Galerie Alte Römer

Faustkeile, das Universalwerkzeug der Altsteinzeit

Der Faustkeil war das Universalwerkzeug der Altsteinzeit. Mit seinen scharfen Kanten konnte man zum Beispiel Pflanzen schneiden oder Fleisch zerteilen. Das spitze Ende konnte als Bohrer verwendet werden.
Das Werkzeug sieht auf den ersten Blick einfach aus, doch für seine Herstellung mussten verschiedene Arbeitstechniken kombiniert werden. Der steinzeitliche Handwerker musste einige Erfahrung besitzen und den Ablauf der Bearbeitungsschritte sorgfältig planen. Der Faustkeil kann somit als das erste Hightech-Produkt der Menschheitsgeschichte angesehen werden und blieb rund eine Million Jahre lang Stand der Technik.

Beispiel für einen altsteinzeitlichen Faustkeil:
Faustkeil der Altsteinzeit kaufen
Faustkeil aus Galiläa

Das Reich Elam

Die elamitische Kultur erstreckte sich im Südwesten des heutigen Irans. Dabei ist der politische Zusammenhang der kulturellen Zentren der Region nicht eindeutig geklärt. Man ordnet dem Reich Elam Funde vom 4. Jt. bis 1. Jt. v. Chr. zu, die eine mehr oder weniger deutliche Kontinuität aufweisen. Auch Schriftquellen sind vorhanden, so zum Beispiel Verweise auf den Elam aus dem Alten Testament und zahlreiche Keilschrifttafeln. Jedoch lässt sich Stilkunde und Schriftkunde schwer vereinen, sodass die elamische Kultur bis heute viele Geheimnisse bewahrt hat.
Die Stadt Susa war ein wichtiges Zentrum des Reichs Elam. Sie ist auch in archäologischer Hinsicht von herausragender Bedeutung. Ausgrabungen fanden seit 1897 fast kontinuierlich bis zur Iranischen Revolution 1978 statt. Die ersten systematischen Grabungen wurden von den französischen Archäologen Jacques de Morgan und Robert de Mecquenem durchgeführt. Sie waren bezeichnenderweise Spezialisten für grobe Erdarbeiten. An einfachen Gebäuden und Alltagsgegenständen waren die Archäologen wenig interessiert und hatten es lediglich auf die herausragenden Stücke abgesehen. Erst ab 1946 begann Roman Ghirshman mit Ausgrabungen, die mehr auf Erkenntnisgewinn, als auf "Schatzsuche" bedacht waren. Zum Glück haben sich viele einfache Objekte in Privatsammlungen erhalten und geben heute ein vollständigeres Bild des Reichs Elam.

Beispiele für elamitische Artefakte:
Elamitische Keramik mit gemaltem Fries
Elamitische Keramik aus Susa, mit gemaltem Fries



Elamitischer Skarabäus aus Terrakotta
Elamitischer Skrabäus aus Terrakotta



Elamitischer Ziegel mit königlicher Inschrift
Elamitischer Ziegel mit königlicher Inschrift



Literatur:

D. T. Potts, The Archaeology of Elam, formation and transformation of an ancient Iranian state, Cambridge (1999).
Encyclopaedia Iranica, Elam ii, The archeology of Elam.

Archaische Reiterfiguren

Reiterfiguren waren in archaischer Zeit im östlichen Mittelmeerraum beliebt. Es gab zahlreiche lokale Variationen. Viele heute erhaltene Funde sind zum Beispiel Reiterfiguren aus Zypern, wie auf dem verlinkten Titelbild zu sehen. Der Typus ist aus einer Zeit, in der der Besitz von Pferden mit einem hohen sozialen Status einherging. Es könnte sich bei den Reitern um Krieger handeln. Manche der Figuren wurden in Gräbern gefunden, dienten also als Grabbeigabe. Andere wurden in Tempeln gefunden, als Votivgabe für die Götter, in einem belegten Fall zum Beispiel für Apollo.

Beispiel für eine Pferd-mit-Reiter-Figur aus Böotien:
Böotischen Reiter aus Ton kaufen
Böotischer Reiter


Literatur:
Einen sehr guten und kompakten Überblick zu den Idolen des Mittelmeerraums gibt G. Zahlhaas, Idole - Frühe Götterbilder und Opfergaben (Ausstellungskataloge der prähistorischen Staatssammlung, Band 12, 1985).
Für eine kurze Abhandlung zu Reiterfiguren siehe E. Peltenburg, Western Asiatic Antiquities, S. 135, Nr. 106.

