Porzellantasse der Qing-Dynastie, Wrackfund, ex Sotheby's
Preis: Auf Anfrage
Verkauft
Objektnummer
AR3597-01
| Objekt: |
Teetasse
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| Material: |
Feines Porzellan in weiß-blauer Farbe, mit kobaltblauer Glasur als Unterschicht.
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| Datierung: |
Qing-Dynastie, Altes China, um 1725 n. Chr., aus der Yongzheng-Epoche (1723 n. Chr. bis 1735 n. Chr.). Zu dieser Zeit war Tee in ganz Europa sehr beliebt, und mit der Nachfrage nach Tee stieg auch die Nachfrage nach Porzellan, aus dem man ihn trinken konnte. Daher bestand ein Großteil der Importe in diesen Jahren aus Teegeschirr. Die wichtigsten Händler der Zeit waren die britische Ostindien-Kompanie (Honourable East India Company) und die Niederländische Ostindien-Kompanie (Vereenigde Oost-Indische Compagnie, VOC). |
| Beschreibung: |
Chinesische Teetasse. Die Außenseite ist mit Blüten- und Rankenmotiven dekoriert, oben und unten durch eine schmale umlaufende blaue Linie begrenzt. Im Inneren auf dem Boden in einem weiten konzentrischen Doppelkreis Blume, am Rand umlaufendes Zick-Zack-Band aus schrägen, nah bei einander angeordneten Strichen, welche beinahe zu einer einzigen Linie verschmelzen und doch individuell optisch auseinandergehalten werden können. Durch die fast 300 Jahre unter Wasser ist das Porzellan perfekt erhalten geblieben und damit ein in dieser Erhaltung sehr seltenes Belegstück für die im 18 Jh. boomende chinesische Porzellanindustrie, die erst nach langem Bemühen in Europa kopiert werden konnte ("Meissener Porzellan"). In dieser Qualität in bedeutenden Porzellansammlungen zu finden. |
| Maße: |
Durchmesser 74 mm, Höhe 38 mm
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| Fundkontext: |
Das Schiff, dessen Name nicht mehr bekannt ist und das daher als "Schiffswrack von Ca Mau" bezeichnet wird, war eine ca. 24m lange und 8m breite chinesische Hochseedschunke, die mit einer Porzellanladung wohl von Kanton (heutige Hafenstadt Guangzhou) zum niederländischen Handelshafen Batavia (heutiges Jakarta) unterwegs war. Das Porzellan entstammt verschiedenen Werkstätten, sowohl der weltberühmten Manufaktur von Jingdezhen in der Provinz Jiangxi, als auch von Dehua in Hujian und Guangzhou in Guangdong. Rund 30 Seemeilen vor der Ca Mau-Halbinsel (Südvietnam) brach ein Feuer an Bord aus, das zum Untergang des Schiffes führte und wohl derart heftig war, dass Teile des Porzellans miteinander verschmolzen. In den späten 1990er Jahren entdeckten Fischer vor der Halbinsel Ca Mau Porzellan, in dem sich ihre Netze verfingen. Sie erkannten den Wert der Objekte und begannen mit Bergung des in 36m Tiefe liegenden Wracks und dem Verkauf der Fundstücke, der von den Behörden jedoch schnell entdeckt und unterbunden wurde. Laut dem Bericht zu dem Wrackfund am 5. Mai 1998 in der Tageszeitung Tuoi Tre beschlagnahmten die Behörden damals der Provinz Binh Thuan über 32.000 Artefakte und über 2 Tonnen Metallgegenstände, welche zwei Fischer illegal aus dem Wrack geborgen hatten. Zwei Experten datierten die Artefakte, hauptsächlich Keramik, in die Epoche von Kaiser Yongzheng der Qing-Dynastie (Regierungszeit 1723–1735). Möglich war diese Datierung u.a. anhand einiger Weinkelche mit dem Siegel von Kaiser Yongzheng. Die beschlagnahmten Fundstücke wurden mit dem Code CMI katalogisiert und anschließend dem Museum von Binh Thuan übergeben. Als das vietnamesische Ministerium für Kultur und Information von dem Fund erfuhr, wurde die Fundstelle gesichert und eine professionelle Ausgrabung bzw. Bergung vorgenommen, welche vom Kurator des Nationalmuseums für vietnamesische Kultur geleitet wurde. Insgesamt wurden im Rahmen der Kampagnen über 130.000 Stücke geborgen. Drei vietnamesische Museen wählten zunächst Objekte für ihre Sammlungen aus. Die verbleibenden 76.000 Objekte wurden im Auftrag der Behörden am 29., 30. und 31. Januar 2007 von Sotheby’s Amsterdam als „Made in Imperial China“ versteigert worden sind (Katalogreferenz unten, dort eine ausführlichere Darstellung der hier zusammengefassten Fakten). |
| Zustand: |
Nahezu perfekter Zustand. Lediglich minimale Bestoßungen, die den Eindruck nicht stören. Attraktive, leichte Fundablagerungen.
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| Identifikations-: nummern: |
Auf der Unterseite moderne schwarze Aufschrift des Archäologenteams "CM2-10224" und Sotheby's Aufkleber „Ca Mau – Binh Thuan 67658 Sotheby’s UNICOM“. Die Kategorisierung CMI - CM4 bezieht sich offenbar auf Grabungs- bzw. Bergungskampagnen, wobei die mit CMI markierten Stücke offenbar dem frühesten Fund durch die Fischer entstammen. |
| Referenzen: |
Sotheby’s, Made in Imperial China. 76,000 pieces of Chinese export porcelain from the Ca Mau Shipwreck, Circa 1725. Auction catalogue Sotheby's Amsterdam, 29, 30 & 31 January 2007. Vgl. die Objekte in der Ausstellung im Royal Victoria & Albert Museum, London, "World Ceramics", Raum 145 u.a. |
| Provenienz: |
2025 von uns in einem britischen Auktionshaus erworben. Erworben bei Sotheby's Amsterdam im Januar 2007, seitdem und bis zum Erwerb durch uns in Großbritannien. Fund vor der Halbinsel Ca Mau (Vietnam), vom Schiffswrack einer chinesischen Hochseedschunke, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von Kanton (heute Guangzhou) zum niederländischen Handelshafen Batavia (heute Jakarta) unterwegs war und ca. 1725 versank. Im Jahr 1998 wurde das Wrack wiederentdeckt und durch die vietnamesischen Behörden archäologisch untersucht und dokumentiert. |
| Echtheit: |
Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.
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