Elamitischer Ziegel mit königlicher Inschrift

Verkauft
Objektnummer
AR1907
Tonziegel des Tempelturms von Tschogha Zanbil, mit bekannter, königlicher Inschrift. 1260 bis 1235 v. Chr., Regierungszeit des elamitischen Königs Untas-Napirisa.
Objekt: Elamitischer Ziegel aus der Zikkurat von Tschogha Zanbil
Material: Gebrannter und glasierter Ton.
Maße: 220mm x 80mm x 90mm. Massiv.
Fundort: Vermutlich aus der Wand der Zikkurat von Dur-Untasch, heutiges Tschogha Zanbil, Westiran.
Datierung: Ca. 1260 v. Chr. bis 1235 v. Chr.,
in der Regierungszeit des elamitischen Königs Untaš-Napiriša.
Beschreibung: Ziegel aus der Zikkurat von Tschogha Zanbil mit bekannter, königlicher Inschrift.
Rechteckiger Ziegel mit fünf glatten Seiten und einer elamitisch beschrifteten Seite. Die Zeichen sind in sechs Zeilen angeordnet, getrennt durch durchgehende, eingeritzte Linien. Der Text wird wie folgt übersetzt, wobei gewisse Unsicherheiten durch mangelnde Kenntnis der elamitischen Schrift gegeben sind [vgl. Potts, The Archaeology of Elam, S. 209f].
Ich, Untaš-Napiriša, Sohn von Humban-numena, König von Anschan und Susa, wollte mein Leben und meine gute Herrschaft verlängern, und wollte jedwede Unterbrechung meiner gedeihenden (königlichen) Linie vermeiden, deshalb baute ich diesen Tempel aus gebrannten Ziegeln, und den hohen Tempel aus glasierten Ziegeln. Ich gab ihn dem Gott Inšušinak des (Tempels) Siyankuk. Ich weihte den Tempelturm (Zikkurat). Was ich tat und schuf wurde von mir als Geschenk an den Gott Inšušinak gegeben.
Historisches: Dieser Ziegel gehört zu einer bekannten Fundgruppe elamitischer Ziegel. In den Jahren 1936, 1939 und 1951 bis 1962 wurde in der antiken Stadt Dur-Untash (heute Tschogha Zanbil im Westiran, nahe Susa) die Tempelanlage (Zikkurat) ausgegraben, wobei man eine große Zahl beschrifteter Ziegel fand, aus denen die Tempelwände gebaut waren. Die Stadt Dur-Untash ließ der König Untaš-Napiriša (Regierungszeit etwa 1275 v. Chr. bis 1240 v. Chr.) als neue Residenzstadt errichten. Die Tempelanlage darin wurde vermutlich zwischen 1255 v. Chr. und 1235 v. Chr. erbaut und ist Inšušinak (Inschuschinak) geweiht, einer der elamitischen Hauptgottheiten.
Zustand: Fast vollständiges Fragment, in der Mitte gebrochen und restauriert. Oberfläche professionell versiegelt. Schrift noch deutlich erkennbar. Insgesamt sehr gut erhaltenes Exemplar dieser Ziegelserie.
Referenzen: Olof Pedersén, Ancient Near Eastern Objects with Cuneiform Inscriptions, Part II, Elamite and Neo-Babylonian Royal Inscriptions. (Stockholm, 1994). S. 4f, Tafel 1.
Medelhavsmuseet - Mittelmeermuseum Stockholm, Inv.nr. MM 1977:023a
Hearst Museum of Anthropology, University of California at Berkeley, USA, Inv.nr. HMA 9-05644
The Israel Museum, Jerusalem, Inv.nr. 66.15.4.
Literatur: Daniel T. Potts, The Archaeology of Elam: Formation and Transformation of an Ancient Iranian State (Cambridge World Archaeology), Seite 209ff.
M. J. Steve, Tchoga Zanbil (Dur-Untash), Textes Élamites et Accadiens, Mémoires de la Délégation Archéologique en Iran. Mehrere Bände!(Geuthner, 1967).
Provenienz: 2014 erworben aus der schweizer Privatsammlung A. Schmidt. In diese aus der Galerie Alte Römer (selbe Artikelnummer). Durch uns (A.R.) 2012 in einem Auktionshaus erworben. Zuvor in einer österreichischen Privatsammlung. In diese erworben in den 1960er Jahren.
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