Luristanischer Randleistendolch mit Griffeinlage

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Objektnummer
AR2890E
Bronzewaffe aus der Region Luristan zur Eisenzeit. Eine Besonderheit ist die Griffeinlage des ansonsten einteiligen Dolchs.
Objekt: Luristanischer Randleistendolch mit Griffeinlage

Material: Bronze. Einlage aus Bein oder Holz.

Datierung: 1100 v. Chr. bis 900 v. Chr.
Eisenzeit I.

Beschreibung:    Luristanischer Randleistendolch aus Bronze mit langer, schlanker Klinge, vorne spitz zulaufend. Flache Mittelverstärkung. Direkt angesetzter, flacher Bronzegriff mit umlaufendem, hochgearbeitetem Rand. Eine flache Querleiste grenzt den Griff von der Klinge ab. Hinten verbreitert sich der Griff zu einem konvexen Endstück.
Das besonders spannende an diesem Stück ist die in Teilen erhaltene Griffeinlage. Bei den meisten Funden hat sich nur die Bronze erhalten, die Griffeinlage ging verloren oder bestand aus vergänglichen Materialien. In diesem Fall könnte es sich um Reste der originalen Einlage handeln.

Hintergrund: Dolche waren die Standardwaffen der luristanischen Krieger. Die verschiedenen Dolchtypen wurden von Archäologen nach deren Grifftyp benannt. Für die Randleistendolche ist entsprechend der zu einer Leiste hochgearbeitete Rand namensgebend.
Zunächst wurden in Luristan Klingen als Dolche verwendet, die an den Griff genietet wurden. Im 14. Jh. v. Chr. kamen die Randleistendolche auf, die samt Griff aus einem Stück Bronze gefertigt wurden. Der den Griff umgebende Rand fasste eine Einlage, die meist aus Bein, Holz oder Metall bestand. Die Randleistendolche waren ansonsten schlicht gestaltet und wiesen in der Regel keine aufwendigen Verzierungen auf, wie sie von Axtköpfen jener Zeit bekannt sind. Im 10. Jh. v. Chr. wurden die reinen Bronzedolche von Waffen aus Eisen verdrängt.

Maße: 35,6cm lang, 2,8cm breit.

Zustand: Sehr guter Zustand. Lediglich kleine Bestoßungen an der Klinge, die von der einstigen Nutzung zeugen. Sogar ein Teil der originalen Griffeinlage könnte erhalten sein, ein Rest aus Bein oder Holz ist eingesetzt, wobei die antike Herkunft nicht eindeutig ist. Schöne kräftige Patina.

Provenienz: Erworben 2019 in einem traditionellen Münchener Auktionshaus. In dieses aus einer französischen Privatsammlung, welche in den 1960er Jahren aufgebaut wurde.

Referenzen: Vgl. P. R. S. Moorey, Ancient Bronzes from Luristan (BM, 1974), Tafel II, A (BM 123060).
Vgl. G. Zahlhaas, "Luristan, Antike Bronzen aus dem Iran", Seite 32, Kat. 44.

Literatur: St John Simpson and Susan La Niece, New light on old swords from Iran. The British Museum Technical Research Bulletin, Volume 4 (2010).
Moorey, Ancient Bronzes from Luristan (BM, 1974), Seite 23f.
Bonnet, Die Waffen der Völker des Alten Orients, Seite 42ff.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.