu Kameras, die zur Not auch noch manuelles Einstellen aller Parameter zulassen.
Platzieren Sie die Münze auf einer dunklen, wenig reflektierenden Unterlage, dessen Farbe sich von der Farbe der Münze stark abhebt. Geeignet sind z.B. Filzunterlagen in schwarz, rot, blau etc.. Um einen plastischen Eindruck der Münze zu erhalten und um die Ränder schön wirken zu lassen empfiehlt es sich die Münze erhöht zu lagern. Legen Sie dafür z.B. zusätzlich kleine Filzstücke unter die Münze, die nicht unter der Münze hervorragen. Weiche Kunststoffe oder Holz, jeweils mit leicht abgerundeten Kanten sind auch geeignet. Nun befestigen Sie die Kamera an einem Stativ, sodass die sich die Kamera wenige cm über der Münze befindet. Je nach dem, welche Entfernung der Marko Modus zulässt. Mit Distanzen zwischen 1cm bis 30cm lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Je nach Kameramodell muss man ein wenig ausprobieren um den optimalen Abstand zu finden. Entscheiden Sie auch selber, ob die Kamera sich fast senkrecht über der Münze befinden soll oder Sie schräg von der Seite mit dem Objektiv auf die Oberfläche zielen. In ersterem Fall werden alle Regionen der Münze gleichmäßig abgebildet. Schrift und feine Konturen sind aber unter Umständen etwas schlechter auszumachen. Die Aufnahme schräg von unten betont die Konturen, der obere Teil der Münze wird leider etwas unterrepräsentiert. Schräg von der Seite oder von oben aufzunehmen ergibt eine ungewohnte Darstellung, die für das Auge des späteren Betrachters etwas anstrengend ist.
Nun fehlt noch eine wichtige Sache: die Beleuchtung! Wählen Sie eine "warme" Lichtquelle mit breitem Spektrum. Am besten geeignet ist die Sonne, gefolgt von starken Glühlampen und Halogenstrahlern. Nicht geeignet sind Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen und Leuchtdioden. Lichtquellen der letztgenannten Gruppe verfälschen die Farben dadurch, dass bestimmte Wellenlängen, die wir mit den Augen gut wahrnehmen können nicht oder unverhältnismäßig wenig in Ihrem Spektrum enthalten sind.
Haben Sie auch eine passende Lichtquelle gefunden ist alles nur noch eine Sache zwischen Ihnen und Ihrer Kamera. Probieren ist hier sicherlich angebrachter als Studieren. Aber ein paar allgemeine Hinweise sind vielleicht schon hilfreich.
Bringen Sie die Münze in den Bildmittelpunkt. Wenn möglich stellen die den Fokus und die Belichtungsmessung auf mittig ein. Keinen kontinuierlichen Fokus wählen bzw. diese Option ausschalten. Wenn möglich, führen Sie einen Weißabgleich mit einem von der gewählten Lichtquelle beleuchtetem weißen Objekt durch (gebleichtes Papier oder ähnliches). Überprüfen Sie ob die richtige, natürliche Farbpalette gewählt ist. Wählen Sie eine möglichst kleine Öffnung für die Blende. Stellen Sie die Belichtungszeit und den ISO Wert so hoch ein, dass die Münze gerade ausreichend hell abgebildet wird. Aber Vorsicht, je höher die Belichtungszeit, desto ruhiger muss Ihre Kamera stehen. Bei hohen ISO Werten tritt bei manchen Kameras eine Körnung der Bilder auf. Wenn das passiert, schrauben Sie den Wert wieder herunter - zur Not zu Lasten der Blendeneinstellung. Wird das Bild unscharf, prüfen Sie, ob die Kamera bei der gewählten Entfernung zur Münze richtig fokussiert. Wenn Sie können, stellen Sie den Fokus selber richtig ein.
An dieser Stelle sind wir mit den gut gemeinten Ratschlägen am Ende und es hilft nur noch probieren. Ein paar Stunden Zeit muss man sicher opfern, bevor man mit optimalen Ergebnissen belohnt wird. Wenn Sie Lust haben ein paar gelungene Bilder als Beispiel zu schicken freuen wir uns ganz bestimmt. Viel Erfolg!

