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Etruskischer Skarabäus mit Prometheus

18.800 €
Verfügbar
Objektnummer
AR3417B
Objekt: Etruskischer Skarabäus mit Prometheus

Material: Orange durchschimmernder Stein. Karneol.

Datierung: 400 v. Chr. bis 300 v. Chr.
Klassische Antike. Spätetruskisch.

Beschreibung:    Skarabäus mit schematisch darstellter Oberseite. Eine Durchgangsbohrung verläuft längs durch den hohen Körper und diente zum Auffädeln. Die Unterseite ist flach und fein graviert. Der Abdruck zeigt eine nackte Person in Frontalansicht, den Kopf zur Seite gedreht. Einen Mantel um Schulter und Hand gelegt, in der herabhängenden Hand ist ein Gegenstand mit drei Zacken am Ende, womöglich Feuer repräsentierend. Die andere Hand ist leicht angewinkelt und ausgestreckt. Auf ihr eine halb so große, nackte Figur mit Kopfbedeckung, ein Fuß nach vorne gesetzt. Eine Hand hängt herab und hält einen Stab, die andere Hand ist erhoben. Auf dem Boden befindet sich eine Schlange und ein nicht identifiziertes Insekt. Die gesamte Szene ist von einem Oval aus Rauten gerahmt.
Die Hauptperson aus der Darstellung kann als Prometheus gedeutet werden. Nach der antiken Mythologie war dieser Gott Urheber der menschlichen Zivilisation. Die Szene auf dem Skarabäus zeigt, wie er gerade den ersten Menschen aus Lehm fertig geformt hat. Dem Mythos nach sind dabei leider Fehler entstanden, die das Leid erklären sollen, welches sich die Menschheit beständig selbst zufügt. Selten ist bei dieser Szene die Darstellung der fertigen Figur, denn die antiken Künstler bevorzugten normalerweise eine noch in der Entstehung befindliche, unfertige Figur für ihre Szenen.
Die meisterhafte Bearbeitung des Stücks sticht sofort ins Auge. Der Skarabäus ist ein Miniaturkunstwerk von höchster Qualität und ein Aushängeschild der spätetruskischen Glyptik.

Maße: 16mm lang, 13mm breit, 9mm hoch.

Zustand: Museumswürdig. Bis auf winzige Bestoßungen perfekt erhalten. Ein moderner Abdruck liegt nicht bei.

Provenienz: Von uns 2022 im britischen Kunsthandel erworben. Zuvor im Privatbesitz der Familie Sangiorgi in der Schweiz. Der Skarabäus wurde vom bekannten Antiquitätenhändler Giorgio Sangiorgi (1886-1965) in die Familiensammlung aufgenommen. Seine Galerie befand sich im Palazzo Borghese in Rom, bis die Bestände und die Privatsammlung Ende der 1930er Jahre in die Schweiz überführt wurden. Sangiorgi baute neben den gewerblich gehandelten Kunstobjekten eine umfassende Sammlung antiker Gemmen auf, die er zwischen 1900 und 1939 in Europa erwarb. Er veröffentlichte zahlreiche Fachaufsätze zu seiner Gemmensammlung.

Publikation: J. Boardman, C. Wagner, Masterpieces in Miniature, Engraved Gems from Prehistory to the Present (London, 2018), S. 91, Nr. 73.

Referenzen: Boardman und Wagner verweisen auf ein ähnliches Exemplar mit unfertiger Lehmfigur in Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae (LIMC) VII 2 (1994), Taf. 428, Nr. 85h.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.