Urnenfelderkultur

Das Ende des zweiten Jahrtausends war in Mitteleuropa eine Zeit der Umbrüche. Die Veränderungen in der Kultur und Politik lassen sich an archäologischen Funden ablesen. Zum Beispiel erhielt die Brandbestattung Einzug, sodass es sich bei den untersuchten Gräbern ab dieser Zeit um sogenannte Brandflachgräber handelt. Auch die Grabbeigaben sprechen ihre eigene Sprache. Die Asche der Toten wurde in flachen Tongefäßen begraben, die zuvor mit einer Tonschüssel oder einem flachen Stein abgedeckt wurden. Einer großen Aschenurne wurden vier bis sechs kleinere Gefäße beigegeben. Die Metallgeräte in solchen Gräbern der Urnenfelderkultur waren wie zuvor aus Bronze, jedoch tauchen vereinzelte Objekte aus Eisen auf. Dies kennzeichnet die Urnenfelderzeit als Übergangsepoche zwischen Bronzezeit und Eisenzeit.
Dank der Bestattungsriten sind heute zahlreiche Objekte aus dieser historisch spannenden Zeit erhalten geblieben.

Literatur zur Urnenfelderkultur:
H. Müller-Karpe, Beiträge zur Chronologie der Urnenfelderzeit nördlich und südlich der Alpen, Römisch-Germanische Forschungen Bd. 22 (Berlin 1959)

Ägyptische Amulette in Form eines Hasen

Ägyptische Amulette in Form eines Hasen sind seit dem Übergang zwischen Altem Reich und Erster Zwischenzeit bekannt. Zu jener Zeit und bis in das Neue Reich wurden sie üblicherweise aus Karneol oder Elfenbein gefertigt. Die größte Beliebtheit erlangten die Hasenamulette in der Spätzeit des Alten Ägyptens. Exemplare aus dieser Epoche waren aus grüner Fayence. Ihre Form entspricht der Hasen-Hieroglyphe, Gardiner Nr. E34.
Es handelt sich dabei um den ägyptischen Wüstenhasen. Der Name des Tieres wird aus dem altägyptischen mit sekhat transskribiert. Aufgrund des anspruchsvollen Lebensraums schrieben ihm die Ägypter, wie allen Wüstentieren, besondere Überlebensfähigkeiten zu. Dies wurde in der altägyptischen Kunst in Zusammenahng mit dem religiösen Element der Wiedergeburt gestellt. Für die übliche Amulettform der Spätzeit dürfte aber die Schnelligkeit und Fruchtbarkeit des Hasen ausschlaggebend gewesen sein. Diese Fertigkeiten sollten auf den Träger des Amuletts übergehen.


Beispiel für ein ägyptisches Amulett in Hasenform:
Antikes Ägyptisches Amulett eines Hasen
Typisches Amulett in Hasenform aus der Spätzeit des Alten Ägyptens



Literatur:
C. Andrews, Amulets of Ancient Egypt, S. 63f.

Der ägyptische Gott Thot als Amulett

Die Gottheit Thot, auch Thoth, Tahuti, Tehut oder Djehuti genannt, galt seit mindestens dem Alten Reich als Mondgott. In späterer Zeit wandelte und erweiterte sich ihre Funktion. Thot galt als Erfinder der Hieroglyhpen und als göttlicher Schreiber. Schließlich wurde er mit diversen akademischen Tätigkeiten in Verbindung gebracht. Unterschiedliche Manifestationen des Gottes, als Ibis, Affe oder Mischwesen mit Menschenkörper, standen in der Kunst für unterschiedliche Aspekte seines Wirkens. Petrie bezeichnete Thot für den im folgenden gezeigten Amuletttyp als Gott der Weisheit und der Schrift.


Ägyptisches Amulett des Thot
Thot als Gott der Weisheit und Schrift

Die ägyptische Göttin Taweret als Amulett

Die Gottheit Taweret, auch Tauret oder Toeris genannt, galt als Schutzgöttin schwangerer Frauen. Sie ist typischerweise als trächtiges Nilpferd mit merkmalen anderer Tiere und Attribute in den Händen dargestellt. Vermutlich sollte ein Amulett mit Taweret-Darstellung eine Schutzfunktion auf eine werdende Mutter ausüben.