Römische Münzen

Die ersten Münzen, welche in der römischen Republik als Währung eingesetzt wurden entstammen dem 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Sie waren durch die Münzen Griechenlands beeinflusst und bestanden aus Kupfer oder Bronze. Zur Herstellung wurden die meisten geschlagen, die großen, ca. 500g schweren Kupferstücke (Aes grave) wurden gegossen. Als Prägemotiv tragen alle frühen römischen Münzen einen Schiffsrumpf auf der Rückseite. Das Motiv soll an die Eroberung der Flotte von Antium erinnern. Auf der Vorderseite befanden sich verschiedene Götterbilder. Gegen 269 v. Chr. wurden erste römische Silbermünzen geschlagen. Sie trugen ein Götterbild auf der Vorderseite und Wölfin mit Romulus und Remus auf der Rückseite. Im großen Stil setzte die Silberprägung in Rom aber um 187 v. Chr. mit dem Denar ein. Ihre Erscheinungsformen sind vielfältig. Die einzelnen Münzmeister hatten bei der Gestaltung der Münzen freie Hand. In der Regel finden sich auf diesen Kunstwerken mythologische Motive und solche die der römischen Geschichte, sowie der des Münzmeisters entsprangen. Julius Caesar war der erste der noch zu Lebzeiten auf einer römischen Münze verewigt wurde (wenn auch erst in seinem Todesjahr 44 v. Chr, als der Senat ihm ein entsprechendes Recht verlieh). Caesar ließ in der kurzen Zeit bis zu seiner Ermordung eine große Menge "seiner" Münzen prägen. In der Folgezeit häuften sich die Abbildungen lebender Politiker. Ein weiteres Novum waren die Abbildung von deren Gattinen auf Münzen, den sogennten Konsularmünzen (auch "Familienmünzen").

Unter Caesar und unter Augustus wurde eine weitreichende Währungsreform durchgeführt. Sie regelte die Wertigkeit der Münzen nach folgender Prinzip:

  • 1 Aureus [Gold] entsprach 25 Denaren [Silber]
  • 1 Denar entsprach 4 Sesterzen [Messing]
  • 1 Sesterz entsprach 2 Dupondien [Bronze, später Messing]
  • 1 Dupondius entsprach 2 Assen [Kupfer]
  • 1 As entsprach 2 Semis [Kupfer/Bronze]
  • 1 Semis entsprach 2 Quadranten [Kupfer]


Die Wertigkeit ergab sich daraus wie folgt:
1 Aureus = 25 Denar = 100 Sesterze = 200 Dupondien = 400 Asse = 800 Semis = 1600 Quadranten

Dieses Regelwerk hatte rund 200 Jahre lang Bestand und bildete die Grundlage für sämtliche weitere Münzreformen, die mit der um 200 nach unserer Zeitrechnung einsetzenden Inflation nötig wurden. Alle Münzen der Kaiserzeit trugen die Abbildung des Kaisers mit dem meist gleichen Schriftzug Imperator Caesar (Name) Pontifex Maximus - Tribunicia Potestate (Jahreszahl) Consul (Jahreszahl) Pater patriae auf der Vorderseite. Es gab allerdings auch Ausnahmen, vor allem am Anfang dieser Epoche. Die Jahreszahlen, die die wiederholte Verleihung der jeweiligen Amtswürde bezeichnen, sind das wichtigste Hilfsmittel zum Datieren der Münze und damit auch häufig des zugehörigen archäologischen Fundes. Unter Claudius erschienen erstmals Familienangehörige des Kaisers auf den Münzen. Auf den Rückseiten fanden sich vielfältige Darstellungen: Götter, Personifizierte Länder, Flüsse oder Städte, ebenso Bilder, die auf kriegerische oder politische Erfolge sowie Bauprojekte des jeweiligen Kaisers hinwiesen. Unter Caracalla wurde eine besonders große Silbermünze, der Antonian, eingeführt. Unter Decius kam kurzzeitig auch eine große Bronzemünze in Umlauf.
Insgesamt verfiel das römische Münzwesen unter den Kaisern zusehends. Beispielsweise enthielten die Silbermünzen in der Mitte des 3. Jahrhunderts teilweise nur noch ein Zwanzigstel Silber. Nach einem blutig niedergeschlagenen Aufstand der Münzer unter Aurelian begannen unter Diocletian verstärkte Bemühungen um eine Münzreform. So wurden wieder reine Silberdenare und eine neue Bronzemünze mit Silberanteil, der Follis, geprägt. Konstantin der Große führte am Anfang des 4. Jahrhunderts eine Reihe neuer Münzen ein: eine große Goldmünze (Solidus), eine kleine Silbermünze (Siliqua) und eine Kupfermünze (Centenionalis).
In der Kaiserzeit waren lediglich Rom selbst und Lugdunum dauerhafte Münzstätten. Kleinere Münzstätten in den Provinzen existierten zunächst nur für kurze Dauer. Erst im 3. Jahrhundert wurde das Prägewesen weiter dezentralisiert, weil Münztransporte in die Provinzen wegen des Zerfalls des Reiches und wegen der Barbareneinfälle immer gefährlicher geworden waren. Parallel zu dieser Entwicklung ließen auch die künstlerische Qualität und der Detailreichtum der Prägebilder immer stärker nach.

