Ägyptischer Skarabäus mit Lebensbaum

Verkauft
Objektnummer
AR2678-22
Siegelamulett mit figürlicher Szene auf der Unterseite, zwei Figuren stehen um Baum des Lebens. Dritte Zwischenzeit des Alten Ägypten.
Objekt: Ägyptischer Skarabäus

Material: Steatit.

Datierung: Nachramessidisch,
ca. 1070 v. Chr. bis 900 v. Chr.
Dritte Zwischenzeit des Alten Ägypten.

Beschreibung:    Skarabäus mit schematisch ausgearbeiteten Käfermerkmalen auf der Oberseite. Eine durchgehende Längsbohrung ermöglichte das Auffädeln als Amulett. Die Unterseite ist als Stempelfläche gestaltet und zeigt den Baum des Lebens flankiert von zwei stehenden Personen.

Hintergrund: Skarabäen (Käfersteine) haben Ihren Ursprung im Alten Ägypten und stellen den Käfer "Heiligen Pillendreher" (Scarabaeus sacer) dar. Sie galten als Symbol des Sonnengotts und wurden bereits zu Zeiten der 1. Dynastie für rituelle Zwecke eingesetzt (vgl. Wilkinson, Egyptian Scarabs, Shire Egyptology, S. 7ff).
In den rund 2000 Jahren vom Alten Reich bis zur ptolemäischen und römischen Zeit entwickelten die kleinen Amulette in Form des Skarabäuskäfers eine extrem große Beliebtheit. Die Verbreitung reichte damals weit über das Alte Ägypten hinaus in den gesamten Mittelmeerraum. Je nach Mode der Zeit war die Form mehr oder weniger naturgetreu an die kräftig gebauten Käfer angelehnt.
In den Lehrsammlungen und Kabinetten des neuzeitlichen und modernen Europas haben Skarabäen ihre alte Beliebtheit wiedererlangt. Sie gehören zu den wichtigsten Objekten in ägyptologischen Sammlungen. Die meist mit Symbolen oder Hieroglyphen versehenen Unterseiten überliefern tiefe Einsichten in die altägyptische Kultur.

Maße: 16mm lang.

Zustand: Bis auf kleinere Bestoßungen und Abrieb der Oberfläche sehr gut erhalten.

Provenienz: Von uns 2019 im Pariser Kunsthandel erworben. Zuvor in der Schweizer Generationensammlung Bouvier, in diese aufgenommen zwischen 1929 und 1959 durch den Begründer der Sammlung Prof. Maurice Bouvier in Ägypten. Von 1959 bis 2019 befand sich die Sammlung in der Schweiz.

Maurice Bouvier (1901 - 1981) studierte Jura in Neuchatel und wurde durch die Ägyptische Regierung 1929 als Professor für Jura berufen. Er unterrichtete zunächst an der Universität von Assiut und später in Kairo. Dort entdeckte er seine Leidenschaft für die Geschichte Ägyptens. 1943 zog er nach Alexandria, wo er bis 1959 an der Rechtsfakultät unterrichtete. Nach seiner Emeritierung 1959 zog er ins kleine Örtchen Gruyeres in der Schweiz, wo er seinen Lebensabend verbrachte.
Während seines Aufenthalts in Ägypten 1929 - 1959 trug Prof. Bouvier eine umfassende Sammlung ägyptischer und orientalischer Kunst aus allen Epochen zusammen, von der prädynastischen Zeit über die pharaonischen und römischen Epochen bis hin zu zahlreichen Antiquitäten aus dem koptischen Kulturkreis und der Zeit der islamischen Eroberung. 1959 verbrachte er im Rahmen seines Umzugs seine Sammlung in die Schweiz. Prof. Bouviers Interesse für die Archäologie und der außerordentliche Reichtum seiner Sammlung wurde auch von der Fachwelt anerkannt und gewürdigt, viele Objekte der Sammlung (darunter auch das hier angebotene Stück) befanden sich als Leihgaben in bedeutenden Europäischen Museen oder Ausstellungen. Nach seinem Ableben 1981 übernahm sein Sohn und Erbe Jean-François Bouvier die Pflege der umfassenden Sammlung, bis diese schließlich 2019 im Rahmen mehrerer Auktionen der Sammlerwelt wieder zur Verfügung gestellt wurde.

Literatur: Richard H. Wilkinson, Egyptian Scarabs, Shire Egyptology (2008).

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.