Ägypischer Uschebti aus der Dritten Zwischenzeit

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Ägypischer Uschebti aus der Dritten Zwischenzeit
Totenfigur aus Fayence mit schwarzer Bemalung. Die Handhaltung spricht für eine Herkunft aus Tanis. Dritte Zwischenzeit des Alten Ägypten.
490 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR2595
Details

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Objekt: Ägypischer Uschebti aus der Dritten Zwischenzeit

Material: Mintgrüne Fayence mit schwarzer Bemalung.

Datierung: Dritte Zwischenzeit des Alten Ägypten.
21. bis 23. Dynastie,
ca. 1075 v. Chr. bis 740 v. Chr.

Beschreibung:    Ägyptischer Uschebti. Totenfigur in mumienartiger Haltung, vor der Brust zusammengeführte Arme, die landwirtschaftliches Gerät halten. Kopf mit Perücke und dem für die Dritte Zwischenzeit typischen Haarband (sheshed). Die Vorderseite trägt eine hieroglyphische Inschrift aus schwarzer Farbe. Die Rückseite ist flach.
Die Handhaltung der Figur spricht für eine Herkunft aus Tanis

Anmerkungen: Im alten Ägypten bürgerte sich nach und nach die Tradition ein die Gräber von Verstorbenen mit kleinen Totenfiguren in Form von teils mit Fayence überzogenen Statuen aus Keramiken, Stein, Holz oder Metall zu versehen. Die Figuren wurden mit dem altägyptischen Wort für "Antworter" benannt. Gängige Transkriptionen dafür sind Uschebti, Schabti, Uschepti, Ushebti, Shawabti, Uschepti.
Am häufigsten verwendet und anscheinend am beliebtesten waren Ushebtis aus Terrakotta, die mit einer feinen grünlichen bis blauen Fayence überzogen wurden. Sie waren üblicherweise etwa 10cm bis 20cm groß. Wer es sich leisten konnte ließ die Uscheptis aufwändig gravieren oder einfach bemalen. Die feinen Gravuren sind uns bei einigen Stücken bis heute erhalten geblieben. Bemalungen litten stärker unter dem Zahn der Zeit, blieben aber zum Glück bei seltenen Stücken bewahrt. Ein Großteil der gefundenen Ushebtis weist leider starke Abtragungen auf, sodass gerademal die Umrisse noch einen Uschepti erahnen lassen. Oft wurden die Figuren aber bereits bei Ihrer Herstellung nur mit dem gerade für nötig gehaltenen Aufwand bearbeitet um Kosten zu sparen.
Die Uschepti genannten ägyptischen Totenfiguren gesellen sich seit dem mittleren ägyptischen Reich zu Beginn des 2. vorchristlichen Jahrtausends zu den Toten. Die ersten bekannten Exemplare stammen aus der 11. Dynastie. Zunächst stellten die Figuren anscheinend den Toten dar, wobei sich Ihre Funktion zum neuen Reich hin dahingehend gewandelt hat, dass die Figuren in der Nachwelt als Arbeiter dienen sollten, und zwar stellvertretend für den Verstorbenen, sodass dieser von harter körperlicher Arbeit befreit blieb (6. Kapitel des Totenbuches).
Durch den gewandelten Zweck der Uscheptis kam auch in den Sinn dem Grab mehr Uscheptis beizugeben und so die Arbeitskraft zu erhöhen. Dies steigerte sich auf bis zu 365 Uscheptis pro Grab, so z.B. bei Tut-Anch-Amun, eine Figur für jeden Tag des Sonnenjahres.
Wenn die Figuren nicht direkt in das Grab gelegt wurden sind oft reich bemalte oder verzierte Gefäße oder auch sogennante Uscheptikästen eingesetzt worden um die Stücke mitzugeben.

Maße: 111mm hoch.

Zustand: Bis auf minimale Abplatzungen und Abrieb vollständig intakt und nicht restauriert. Sehr schön erhaltene Fayenceoberfläche. Die schwarz aufgemalten Hieroglyhpen sind original erhalten. Insgesamt museumswürdiger Zustand.

Provenienz: 2015 erworben aus der US-amerikanischen Privatsammlung A. Tomaselli. Von diesem erworben im Jahr 2004 bei der US-amerikanischen Kunsthandlung Malter Galleries.

Referenzen: Vgl. CAA Amsterdam, S. 77f, Inv.nr. 9470 und S. 83f, Inv.nr. 9474.
Vgl. Shabti Collections, SC/18 und SC/64 (die dort veröffentlichten Figuren stammen möglicherweise aus derselben Gruppe).

Literatur: Zu Tanis: Galeries Nationales du Grand Palais, Tanis - L'or des pharaons (1987).
Zu den ägyptischen Totenriten: Gregoire Kolpaktchy, Das Ägyptische Totenbuch. Übersetzt und kommentiert. Frankfurt a. Main (1970).
Zu Uschebtis: Harry M. Stewart, Egyptian Shabtis. Shire Egyptology (1995).

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.