Die oströmischen Münzen lösten sich schnell von den reichsrömischen Vorbildern. Anastasius führte 498 mit dem Follis neue Kupfermünzen ein. Auch die Prägebilder änderten sich. Die Kunstfertigkeit der Porträts nahm ab und auf den Rückseiten fanden sich keine Bezüge auf geschichtliche Ereignisse mehr, sondern nur noch allgemeine Ruhmesbezeugungen für den Kaiser. Eine ungewöhnliche Münzform waren die Scyphaten, schüsselförmig gewölbte Münzen, die seit dem 11. Jahrhundert geprägt wurden. Die Münzen der moslemischen Welt entwickelten sich aus byzantinischen Münzformen. Die ältesten dieser Dinare wurden Ende des 7. Jahrhunderts geprägt. Allerdings unterbrach der Einfall der Mongolen die vorderasiatische Münztradition. Erst mit dem Aufstieg der Türkei und Persiens wurden in dieser Region wieder Münzen geprägt. Die indischen Münzen waren meist große Goldstücke, die erst im 13. Jahrhundert mit der Ausdehnung des Islam aufkamen.

Die germanischen Staaten der Völkerwanderungszeit prägten teilweise Münzen, die sich entweder am west- oder am oströmischen Vorbild orientierten.

Antike Fälschungen von Münzen

Im Gegensatz zu für Sammler ärgerlichen modernen Fälschungen, sind als antike Fälschung entlarvte Münzen für den historisch interessierten Sammler hochspannend. Nicht anders als in der heutigen Zeit versuchten auch damals mehr oder weniger gut organisierte Kriminelle mit Falschgeld reich zu werden oder zumindest den Lebensstandard erheblich zu verbessern. Ein Unterschied zum heute üblichen Münzwesen ist, dass es in der römischen Münzgeschichte Stücke gab, die nicht oder nicht nur einen staatlich gedeckten Wert hatten, sondern einen ganz realen Materialwert. Sei es Gold, Silber oder Bronze. Für gefälschte Edelmetallmünzen reichte es also nicht aus nur den richtigen Stempel zu besitzen, sondern die Münzen mussten mit billigen Materialien, wie z.B. Blei oder Eisen gefüttert werden. Es ist bekannt, dass viele falsche Denare aus einem solchen Kern, umwickelt mit dünner Silberfolie bestehen. Heute verraten sich einige dieser schwarzen Schafe durch Grünspan oder Rost, der unter der dünnen Silberoberfläche hervortritt. Damals waren sicher viele dieser Münzen im Umlauf, denn das Gewicht oder gar die Dichte zu prüfen war ohne Elektronik ein paar Minuten zeitraubender als heute. Leider sind uns nicht viele Arbeiten zu dem Thema bekannt, aber man darf wohl zwei wichtige Arten der Fälschung unterscheiden. Zum einen war es sicher mit Beziehungen und Bestechungen manchen Münzprägern möglich den täglich benutzten Stempel auf einen eigenen aus Silberfolie und Blei präparierten Schrotling anzuwenden. Anderseits ist zumindest eine Ausgrabung einer offensichtlich gut organisierten Fälscherwerkstatt bekannt. Hier wurde anscheinend in großem Stil Falschgeld hergestellt.

Auch wenn die Wertschätzung antiker Fälschungen in Sammlerkreisen auseinandergeht, historisch gesehen sind Fälschungen auf jeden Fall interessant und verdienen bei häufig vorkommenden Münztypen sogar mehr Aufmerksamkeit als die sicher schon besser studierten Originale.