Kompakter Beilkopf aus der Bronzezeit

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Kompakter Beilkopf aus der Bronzezeit
Dieses Tüllenbeil ist durch seine Kompaktheit eine seltene Variante, die einen besonders massiven Eindruck macht und damit für den kraftvollen Arbeitseinsatz geeignet sein dürfte. Interessantes Exemplar aus der späten Bronzezeit Europas.
190 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR2193
Details

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Objekt: Kompakter Beilkopf aus der Bronzezeit
Material: Bronze.
Maße: 66mm lang, 37mm breit an der Öse, 23mm x 19mm Länge und Breite des Schaftlochs.
Datierung: Ca. 1300 v. Chr. bis 900 v. Chr.,
Späte Bronzezeit in Mitteleuropa.
Beschreibung: Kompakter Beilkopf aus der späten Bronzezeit Europas.
Der Körper hat einen ovalen Querschnitt, der sich zur Schneide hin zuspitzt. Am Nacken läuft ein Wulst um. Die beiden Schauseiten des Blatts sind glatt und unverziert. Eine Ringöse an der Seite direkt am Nacken konnte zur Befestigung des Beils z.B. an einer Kordel der Kleidung genutzt werden.
Eine ovale Öffnung am Nacken gibt den Blick in den hohlen Beilkörper frei und ermöglichte die einfache Schäftung des Beilkopfes - eine große Vereinfachung gegenüber den Flachbeilen zu Beginn der Bronzezeit.
Die kompakte Form mit stabilen Wänden machte dieses Beil zu einem robusten Arbeitsgerät.
Geschichtliches: Diese Art von Beilen war in der betreffenden Epoche relativ selten und wurde als Arbeitsgerät eingesetzt, nicht als Waffe (vgl. Broholm, Danske Oldsager). Es gab eine große Vielfalt an Formen und Verzierungen, jedoch ist die räumliche Zuordnung schwer oder nicht möglich. Die Beile waren in Mitteleuropa und Nordeuropa verbreitet. Die chronologische Einordnung ist hingegen ein Paradebeispiel für die typologische Methode in der Archäologie. Der schwedische Prähistoriker Gustaf Oscar Augustin Montelius (1843-1921) veröffentlichte um 1900 seine Beschreibung der Entwicklung von Bronzebeilen in fünf unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Sie beschreiben für die europäische Bronzezeit den Weg vom Flachbeil über das Randleistenbeil, das Absatzbeil, bis zum Tüllenbeil. Als Triebmotor der Entwicklung identifizierte Montelius die stabilere Schäftung der jeweiligen Nachfolgetypen. Die typologische Methode findet auch in heutiger Forschung Anwendung, wird aber nur nach differenzierter Betrachtung und Erwägung anderer Aspekte angewandt.
Zustand: Keinere Abplatzungen am Nacken, ansonsten vollständig intakt. Insgesamt sehr gute Erhaltung. Schöne grüne Patina.
Referenzen: Vgl. H. C. Broholm, Danske Oldsager, Yngre Bronzealder, Nr. 134.
Provenienz: 2014 bei einer Kunstauktion erworben. Zuvor in einer deutschen Privatsammlung. In diese in den 1980er Jahren aus dem Kunsthandel erworben.
Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.