Eindrucksvoller Uschebti des Psammetich-meri-Ptah

Mehr Ansichten

Eindrucksvoller Uschebti des Psammetich-meri-Ptah
Aus einer Ausgrabung in Sakkara zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Psammetich-meri-Ptah war Flottenvorsteher bzw. Admiral unter Pharao Amasis und führte im 6. Jh. v. Chr. den Seekrieg gegen König Nebukadnezar, dessen Truppen zuvor Jerusalem und das Heilige Land erobert hatten.
11.400 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR3045
Details

Mehr

Objekt: Eindrucksvoller Uschebti des Psammetich-meri-Ptah

Material: Grüne Fayence.

Datierung: Regierungszeit des Pharao Amasis (auch Ahmose II. genannt),
570 v. Chr. bis 526 v. Chr.
gegen Ende der 26. Dynastie,
Spätzeit des Alten Ägypten.

Beschreibung:    Großer ägyptischer Uschebti für Psammetich-meri-Ptah (Psmtk-mrj-Pth), Vorsteher der königlichen Flotte unter Pharao Amasis. Die Totenfigur steht in mumienartiger Haltung mit Rückenpfeiler auf einer kleinen Basisplatte. Auf dem Kopf eine dreigeteilte Perücke mit freiliegenden Ohren, dazu ein angesetzter Götterbart. Die Arme sind vor der Brust verschränkt. Der Uschebti hält Ackerbauwerkzeuge in den Händen und einen Saatkorb hinten an der linken Schulter. Die Vorderseite und Seiten sind mit eingetieften Hieroglyphen beschriftet, in mehrere Zeilen angeordnet und durch horizontale Linien getrennt. Die Lesung lautet:

Psammetich-meri-Ptah, Vorsteher der königlichen Flotte, Sohn des Hor-Chons, göttlicher Vater, Sem-Priester des Sokar, eingeweiht in die Geheimnisse der Nekropole und Sohn der Dame Meri-ites-pepi.

Es handelt sich um eine künstlerisch hochwertige und eindrucksvolle Figur von einer gut bekannten Person aus der Entourage des Pharao Amasis. Der Titel Vorsteher der königlichen Flotte kann lose als Admiral interpretiert werden, wobei die Parallelen zum heutigen Verständnis eines Admirals eher gering sein dürften.

Hintergrund: Der ursprüngliche Besitzer der vorliegenden Totenfigur, Psammetich-meri-Ptah, ist eine gut bekannte Persönlichkeit aus der 26. Dynastie des Alten Ägypten. Eine Stele von ihm, sowie seine vier Kanopen befinden sich heute im Louvre. Eine Statuenfragment, sowie eine Büste befinden sich in Privatbesitz. Die Stele hält fest, dass er am Begräbnis des Apis-Stiers teilnahm, der im 23. Regierungsjahr des Pharao Amasis (auch Ahmose II. genannt) starb [vgl. Louvre Inv.nr. 333/4019, Stèle commémorant l'enterrement du taureau Apis mort sous le règne d'Amasis]. Seine Eltern sind auf seinen Uschebtis namentlich überliefert als Hor-Chons (auch Horkhonsu transkribiert) und Meri-ites-pepi (auch Meripepites transkribiert). Der Titel des Psammetich-meri-Ptah lautete oberster Vorsteher der königlichen Flotte, wobei es sich um ein Amt von hohem Ansehen unter dem Pharao handelte. Drei Personen hatten dieses Amt während der Regierungszeit Amasis inne, das manchmal mit dem eines heutigen Admirals verglichen wird.
Als Admiral und Flottenvorsteher hatte Psammetich-meri-Ptah eine wichtige Mission, denn in seine Amtszeit fiel die Abwehr der babylonischen Truppen unter Nebukadnezar II., die zuvor in Jerusalem und Palästina eingefallen waren. Der Krieg fand nicht nur zu Land statt. Vom Wasser aus griff seine Flotte phönizische Küstenstädte im Heiligen Land an und schmiedete wichtige Bündnisse mit Mittelmeeranrainern.
Das Grab des Flottenvorstehers Psammetich-meri-Ptah liegt südöstlich der Unas-Pyramide in Sakkara. Die Grabanlage hat fast königliche Ausmaße und deren Architekten erschufen neuartige Schutzmechanismen gegen Grabräuber. Diese zeigten über 2300 Jahre Wirkung, bis Archäologen zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Grab erschlossen. Sie fanden 400 Uschebtis des Psammetich-meri-Ptah. Die meisten davon gingen an das Ägyptische Museum Kairo, die restlichen wurden an Museen in der ganzen Welt und an Privatgelehrte verkauft.
So erlangte das Ashmolean Museum sein Exemplar im Jahr 1879 aus dem Vermächtnis des Sammlers John Henderson. Bereits im Jahr 1837 soll Auguste Mariette vom Musée de Boulogne-sur-mer ein Exemplar durch M. Macdonough angeboten worden sein. Auch das hier vorliegende Exemplar muss eines jener sein, die nach dem Fund in Gelehrtenkreise außerhalb Ägyptens gelangten. Es war die euphorische Zeit der Entschlüsselung der Hieroglyphen und des "Ägyptenfiebers" der napoleonischen und unmittelbar nachnapoleonischen Zeit.

