Neubabylonisches Stempelsiegel mit religiöser Szene

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Neubabylonisches Stempelsiegel mit religiöser Szene
Schön facettiertes Siegel aus hellem Chalcedon. Es zeigt einen Beter vor den Göttern Marduk, Nabu und Ischtar. Typisches und gut dokumentiertes Motiv aus dem 6. Jh. v. Chr.
490 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR1990
Details

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Objekt: Neubabylonisches Stempelsiegel mit religiöser Szene

Material: Heller Chalcedon.

Datierung: Ca. 6. Jh. v. Chr.
Spätbabylonische Zeit.

Beschreibung:    Neubabylonisches Stempelsiegel mit religiöser Szene. Konischer Stein mit facettierter Oberseite. Die Siegelfläche ist achteckig und leicht konvex. Sie trägt eine in Schleifradtechnik eingravierte Darstellung. Ein sechsstrahliger Stern befindet sich über einem Altar mit Spaten und Griffel. Daneben ein betender Mann.
Spaten und Griffel auf dem Altar stehen symbolhaft für babylonische Götter. Der Spaten war das Attribut des Hauptgotts Marduk. Dessen Sohn Nabu war der Gott der Schreibkunst und der Weisheit, der Schreibgriffel auf diesem Siegel steht für ihn. Auch der Stern darüber hat vermutlich eine göttliche Entsprechung in Ischtar. Ihr wurde die Venus zugeordnet.
Die Darstellung auf diesem Siegel ist sehr typisch und in der Geschichtsforschung mutmaßlich gut verstanden. Das Stück eignet sich daher hervorragend für eine Lehrsammlung und darf eigentlich in keiner solchen Sammlung fehlen.

Maße: Ca. 20mm x 12mm Länge und Breite der Stempelfläche, ca. 26mm Höhe.

Zustand: Bestoßung am oberen Ende des Siegels, ansonsten nur minimale Bestoßungen. Insgesamt in hervorragendem Zustand mit klar erkennbarem Motiv auf der Stempelfläche.

Provenienz: 2013 von uns in einem deutschen Auktionshaus erworben. Zuvor in der bedeutenden Sammlung des Düsseldorfer Notars Dr. Paul Gerhard Langenkamp (1922–2012) (Sammlungsnummer 48). In diese erworben aus dem Kunsthandel in den 1940er bis 1980er Jahren. Viele Stücke der Sammlung wurden bei den Händlern Drouot Paris, Palais d’Orsay, Münzen und Medaillen AG Basel und Frank Sternberg AG Zürich erworben.
Das vorliegende Siegel wurde für Dr. Langenkamp von Prof. Dr. Ruth Mayer-Opificius (1928 bis 2006) wissenschaftlich bearbeitet. Frau Mayer-Opificius war Professorin für altorientalische Altertumskunde an der Universität Münster und eine renommierte Expertin für altorientalische Siegel. Von ihr stammt eine uns vorliegende Notiz mit Datierung, Deutung und Literaturangaben, die wir zur Grundlage unseres Beschreibungstexts gemacht haben.

Referenzen: Vgl. Jakob-Rost, Die Stempelsiegel im vorderasiatischen Museum Berlin, Tafel 12.
Vgl. Orbis Biblicus et Orientalis 110, H. Keel-Leu, Vorderasiatische Stempelsiegel, S. 76, Nr. 264.
Vgl. Habib Anavian Collection, Nr. 246.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.