Kleine neolithische Sichel aus Norddeutschland

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Objektnummer
AR3069I
Die halbmondförmige Klinge ist aus rotbraunem Flint. Dieses Werkzeug repräsentiert einen Zwischenschritt in dem Umbruch zwischen Neolithikum und Bronzezeit.
Objekt: Kleine neolithische Flintsichel aus Norddeutschland

Material: Rotbrauner Flint.

Datierung: 2400 v. Chr. bis 1800 v. Chr.
Dolchzeit,
Endphase des nordeuropäischen Neolithikums.

Beschreibung:    Flintsichel aus schönem rotbraunen Flint. Die Klinge ist halbmondförmig gestaltet, eine Seite stark konvex, die andere Seite leicht konkav. Die Schneide ist durch flache Abschläge scharf zulaufend.

Hintergrund: Gegen Ende des Neolithikums taucht eine Vielzahl von Flintsichel-Typen auf. Sie basieren auf Prototypen aus Kupfer und Bronze. Zunächst wurden diese Objekte von Archäologen als Sägen gedeutet. Doch heute ist klar, dass sie einst mit der konvexen Seite in gebogenen Stöcken gehaltert wurden und als Sicheln dienten. Wurde die Klinge beschädigt oder stumpf, schärfte man das kostbare Werkzeug erneut durch feine Abschläge. So erhielt die ursprünglich gerade Klinge der Sichel eine konkave und asymmetrische Form. Das hier vorliegende Exemplar wurde also offenbar eine kurze Weile genutzt, wie sich aus der durch Nachbearbeitung entstandenen leicht konkaven Form der Klinge schließen lässt.
Es ist faszinierend sich vorzustellen, das dieses Werkzeug einen Zwischenschritt in dem Umbruch zwischen Neolithikum und Bronzezeit verkörpert.

Maße: 10,4cm lang.

Zustand: Sehr guter Zustand, am Rücken vermutlich kleines Stück abgebrochen und fehlend.

Provenienz: 2020 durch uns aus der deutschen Familiensammlung Marienfeld erworben. Der Begründer der Sammlung, Horst-Hellmuth Marienfeld, fand die Flintsichel zwischen dem Ende der 1940iger und Anfang der 1950iger Jahre auf der Insel Rügen oder in der unmittelbaren Umgebung, laut Überlieferung bei Feldbegehungen.

Referenzen: Vgl. P. V. Glob, Danske Oldsager II. Yngre Stenalder, Nr. 591.
Vgl. Jeg ser pa oldsager, Seite 134f, Nr. 317.
Vgl. Petersen, Flint fra Danmarks oldtid, Seite 138f, Nr. 244.

Literatur: P. V. Globs Klassiker Danske Oldsager II. Yngre Stenalder gibt einen umfangreichen Überblick der nordeuropäischen Jungsteinzeit.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.