banner-onlineshop

Ägyptischer Uschebti des Her-wdja aus Theben

Verkauft
Objektnummer
AR3019
Objekt: Ägyptischer Uschebti des Her-wdja aus Theben

Material: Hellgrüne Fayence.

Datierung: Spätzeit des Alten Ägypten,
Gegen Ende der 30. Dynastie.
Ca. 360 v. Chr. bis 341 v. Chr.

Beschreibung:    Ägyptische Totenfigur in mumienartiger Haltung mit Rückenpfeiler, auf einer kleinen Basisplatte stehend. Auf dem Kopf eine dreigeteilte Perücke mit freiliegenden Ohren, dazu ein angesetzter Götterbart. Die Perücke und der Rückenpfeiler gehen nahtlos ineinander über. Die Arme sind vor der Brust verschränkt. Der Uschebti hält Ackerbauwerkzeuge in den Händen und einen Saatkorb hinten an der Schulter. Die Vorderseite ist vertikal mit Hieroglyphen beschriftet, die in einen eingravierten Rahmen gefasst sind. Die Lesung lautet:

Der Aufseher Osiris Her-wdja

Belege für den hier verwendeten Titel "Aufseher" (cHD) begegnen schon in der 21./22. Dynastie und werden häufiger in der späten 30. Dynastie. Auch der Name Her-wdja ist besonders populär in der Spätzeit des Alten Ägypten. Besonders interessant ist an diesem Stück, dass wohl nachträglich ein Schreibfehler korrigiert wurde, durch hinzufügen des Zeichens oben rechts in der Hieroglyphenspale.

Hintergrund: Im Alten Ägypten bürgerte sich nach und nach die Tradition ein, die Gräber von Verstorbenen mit kleinen Totenfiguren auszustatten. Sie wurden aus Keramik, Stein, Holz oder Metall gefertigt und häufig mit Fayence überzogen. Die Figuren benannte man mit dem altägyptischen Wort für "Antworter". Gängige Transkriptionen dafür sind Uschebti, Schabti, Uschepti, Ushebti, Shawabti, Uschepti.
Am häufigsten verwendet und anscheinend am beliebtesten waren Uschebtis aus Terrakotta, die mit einer feinen grünlichen bis blauen Fayence überzogen wurden. Sie waren üblicherweise 10cm bis 20cm groß. Wer es sich leisten konnte, ließ die Uschebtis aufwändig gravieren oder einfach bemalen. Die feinen Gravuren sind uns bei vielen Stücken bis heute erhalten geblieben. Bemalungen litten stärker unter dem Zahn der Zeit, aber auch sie blieben zum Glück in zahlreichen Fällen bewahrt. Der Großteil der gefundenen Uschebtis weist jedoch starke Abtragungen auf, sodass gerademal die Umrisse noch einen Uschebti erahnen lassen. Oft wurden die Figuren bereits bei Ihrer Herstellung nur mit dem gerade für nötig gehaltenen Aufwand bearbeitet, um Kosten zu sparen.
Die Uschebti genannten ägyptischen Totenfiguren gesellen sich seit dem Mittleren Reich des Alten Ägypten, zu Beginn des 2. vorchristlichen Jahrtausends, zu den Toten. Die frühesten bekannten Exemplare stammen aus der 11. Dynastie. Zunächst stellten die Figuren anscheinend den Toten dar, wobei sich ihre Funktion bis zum Neuen Reich dahingehend gewandelt hat, dass die Figuren in der Nachwelt als Arbeiter dienen sollten, und zwar stellvertretend für den Verstorbenen, sodass dieser von harter körperlicher Arbeit befreit blieb (6. Kapitel des Totenbuchs).
Durch den gewandelten Zweck der Uschebtis kam es dazu, dem Grab mehr Uschebtis beizugeben und so die Arbeitskraft zu erhöhen. Dies steigerte sich auf bis zu 365 Uschebtis pro Grab, so z.B. bei Tut-Anch-Amun, eine Figur für jeden Tag des Sonnenjahres.
Wenn die Figuren nicht direkt in das Grab gelegt wurden, sind oft reich bemalte oder anders verzierte Gefäße zur Aufbewahrung eingesetzt worden, am bekanntesten die sogennanten Uschebtikästen aus Holz.

Maße: 7,3cm hoch.

Zustand: Aus zwei Teilen restauriert, mit sichtbarer Trennlinie auf Höhe der Knie. Ansonsten perfekt erhalten mit sehr gut erkennbaren Hieroglyphen.

Provenienz: 2020 durch uns erworben von G. Vandervort, USA. Zuvor in der Sammlung des britischen Archäologen Ivor Noel Hume, der ab den 1950er Jahren in den USA lebte. Herr Hume erwarb den Uschebti während einer Ägyptenreise im Jahr 1974 von dem lizensierten Händler M. Hassani Abd-El-Galeel aus Luxor (Lizenznummer 127). Auf der Quittung des Händlers, die uns in Kopie vorliegt, ist als Fundort der Figur Theben in Oberägypten vermerkt.

Publikation: Der Uschebti ist für die Publikation durch Prof. D. Kurth vorgesehen, in dem noch in der Entstehung begriffenem Werk „Hausgrabungen, Band 3 (Aegyptiaca in deutschem Privatbesitz)".

Referenzen: Vgl. H. A. Schlögl, Corpus der ägyptischen Totenfiguren der öffentlichen Sammlungen Krakaus, S. 161, Nr. 20.
Vgl. G. Janes, Shabtis: A Private View - Ancient Egyptian Funerary Statuettes in European Private Collections, S. 151, Nr. 79.
Ähnlich H. A. Schlögl, A. Brodbeck, Ägyptische Totenfiguren aus öffentlichen und privaten Sammlungen der Schweiz (1990), S. 319, Nr. 235.

Literatur: Eine gute Einführung und einen Überblick über ägyptische Uschebtis in nur einem Band gibt Glenn Janes in Shabtis: A Private View - Ancient Egyptian Funerary Statuettes in European Private Collections.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.