Ägyptischer Uschebti aus Museumssammlung

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Objektnummer
AR3022
Große Totenfigur aus Holz mit großteils erhaltener, originaler dunkler Bemalung. Aus dem Neuen Reich des Alten Ägypten.
Objekt: Ägyptischer Uschebti aus Holz

Material: Leichtes Holz mit dunklem Farbüberzug.

Datierung: 19. bis 20. Dynastie des Alten Ägypten.
Ca. 1292 v. Chr. bis 1085 v. Chr.,
Neues Reich.

Beschreibung:    Ägyptische Totenfigur in mumienartiger Haltung, auf einer kleinen Basisplatte stehend. Auf dem Kopf eine dreigeteilte, lange Perücke. Die Arme sind vor der Brust verschränkt. Trotz abgeblätterten Stellen ist deutlich zu erkennen, dass die Figur vollständig mit einem rotbraunen Überzug versehen ist und die Perücke in schwarz kontrastiert ist.

Hintergrund: Im Alten Ägypten bürgerte sich nach und nach die Tradition ein, die Gräber von Verstorbenen mit kleinen Totenfiguren auszustatten. Sie wurden aus Keramik, Stein, Holz oder Metall gefertigt und häufig mit Fayence überzogen. Die Figuren benannte man mit dem altägyptischen Wort für "Antworter". Gängige Transkriptionen dafür sind Uschebti, Schabti, Uschepti, Ushebti, Shawabti, Uschepti.
Am häufigsten verwendet und anscheinend am beliebtesten waren Uschebtis aus Terrakotta, die mit einer feinen grünlichen bis blauen Fayence überzogen wurden. Sie waren üblicherweise 10cm bis 20cm groß. Wer es sich leisten konnte, ließ die Uschebtis aufwändig gravieren oder einfach bemalen. Die feinen Gravuren sind uns bei vielen Stücken bis heute erhalten geblieben. Bemalungen litten stärker unter dem Zahn der Zeit, aber auch sie blieben zum Glück in zahlreichen Fällen bewahrt. Der Großteil der gefundenen Uschebtis weist jedoch starke Abtragungen auf, sodass gerademal die Umrisse noch einen Uschebti erahnen lassen. Oft wurden die Figuren bereits bei Ihrer Herstellung nur mit dem gerade für nötig gehaltenen Aufwand bearbeitet, um Kosten zu sparen.
Die Uschebti genannten ägyptischen Totenfiguren gesellen sich seit dem Mittleren Reich des Alten Ägypten, zu Beginn des 2. vorchristlichen Jahrtausends, zu den Toten. Die frühesten bekannten Exemplare stammen aus der 11. Dynastie. Zunächst stellten die Figuren anscheinend den Toten dar, wobei sich ihre Funktion bis zum Neuen Reich dahingehend gewandelt hat, dass die Figuren in der Nachwelt als Arbeiter dienen sollten, und zwar stellvertretend für den Verstorbenen, sodass dieser von harter körperlicher Arbeit befreit blieb (6. Kapitel des Totenbuchs).
Durch den gewandelten Zweck der Uschebtis kam es dazu, dem Grab mehr Uschebtis beizugeben und so die Arbeitskraft zu erhöhen. Dies steigerte sich auf bis zu 365 Uschebtis pro Grab, so z.B. bei Tut-Anch-Amun, eine Figur für jeden Tag des Sonnenjahres.
Wenn die Figuren nicht direkt in das Grab gelegt wurden, sind oft reich bemalte oder anders verzierte Gefäße zur Aufbewahrung eingesetzt worden, am bekanntesten die sogennanten Uschebtikästen aus Holz.

Maße: 22cm hoch. 6,5cm breit.

Zustand: Füße wieder angefügt, stabiler Riss vom Hals zur Hüfte, ansonsten Körper vollständig intakt. Reste des Überzugs auf großer Fläche erhalten. Rote Aufschrift "X55.240" auf der Unterseite (die Inventarnummer des Newark Museums).

Provenienz: Im Jahr 2020 durch uns erworben bei einem US-amerikanischen Auktionshaus. Dort eingeliefert vom US-amerikanischen Newark Museum of Art. Die Figur wurde im Jahr 1955 in die Sammlung des Museums aufgenommen und als "X55.240" inventarisiert. Sie befand sich seit mindestens 1971 in dessen Lehr- und Leihsammlung. Eine Leihkarte und Beschreibungskarte aus dieser Zeit ist erhalten und beiliegend.

Referenzen: Vgl. H. A. Schlögl, A. Brodbeck, Ägyptische Totenfiguren aus öffentlichen und privaten Sammlungen der Schweiz (1990), S. 119, Nr. 60 und S. 121, Nr. 62.

Literatur: Eine gute Einführung und einen Überblick über ägyptische Uschebtis in nur einem Band gibt Glenn Janes in Shabtis: A Private View - Ancient Egyptian Funerary Statuettes in European Private Collections.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.