Ägyptische Stuckmaske einer Frau

Ägyptische Stuckmaske einer Frau
Idealtypisch geformtes und lebensnah bemaltes Gesicht einer jungen Frau. Großartiger Zustand mit hervorragend erhaltenen Farben. Ex Christies.
9.200 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR1976
Details

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Objekt: Ägyptische Stuckmaske einer Frau
Material: Weißer Gipsstuck mit mehrfarbiger Bemalung
Datierung: 2. Jh. n. Chr.
Altes Ägypten zur römischen Kaiserzeit
Maße: Etwa 28cm Länge des Gesichts, 16cm Breite, 18cm Tiefe.
Beschreibung: Detailreich ausgeführte plastische Maske einer wohlhabenden Frau.
Die hohle Stuckmaske, teilweise auch als Mumienmaske betitelt, wurde am Nacken und Hinterkopf abgetrennt. Der restliche Kopf trägt das idealtypisch geformte und lebensnah bemalte Gesicht einer jungen Frau. Schamler Mund mit seitlichen Grübchen. Die rot bemalten, schmalen Lippen sind zu einem schrägen Lächeln erhoben. Kleine, breite Nase mit modellierten Nasenlöchern. Die Augen sind mandelförmig und durch eine schwarze Umrandung abgegrenzt, Iris und Pupille sind schwarz auf weißem Grund. Die Wimpern sind durch feine, schwarze Striche dargestellt, die nach außen weisen. Die Augenbrauen sind als zwei schwarze Linien gemalt, die zur Mitte hin horizontal verlaufen, nach außen hin im Bogen nach unten weisen. Die Härchen sind - wie die Wimpern - als feine, schwarze Striche dargestellt, die nach außen weisen. Als Haartracht trägt die Dame eine schwarze Perücke mit zahlreich angeordneten schwarzen Locken. Vier Strähnen fallen in die Stirn, der Nacken ist vollständig von einem rückwärtigen Haarteil bedeckt. Zentral auf dem Haarteil befindet sich ein türkis-blaues Haarband, das als Kreis mit Querlinie eingeflochten ist. Die Ohren sind vom Haarteil frei und werden durch jeweils einen Ohrring geschmückt, der aus einer schwarz gemalten Kette und einem ringförmigen Anhänger in Bernsteinfarbe besteht. Möglicherweise soll die Farbe Gold darstellen.
An der Maske besonders hervorzuheben ist die hohe Qualität der Bemalung, die eine lebensechte Darstellung bewirkt. Der großartige Zustand, welcher die Stuckmaske aus der überschaubaren Masse der erhaltenen ägyptischen Mumienmasken herausstechen lässt, ist der Konservierung im trockenen Wüstenklima Ägyptens zu verdanken. Die Farben sind noch immer leuchtend und lassen das Bildnis lebendig wirken.
Anmerkungen: Stuckmasken dieser Art waren im römisch beeinflussten Ägypten Teil einer Mumienausstattung. Die Masken wurden im Formgussverfahren hergestellt und anschließend aufwändig nachbearbeitet und bemalt. Sie wurden zu einem Körper ergänzt, der auf dem Deckel des Holzsarges mit der Mumie befestigt wurde. Die Gestalt bildete den Verstorbenen in einer aufgebahrten Position nach. Meist war der Kopf zur Brust geneigt, die Hände über der Brust gefaltet.
Diese Tradition der römischen Kaiserzeit leitet sich aus älteren ägyptischen Traditionen her, bei denen es darum ging, dem Verstorbenen mittels der Kopfnachbildung Unsterblichkeit zu verschaffen. Die Verwendung von Stuckmasken begann kurz nach der römischen Besetzung Ägyptens und dauerte bis ins 3. Jahrhundert an. Etwa ab dem 2. Jh. n. Chr. wurden die Masken mit einem stärker zur Brust geneigten Kopf dargestellt und mussten folglich fast vollplastisch gearbeitet werden.
Die meisten heute bekannten Stuckmasken stammen aus kaiserzeitlichen Ziegelgräbern. Die genauen Fundorte lassen sich in den seltensten Fällen rekonstruieren, jedoch ist eine Häufung der Funde in Mittelägypten erkennbar.
Zustand: Großartiger Zustand mit hervorragend erhaltenen Farben. Kleinere Farbabplatzungen über das Gesicht verteilt. Restaurierter Riss an der rechten Gesichtshälfte. Unregelmäßige Abtrenntkante entlang der Öffnung am Hinterkopf. Auf der Innenseite befindet sich eine Bleistiftbeschriftung "G... Pear 1927".
Insgesamt ein museumswürdiges Exemplar ägyptischer Mumienmasken / Stuckmasken.
Provenienz: 2013 von G. Vandervort erworben. Zuvor seit drei Generationen in einer englischen Privatsammlung. In diese erworben in den 1930er bis 1950er Jahren. Die Bleistiftbeschriftung im Inneren der Maske deutet darauf hin, dass sich das Objekt 1927 im Besitz G. Pear befand.
Die Maske war Lot 38 in der Christie's Auktion 5488 von 2010 (Schätzpreis 5000 GBP bis 7000 GBP), wurde jedoch vom Einlieferer wieder zurückgezogen.
Referenzen: Publiziert in Christie's, Antiquities, Thursday 7 October 2010 (London, South Kensington), Lot 38.
Eine Ähnliche Maske wurde im Christie's Sale 6060 als Lot 113 für 13750 GBP verkauft.
Vgl. E. Brunner-Traut, H. Bunner, J. Zick-Nissen: Osiris, Kreuz und Halbmond. Die drei Religionen Ägyptens, Seite 154, Nr. 129. Dort Verweis auf Heidelberg, Ägyptologisches Institut der Universität, 6.
Vgl. S. Walker, M. Bierbrier: Ancient Faces, Mummy Portraits from Roman Egypt (Part IV of the Catalogue of Roman Portraits in the British Museum), Seite 140, Nr. 150.
Literatur: S. Walker, M. Bierbrier: Ancient Faces, Mummy Portraits from Roman Egypt (Part IV of the Catalogue of Roman Portraits in the British Museum), Seite 131ff.
Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.