Altbabylonisches Rollsiegel für Ipqatum

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Altbabylonisches Rollsiegel für Ipqatum
Spannendes Zeitzeugnis mit drei Spalten Keilschrift, die den ursprünglichen Besitzer und den babylonischen Wettergodd Adad benennt.
2.380 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR2448-00
Details

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Objekt: Altbabylonisches Rollsiegel für Ipqatum

Material: Schwarzer Stein, Hämatit.

Datierung: 1900 v. Chr. bis 1700 v. Chr.
Altbabylonische Zeit.

Beschreibung:    Zylindrisches Siegel mit Durchgangsbohrung entlang der zentralen Achse. Eine mythologische Szene ist in die Mantelfläche des Rollsiegels graviert. Abgerollt zeigt der Abdruck zwei sich gegenüberstehende Figuren. Links ein Gott mit Keule, der einen Hut mit tiefer Krempe und kurze Kleidung trägt. Rechts die Lama Göttin mit gehörnter Tiara und langer Robe, beide Hände erhoben. Zwischen den beiden ist eine kombinierte Sonne und Mondsichel am Himmel, darunter befindet sich eine lanzenförmige Standarte oder Spade, sowie ein Vogel und ein Blitzbündel. Neben der Szene befinden sich drei Spalten Keilschrift, für die Professor Lambert folgende Übersetzung anfertigte.

« Ipqatum,
Sohn des Anum-Pasha,
Diener des (Gottes) Adad. »


Es handelt sich also um ein Siegel, das speziell für seinen Erstbesitzer mit dem Namen Ipqatum angefertigt wurde. Das Stück gibt einen tollen Einblick in die frühesten privaten Siegel.
Bei dem genannten Gott Adad handelt es sich um den altbabylonischen Wettergott, auch bekannt als Hadda.

Hintergrund: Die Rollsiegel sind eine Erfindung der frühen Hochkulturen Mesopotamiens. Ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. traten sie ihren Siegeszug an und verbreiteten sich im gesamten Alten Orient und darüber hinaus. Das Auftreten dieser Siegelform fällt mit der ausgiebigen und erstmaligen Verwendung der Schrift in den noch jungen, hochorganisierten Staaten zusammen. Frühe Siegel sind also wie ein Blick auf die Anfänge der Hochkulturen im Zweistromland, spätere Siegel weiten diesen Blick auf alle Bereiche der Verwaltung, aber auch auf den Handel bis hin zum Persönlichen. Viele Beamte, Händler und Privatpersonen müssen in der Bronzezeit Mesopotamiens Rollsiegel besessen haben.
Für die Geschichtsforschung ist das ein besonderer Glücksfall. Rollsiegel aus unvergänglichem Material haben die Jahrtausende fast unverändert überdauert. Ein großer Schatz an Bildern und Schriftzeichen öffnen somit ein Fenster in die Bronzezeit. Durch den Streubesitz der Siegel zu ihrer Verwendungszeit wurden und werden viele Einzelfunde im Nahen und Mittleren Osten gemacht. Seit dem wiedererwachten Interesse an der Alten Geschichte in Europa finden solche Siegelfunde Beachtung und viele Exemplare werden in privaten und öffentlichen Sammlungen bewahrt. Dank akademischer Grabungen mit dokumentierten Fundkontexten konnte eine Chronologie aufgestellt werden, mit deren Hilfe auch die Exemplare im Kunsthandel und Privatbesitz ikonografisch datiert werden können.
Es ist für uns immer etwas Besonderes, diese Siegel in der Hand zu haben und dabei an das Entstehen und Vergehen der Hochkulturen zu denken.

Maße: 28,5mm Länge, 13mm Durchmesser.

Zustand: Nahezu perfekter Zustand. Lediglich minimaler Abrieb und Bestoßungen an den Kanten. Eine größere Bestoßung zentral an einer der stehenden Figuren. Abdruck beiliegend.

Provenienz: 2018 im britischen Kunsthandel erworben. Zuvor in einer bedeutenden Londoner Privatsammlung mit mehreren hundert antiken Siegeln, in diese erworben zwischen 1970 und 1988. Das Rollsiegel wurde während der Zeit in der Londoner Privatsammlung durch Prof. Lambert begutachtet und beschrieben. Eine Kopie dieser Notiz liegt vor.
Wilfred George Lambert (1926 bis 2011), britischer Altorientalist und vorderasiatischer Archäologe, war Professor an der University of Birmingham. Nach seiner Emeritierung wirkte Prof. Lambert in der altorientalischen Abteilung des British Museums mit.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.