Elamisches Rollsiegel für Shuk-Kuku

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Elamisches Rollsiegel für Shuk-Kuku
Fantastisches Siegel aus Amethyst. Es zeigt seinen Besitzer Shuk-Kuku mit der Göttin Ninsianna. Fünf Spalten elamische Keilschrift rahmen die Szene. Ca. 1900 bis 1500 v. Chr.
3.600 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR2421
Details

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Objekt: Elamisches Rollsiegel für Shuk-Kuku

Material: Rosafarbener Amethyst.

Datierung: Mittelelamische Periode,
aus der Zeit der Sukkalmah,
ca. 1900 v. Chr. bis 1500 v. Chr.

Beschreibung:    Zylindrisches Siegel mit Durchgangsbohrung entlang der zentralen Achse. Eine figürlichen Szene und eine Inschrift sind in die Mantelfläche des Rollsiegels graviert.
Abgerollt zeigt der Abdruck zwei stehende Figuren, die sich anblicken. Bei der linken handelt es sich um eine Göttin in langer Robe und mit Kopfbedeckung. Sie hebt eine Hand und streckt sie nach vorne. Die rechte Figur trägt ebenfalls eine lange Robe, jedoch keine Kopfbedeckung. Sie streckt beide Hände nach vorne. Zwischen den Köpfen steht ein siebenstrahliger Stern.
Eine Inschrift in elamischer Keilschrift ist in fünf Spalten angeordnet. Sie benennt den ursprünglichen Besitzer des Siegels; die Lesung durch Prof. Lambert lautet wie folgt.

« Shuk-Kuku,
Sohn des Rab-Baba,
Botschafter,
Diener der Ninsianna, »


Bei Ninsianna handelt es sich um eine Göttin, und zwar eine lokale Variante von Ischtar, der wichtigsten altbabylonischen Göttin. Sie war zugleich Liebesgöttin und Kriegsgöttin und wurde mit dem Planeten Venus assoziiert. Ihr typisches Attribut in Darstellungen ist ein Stern, wie auch bei dem vorliegenden Siegelabdruck zwischen den Köpfen der Figuren zu sehen. Es lässt sich also mutmaßen, dass es sich bei den abgebildeten um den Besitzer Shuk-Kuku und Ninsianna handelt.

Hintergrund: Die Rollsiegel sind eine Erfindung der frühen Hochkulturen Mesopotamiens. Ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. traten sie ihren Siegeszug an und verbreiteten sich im gesamten Alten Orient und darüber hinaus. Das Auftreten dieser Siegelform fällt mit der ausgiebigen und erstmaligen Verwendung der Schrift in den noch jungen, hochorganisierten Staaten zusammen. Frühe Siegel sind also wie ein Blick auf die Anfänge der Hochkulturen im Zweistromland, spätere Siegel weiten diesen Blick auf alle Bereiche der Verwaltung, aber auch auf den Handel bis hin zum Persönlichen. Viele Beamte, Händler und Privatpersonen müssen in der Bronzezeit Mesopotamiens Rollsiegel besessen haben.
Für die Geschichtsforschung ist das ein besonderer Glücksfall. Rollsiegel aus unvergänglichem Material haben die Jahrtausende fast unverändert überdauert. Ein großer Schatz an Bildern und Schriftzeichen öffnen somit ein Fenster in die Bronzezeit. Durch den Streubesitz der Siegel zu ihrer Verwendungszeit wurden und werden viele Einzelfunde im Nahen und Mittleren Osten gemacht. Seit dem wiedererwachten Interesse an der Alten Geschichte in Europa finden solche Siegelfunde Beachtung und viele Exemplare werden in privaten und öffentlichen Sammlungen bewahrt. Dank akademischer Grabungen mit dokumentierten Fundkontexten konnte eine Chronologie aufgestellt werden, mit deren Hilfe auch die Exemplare im Kunsthandel und Privatbesitz ikonografisch datiert werden können.
Es ist für uns immer etwas Besonderes, diese Siegel in der Hand zu haben und dabei an das Entstehen und Vergehen der Hochkulturen zu denken.

Maße: 25mm lang, 14,5mm Durchmesser.

Zustand: Restaurierte Abplatzungen an einer Seite, einige Risse über den Körper verteilt, kleine Bestoßungen an den Enden. Das Motiv ist sehr gut erhalten und im Abdruck erkennbar. Inklusive Siegelabdruck.

Provenienz: 2018 im britischen Kunsthandel erworben. Von einem Zwischenbesitzer 2015 im britischen Kunsthandel erworben. Zuvor in einer Londoner Privatsammlung. In diese aufgenommen in den 1970er Jahren oder zuvor. Das Rollsiegel wurde während der Zeit in der Londoner Privatsammlung durch Prof. Lambert begutachtet und beschrieben. Eine Kopie dieser Notiz liegt vor.
Wilfred George Lambert (1926 bis 2011), britischer Altorientalist und vorderasiatischer Archäologe, war Professor an der University of Birmingham. Nach seiner Emeritierung wirkte Prof. Lambert in der altorientalischen Abteilung des British Museums mit.
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