Römischer Armreif mit Jagdszene

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Objektnummer
AR3055
Die seltene und wunderbare Treibarbeit aus Silber wird in einer Publikation aus dem Jahr 1970 in eine Werkstatt aus Antiochia oder Palmyra verortet. Spätes 3. Jh. n. Chr.
Objekt: Römischer Armreif mit Jagdszene

Material: Silber. Füllung aus Bitumen.

Datierung: 250 n. Chr. bis 300 n. Chr.
Späte römische Kaiserzeit.

Beschreibung:    Armreif in Torusform mit großem Profildurchmesser, teils noch mit Bitumen gefüllt. Ein Teilstück des Reifs konnte aufgeklappt werden, um ihn so anzulegen. An dieser Stelle ist der Reif aktuell leicht geöffnet und gibt den Blick auf einen Teil des Mechanismus frei.
Die Außenseite des Reifs ist durch eine aufwendige Treibarbeit verziert. Quer und längs verlaufende Zierbänder teilen die Fläche in 3 x 6 rechteckige Bildfelder. Jedes Bildfeld trägt ein Relief, die sich zusammen zu einer Jagdszene fügen.

Mittlere Bildreihe:
Mann zu Fuß mit Peitsche(?) und Hund, vermutlich der Diener der Figur davor, ein Mann zu Pferd mit Mantel und Speer. Ein Löwe mit aufgerichtetem Schwanz, der über die Schulter zurückblickt. Ein liegendes Reh mit Stern über der Szene. Die Szenen mit Löwe und Reh sind auf den zwei restlichen Felder wiederholt, die sich auf dem entnehmbaren Teilstück befinden.

Obere Bildreihe:
Ein Kranz, umgeben von laufenden oder schreitenden Tieren in den umgebenden Bildfeldern.

Untere Bildreihe:
Zwei Felder mit Kranz, zwei Felder mit laufenden oder schreitenden Tieren, zwei Felder mit Arrangement aus je drei Blättern.

Es handelt sich bei dem Armreif um ein seltenes und wunderbares Beispiel für Schmuck aus Antiochia, Palmyra oder der Umgebung. Typisch römische Motive sind dabei mit der lokalen Handwerkstradition und Darstellungsweise verknüft worden.

Maße: Ca. 10,2cm Außendurchmesser, 5,5cm bis 6,4cm Innendurchmesser. Ca. 3cm Durchmesser im Querschnitt des Profils.

Zustand: Durch die Bitumenfüllung schwerer Reif mit einigen Rissen über den Körper verteilt und an dem originalen antiken Verschluss leicht aufgebogen an einer Seite. Insgesamt guter Zustand und beeindruckend durch die Größe des Reifs. Von einem Vorbesitzer in einer Box mit Lederbezug außen und Stoffbezug innen aufbewahrt.

Provenienz: Durch uns 2020 auf dem britischen Kunstmarkt erworben. Zuvor in einer britischen Privatsammlung. Exemplar aus der Auktion Sotheby's, London, vom 9. Juli 1973, Losnr. 37. Es ist überliefert, dass das Stück vor 1914 im Nahen Osten erworben wurde. Lepage spekuliert in seiner Analyse des Armreifs, dass dieser in einer römischen Werkstatt in Antiochia oder Palmyra hergestellt wurde.

Publiziert: C. Lepage, objets 3 - Revue semestrielle d'Art et d'Archéologie (ARKE, Genf, 1970), S. 11 bis 17, "Un bracelet romain en argent repoussé", dort mit ausführlicher Analyse des Armreifs.
Katalog Sotheby's, New Bond Street, London, vom 9. Juli 1973, Text Seite 13 und Abbildung Tafel IX, Nr. 37.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.