Maße: 18,9cm hoch ohne Holzsockel, 21,7cm hoch mit Holzsockel. 5,1cm breit.

Zustand: Nahezu perfekter Zustand, restaurierte Bruchstelle auf Kniehöhe, minimale Abplatzungen an der Oberfläche. Imposante Totenfigur. Auf modernen Holzsockel geklebt. Aufkleber auf der Unterseite und Rückseite des Sockels mit handschriftlichen Notizen, auf der Rückseite Nummer "11563".

Provenienz: 2020 durch uns im Pariser Kunsthandel erworben. Exportiert mit französischer Exportgenehmigung Nr. 222356. Vor 1950 versteigert vom französischen Auktionshaus Briscadieu Bordeaux.
Gefunden zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Grabanlage des Psammetich-meri-Ptah, südöstlich der Unas-Pyramide in Sakkara. Anschließend in europäische Gelehrtenkreise gelangt.

Referenzen: Vgl. The Virtual Egyptian Museum, Katalognr. FAI.LL.00167
Vgl. Metropolitan Museum of Art, Inv.nr. 17.194.2409.
Vgl. Michael C. Carlos Museum, Objektnr. 2018.010.289.
Vgl. Ashmolean Museum, Inv.nr. AN1879.274.
Vgl. Musée Calvet, Avignon, Inv.nr. A165.
Vgl. Liebigshaus, Frankfurt a. M., Inv.nr. 1758.
Vgl. Galerie Eberwein, Katalog Antike Kunst 2013, Nr. 27.

Literatur: Die guten Ausarbeitungen des Virtual Egyptian Museums und des MET nennen folgende weiterführende Literatur:
J.-F. and L. Aubert, Statuettes égyptiennes: chaouabtis, ouchebtis (1974, Librairie d’Amerique et d’ Orient), Tafel 58, Nummern 140, 226, 227, 230.
K. Jansen-Winkeln, Inschriften der Spätzeit, Teil IV: Die 26. Dynastie, S. 538f.

Zur Gedächtnisstele für den Apis-Stier aus der Zeit des Amasis im Louvre:
B. Letellier und L. M. Berman, Pharaohs - Treasures of Egyptian Art from the Louvre (The Cleveland Museum of Art in association with Oxford Press, 1996), S. 80f, 97.

Für das Statuenfragment des Psammetich-meri-Ptah in Privatbesitz:
T. Staubli, Werbung für die Götter (Bibel+Orient Museum, 2003), S. 54f.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.