Beispiel für ein originales ägyptisches Amulett der Taweret:
Ägyptisches Amulett der Taweret
Ägyptisches Amulett der Taweret aus der Spätzeit

Italische Vasenmalerei in Apulien und Campanien

Ca. 300 Jahre lang importierten die griechischen Kolonien auf italischem Boden Keramiken zuerst aus Korinth und später aus Athen. Im 5. Jh. begannen sich jedoch lokale Manufakturen herauszubilden und zwischen ca. 440 v. Chr. und 300 v. Chr. erlebten die unteritalischen Produktionszentren ihre Blütezeit. Die meisten Exemplare brachte die apulische Vasenmalerei hervor: von den ca. 20.000 erhaltenen unteritalischen Stücken zählt ca. die Hälfte zu dieser Gruppe. Das Produktionszentrum befand sich in Tarent. Die apulische Vasenmalerei lässt sich grob in zwei Stilgruppen unterteilen, nämlich in "plain" und "ornate". Der Plain-Stil zeichnet sich durch einfaches Dekor und Bildkompositionen mit wenigen Figuren sowie einen weitgehenden Verzicht auf Zusatzfarben aus, er fand vor allem auf Glocken- und Kolonnenkrateren sowie bei kleineren Gefäßen Verwendung. Im Ornate-Stil wurden dagegen meist größere Gefäße verziert. Die Darstellungen konnten zweiregistrig sein und mehrere Dutzend Personen umfassen, hinzu kamen ab der Mitte des 4. Jh. üppige Ornamente. Zusatzfarben (weiß, rot, gelb) wurden im großen Rahmen eingesetzt. Beliebte Motive in der apulischen Vasenmalerei waren mythologische Szenen, Theaterdarstellungen und Darstellungen aus dem Grabkult.

Neben der apulischen Vasenmalerei bildet die kampanische die zweitstärkste Gruppe. Zum motivischen Repertoire gehörten in dieser Gruppe vor allem Frauen- und Jünglingsgestalten, Kriegerdarstellungen und Tierbilder. Die Rückseiten der Gefäße zierten häufig Darstellungen von Manteljünglingen. Ein Stilmerkmal war die glockenförmige Ausführung der Blumendarstellungen. Weitere unteritalische Produktionszentren waren Paestum, Lukanien und Sizilien.

Beispiel für apulische Vasenmalerei:
Rotfigurige Apulische Lekanis
Apulische Lekanis mit reicher Bemalung



Beispiel für kampanische Vasenmalerei:
Rotfigurige Oinochoe aus sehr alter deutscher Sammlung
Kampanische Oinochoe mit rotfiguriger Bemalung


Der ägyptische Gott Anubis als Amulett

Der altägyptische Gott Anubis wird in der ägyptischen Kunst oft als hundeartiges Wesen dargestellt, in der älteren Forschung als Schakal identifiziert. Alternativ wird eine Mischform aus Mensch mit Schakalkopf dargestellt. Der Schakal war als Aasfresser aus den Wüstenregionen bekannt. Die Funktion von Anubis als Gott der Totenriten ist somit gut nachvollziehbar. Als Amulett wurde der Gott den Toten beigegeben, um diese bei ihrer Reise ins Jenseits zu beschützen.

Literatur zu ägyptischen Anubis-Amuletten:
C. Andrews, Amulets of Ancient Egypt, S. 46f.

Beispiele für ägyptische Anubis-Amulette:
Ägyptisches Amulett des Anubis
Ägyptisches Amulett des Anubis aus der Spätzeit des Alten Ägyptens

Die Sammlung Richard Hattatt

Nach dem Austritt aus der Familienfirma widmete sich Richard Hattatt dem Sammeln und Studieren von Antiquitäten. Durch Fokussierung auf ein Thema entstand nach einigen Jahren eine der bedeutendsten Sammlungen antiker Fibeln aus der Region nördlich des Mittelmeers. Aus der unermüdlichen Aufarbeitung der Stücke entstanden in den Jahren 1982, 1985, 1987 und 1989 vier Bücher, die inzwischen als Standardwerke auf dem Gebiet römischer Fibeln gelten.
Als Richard Hattatt im Jahr 1992 verstarb, waren Teile seiner Sammlung bereits im Ashmolean Museum (Oxford) und im Wiltshire Museum (Devizes) aufgenommen. Andere Fibeln der Sammlung gerieten über Auktionshäuser und Privatverkäufe in Streubesitz. Doch der ungeheure Erkenntnisgewinn durch die systematische Sammeltätigkeit, die Zeichnungen und zusammengetragenen Informationen ist der Nachwelt in seinen Büchern erhalten geblieben.

Beispiel für römische Fibeln aus der Sammlung Hattatt:

Römische Fibel
Römische Fibel mit Motiv der Icener oder Trinovanten


Römische Fibel kaufen
Antike römische Fibel in Rautenform