Mesopotamisches Rollsiegel

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Mesopotamisches Rollsiegel
Weißes Rollsiegel aus der Akkadzeit. Eine mythologische Szene ist in den zylindrischen Körper graviert.
240 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR2020F
Details

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Objekt: Mesopotamisches Rollsiegel

Material: Weißer Stein

Datierung: Vermutlich 2340 v. Chr. bis 2200 v. Chr.
Akkadzeit.
Die Datierung ist jedoch nicht ganz sicher, auch die Entstehung in einer zeitlich angrenzenden Epoche ist möglich.

Beschreibung:    Zylindrisches Siegel mit Durchgangsbohrung entlang der zentralen Achse. Eine mythologische Szene ist in die Mantelfläche des Rollsiegels graviert. Abgerollt zeigt der Abdruck einen knienden Mann und wohl einen Stiermensch.

Hintergrund: Die Rollsiegel sind eine Erfindung der frühen Hochkulturen Mesopotamiens. Ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. traten sie ihren Siegeszug an und verbreiteten sich im gesamten Alten Orient und darüber hinaus. Das Auftreten dieser Siegelform fällt mit der ausgiebigen und erstmaligen Verwendung der Schrift in den noch jungen, hochorganisierten Staaten zusammen. Frühe Siegel sind also wie ein Blick auf die Anfänge der Hochkulturen im Zweistromland, spätere Siegel weiten diesen Blick auf alle Bereiche der Verwaltung, aber auch auf den Handel bis hin zum Persönlichen. Viele Beamte, Händler und Privatpersonen müssen in der Bronzezeit Mesopotamiens Rollsiegel besessen haben.
Für die Geschichtsforschung ist das ein besonderer Glücksfall. Rollsiegel aus unvergänglichem Material haben die Jahrtausende fast unverändert überdauert. Ein großer Schatz an Bildern und Schriftzeichen öffnen somit ein Fenster in die Bronzezeit. Durch den Streubesitz der Siegel zu ihrer Verwendungszeit wurden und werden viele Einzelfunde im Nahen und Mittleren Osten gemacht. Seit dem wiedererwachten Interesse an der Alten Geschichte in Europa finden solche Siegelfunde Beachtung und viele Exemplare werden in privaten und öffentlichen Sammlungen bewahrt. Dank akademischer Grabungen mit dokumentierten Fundkontexten konnte eine Chronologie aufgestellt werden, mit deren Hilfe auch die Exemplare im Kunsthandel und Privatbesitz ikonografisch datiert werden können.
Es ist für uns immer etwas Besonderes, diese Siegel in der Hand zu haben und dabei an das Entstehen und Vergehen der Hochkulturen zu denken.

Maße: Durchmesser 11 mm, Länge 21 mm.

Zustand: Körper in sehr gutem Zustand. Oberfläche mit Abrieb, das Motiv ist jedoch noch in groben Zügen erkennbar.

Provenienz: 2014 durch uns in einem britischen Auktionshaus erworben. Zuvor in der britischen Sammlung Steinberg. In diese erworben in den 1960er und 1970er Jahren im Londoner Kunstmarkt.

Referenzen: Ähnlich E. Moeller, Ancient Near Eastern Seals in a Danish Collection, Tafel S. 88, Nr. 67.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.