Weibliche Figur aus dem Reich Elam

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Weibliche Figur aus dem Reich Elam
In der Form hergestellte Tonfigur, ein Fruchtbarkeitsidol oder erotisches Bildnis aus der Mittelelamische Periode 1500 bis 1100 v. Chr.
880 €

Verfügbarkeit: Verfügbar

Objektnummer: AR2203
Details

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Objekt: Weibliche Figur aus dem Reich Elam

Material: Ton.

Datierung: Ca. 1500 v. Chr. bis 1100 v. Chr.
Mittelelamische Periode.

Beschreibung:    In der Form hergestellte weibliche Figur mit auffälligem Kopfschmuck. Sie trägt eine Halskette, zwei Armreife an jedem Handgelenk und einen großen Reif an jedem Fußgelenk. Mit den Händen hält die weibliche Figur ihre Brüste, das Schamdreieck ist übergroß dargestellt und mit einem Muster aus Bögen verziert, wohl Haarlocken darstellend. Der flache, aber dennoch füllig wirkende Körper mit langen Beinen ist charakteristisch für Darstellungen der Weiblichkeit in dieser Epoche. Die Figur erwidert den Blick des Betrachters mit weit geöffneten, umrandeten Augen.
Frauendarstellungen dieser Art werden häufig als Fruchtbarkeitsidol interpretiert, in Anlehnung an die altsteinzeitlichen Idole, wie die berühmte Venus von Willendorf. Doch auch eine Interpretation als erotisches Bildnis ist möglich. Dafür sprechen die übersteigerte Darstellung der Geschlechtsmerkmale, die provokative Gestik und der reich geschmückte Körper.
Es gibt zwei Parallelen zu dieser Figur mit gut bekannter Herkunft (siehe Museumsreferenzen unten). Beide können der elamischen Kultur zugeordnet werden und wurden in Iran gefunden, eine in der Stadt Susa. Auch für diese Figur war auf der Rechnung von ca. 1976 Susa vermerkt, wobei unklar ist, ob es sich dabei um den überlieferten Fundort oder einen Verweis auf die Ähnlichkeit mit Funden von dort handelt. Auf dem Kunstmarkt sind Figuren wie diese selten. Sie werden mit diversen Zuordnungen versehen, zum Beispiel babylonisch oder luristanisch, was sicher im Bereich des möglichen liegt. Varianten mit anderem Stil sind sogar von Zypern bekannt und abgebildet bei V. Müller, Frühe Plastik in Griechenland und Vorderasien, Tafel XLVI, Nr. 434.

Hintergrund: Die elamische Kultur erstreckte sich im Südwesten des heutigen Iran. Dabei ist der politische Zusammenhang der kulturellen Zentren der Region nicht eindeutig geklärt. Man ordnet dem Reich Elam Funde vom 4. Jt. bis 1. Jt. v. Chr. zu, die eine mehr oder weniger deutliche Kontinuität aufweisen. Auch Schriftquellen sind vorhanden, so zum Beispiel Verweise auf den Elam aus dem Alten Testament und zahlreiche Keilschrifttafeln. Jedoch lässt sich Stilkunde und Schriftkunde schwer vereinen, sodass die elamische Kultur bis heute viele Geheimnisse bewahrt hat.

Maße: 150mm hoch (ohne Ständer), 68mm breit.

Zustand: Hervorragender Zustand. Die Details auf der Oberfläche sind ausgesprochen gut erkennbar. Die Figur ist nur minimal bestoßen, allerdings in der Mitte gebrochen und modern wieder zusammengefügt.

Provenienz: Durch uns 2017 aus dem deutschen Privatbesitz M. Voos erworben. In diesen 2017 durch Erbschaft der deutschen Privatsammlung H. Herbst. Das Objekt wurde ca. 1976 bei Davies Antiques in London für die Sammlung Herbst erworben und nach Deutschland gebracht (Rechnung ist in Kopie vorhanden). Der Rechnungstext nennt die elamische Stadt Susa, wobei es sich möglicherweise um den überlieferten Fundort handelt.

Referenzen: Vgl. Metropolitan Museum of Art, Inventarnr. 51.7.1.
Vgl. British Museum, Inventarnr. 1853,1219.24.

Literatur: D. T. Potts, The Archaeology of Elam, formation and transformation of an ancient Iranian state, Cambridge (1999).

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.