Ägyptischer Kauroid mit Schutzfunktion

300 €
Auf Lager
Objektnummer
AR2678-17
Siegelamulett mit Pseudohieroglyphen auf der Unterseite, die im altägyptischen Glauben Schutz oder Glück bringen sollten. Zweite Zwischenzeit des Alten Ägypten.
Objekt: Ägyptischer Kauroid mit Schutzfunktion

Material: Steatit.

Datierung: Zweite Zwischenzeit des Alten Ägypten,
13. bis 17. Dynastie.
Ca. 1648 v. Chr. bis 1550 v. Chr.

Beschreibung:    Knopfsiegel in Form ähnlich einer Kaurischnecke, daher auch als Kauroid bezeichnet. Eine Spielart der berühmten ägyptischen Skarabäen. Eine durchgehende Längsbohrung ermöglichte das Auffädeln als Amulett. Die Unterseite ist als Stempelfläche gestaltet und zeigt Pseudohieroglyphen: ein Schutz-Zeichen, flankiert von Papyrusstauden auf einem Neb-Zeichen (für "Herr"). Das Amulett sollte seinem altägyptischen Besitzer wohl Schutz und/oder Glück bringen.

Maße: 15,5mm lang.

Zustand: Bis auf kleinere Bestoßungen und Abrieb der Oberfläche sehr gut erhalten.

Provenienz: Von uns 2019 im Pariser Kunsthandel erworben. Zuvor in der Schweizer Generationensammlung Bouvier, in diese aufgenommen zwischen 1929 und 1959 durch den Begründer der Sammlung Prof. Maurice Bouvier in Ägypten. Von 1959 bis 2019 befand sich die Sammlung in der Schweiz.

Maurice Bouvier (1901 - 1981) studierte Jura in Neuchatel und wurde durch die Ägyptische Regierung 1929 als Professor für Jura berufen. Er unterrichtete zunächst an der Universität von Assiut und später in Kairo. Dort entdeckte er seine Leidenschaft für die Geschichte Ägyptens. 1943 zog er nach Alexandria, wo er bis 1959 an der Rechtsfakultät unterrichtete. Nach seiner Emeritierung 1959 zog er ins kleine Örtchen Gruyeres in der Schweiz, wo er seinen Lebensabend verbrachte.
Während seines Aufenthalts in Ägypten 1929 - 1959 trug Prof. Bouvier eine umfassende Sammlung ägyptischer und orientalischer Kunst aus allen Epochen zusammen, von der prädynastischen Zeit über die pharaonischen und römischen Epochen bis hin zu zahlreichen Antiquitäten aus dem koptischen Kulturkreis und der Zeit der islamischen Eroberung. 1959 verbrachte er im Rahmen seines Umzugs seine Sammlung in die Schweiz. Prof. Bouviers Interesse für die Archäologie und der außerordentliche Reichtum seiner Sammlung wurde auch von der Fachwelt anerkannt und gewürdigt, viele Objekte der Sammlung (darunter auch das hier angebotene Stück) befanden sich als Leihgaben in bedeutenden Europäischen Museen oder Ausstellungen. Nach seinem Ableben 1981 übernahm sein Sohn und Erbe Jean-François Bouvier die Pflege der umfassenden Sammlung, bis diese schließlich 2019 im Rahmen mehrerer Auktionen der Sammlerwelt wieder zur Verfügung gestellt wurde.

Literatur: Richard H. Wilkinson, Egyptian Scarabs, Shire Egyptology (2008).

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.