Neuassyrisches Rollsiegel

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Neuassyrisches Rollsiegel
Wundervolles Siegel mit geflügelten Mischwesen. Es stammt aus dem Neuassyrischen Reich, dem ersten Großreich der Weltgeschichte.
1.480 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR2422
Details

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Objekt: Neuassyrisches Rollsiegel

Material: Schwarzer Stein.

Datierung: 9. Jh. v. Chr. bis 8. Jh. v. Chr.
Zeit des Neuassyrischen Reichs, das erste Großreich der Weltgeschichte.

Beschreibung:    Neuassyrisches Rollsiegel aus dem assyrischen Kernland oder aus Nordsyrien. Zylindrisches Objekt mit Durchgangsbohrung entlang der zentralen Achse. Eine mythologische Szene ist in die Mantelfläche des Rollsiegels graviert. Abgerollt zeigt der Abdruck zwei geflügelte Mischwesen, das eine verfolgt das andere. Unten befinden sich der Lebensbaum und eine Pflanze, oben die Mondsichel.

Hintergrund: Die Rollsiegel sind eine Erfindung der frühen Hochkulturen Mesopotamiens. Ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. traten sie ihren Siegeszug an und verbreiteten sich im gesamten Alten Orient und darüber hinaus. Das Auftreten dieser Siegelform fällt mit der ausgiebigen und erstmaligen Verwendung der Schrift in den noch jungen, hochorganisierten Staaten zusammen. Frühe Siegel sind also wie ein Blick auf die Anfänge der Hochkulturen im Zweistromland, spätere Siegel weiten diesen Blick auf alle Bereiche der Verwaltung, aber auch auf den Handel bis hin zum Persönlichen. Viele Beamte, Händler und Privatpersonen müssen in der Bronzezeit Mesopotamiens Rollsiegel besessen haben.
Für die Geschichtsforschung ist das ein besonderer Glücksfall. Rollsiegel aus unvergänglichem Material haben die Jahrtausende fast unverändert überdauert. Ein großer Schatz an Bildern und Schriftzeichen öffnen somit ein Fenster in die Bronzezeit. Durch den Streubesitz der Siegel zu ihrer Verwendungszeit wurden und werden viele Einzelfunde im Nahen und Mittleren Osten gemacht. Seit dem wiedererwachten Interesse an der Alten Geschichte in Europa finden solche Siegelfunde Beachtung und viele Exemplare werden in privaten und öffentlichen Sammlungen bewahrt. Dank akademischer Grabungen mit dokumentierten Fundkontexten konnte eine Chronologie aufgestellt werden, mit deren Hilfe auch die Exemplare im Kunsthandel und Privatbesitz ikonografisch datiert werden können.
Es ist für uns immer etwas Besonderes, diese Siegel in der Hand zu haben und dabei an das Entstehen und Vergehen der Hochkulturen zu denken.

Maße: 30mm lang, 13mm Durchmesser.

Zustand: Museumswürdiger Zustand. Bis auf kleine Bestoßungen an den Enden perfekt erhalten inklusive Motiv. Inklusive Siegelabdruck.

Provenienz: 2018 im britischen Kunsthandel erworben. Zuvor in Londoner Privatbesitz. In diesen aus Erbschaft der Familiensammlung, in welche das Rollsiegel in den 1970er Jahren aufgenommen wurde, mit der Sammlungsnummer 12. Das Rollsiegel wurde in den 1980er Jahren durch Prof. Lambert begutachtet und beschrieben. Eine Kopie dieser Notiz liegt vor.
Wilfred George Lambert (1926 bis 2011), britischer Altorientalist und vorderasiatischer Archäologe, war Professor an der University of Birmingham. Nach seiner Emeritierung wirkte Prof. Lambert in der altorientalischen Abteilung des British Museums mit.
Dieses Objekt wurde mit der Datenbank von ArtLoss abgeglichen, die gegenwärtig über 500,000 als gestohlen oder verloren gemeldete Objekte umfasst und auch aktiv die entsprechenden Datenbanken von Interpol und vom FBI einbezieht. Ein ArtLoss-Zertifikat liegt vor.

Referenzen: Vgl. Keel-Leu, H. & Teissier, B. Die Vorderasiatischen Rollsiegel (2004), Nr. 164z, 168z, 182-189.


Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.