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Großes Zeremonialmesser der Sicán-Kultur

420 €
Verfügbar
Objektnummer
AR3199C
Objekt: Großes Zeremonialmesser der Sicán-Kultur

Material: Kupfer oder arsenhaltige Kupferlegierung.

Datierung: 10. Jh. n. Chr. bis 12. Jh. n. Chr.
Blütezeit der Sicán-Kultur.
Früher wurden Zeremonialmesser dieser Art häufiger der bekannteren und auf die Sicán folgenden Chimú-Kultur zugeschrieben. In jüngerer Zeit werden in der akademischen Welt dagegen mehr dieser eindrucksvollen Artefakte der Sicán-Kultur zugeschrieben und wir greifen für das vorliegende Stück die Sicán-Datierung auf. Aufschluss in dem akademischen Disput gab der wohl erste Fund mit sicher überliefertem Kontext, der in den 2000er Jahren Archäologen um Prof. IIzumi Shimada von der Southern Illinois University gelang. Er stützt die Sicán-Zuordnung für die 10 ausgegrabenen Messer (siehe Literaturhinweise).

Beschreibung:    Es handelt sich um die Klinge eines Zeremonialmessers, genannt Tumi. Die Messerklinge ist aus dünnem Kupferblech gefertigt, hat einen breiten trapezförmigen Griffzapfen und eine halbmondförmige Schneide.

Einst wurde die Klinge sicher von einem figürlich dekorierten Messegriff gehalten. Als Fundort kommt ein Grab der Sicán-Elite in Frage. Durch die damals höchst exklusiven Metallerzeugnisse konnten die Herrscher und der Adel ihre Macht bis ins Jenseits demonstrieren. Doch die Messer hatten bereits im Diesseits eine Funktion für die Elite, wie Abbildungen der Vorläuferkultur, der Moche, überliefern. Sie zeigen den Einsatz der Tumis als rituelle Waffe, um Menschenopfern und Tieropfern die Kehle durchzuschneiden. Ebenso ist eine medizinische Funktion überliefert, speziell bei Kriegern, die Schädeltraumata durch Keulen erlitten.
Aufgrund dieser wichtigen Funktionen ist offebar, dass es sich bei den Tumis um Prunkstücke der Anden-Metallurgie handelt. Wir freuen uns, eine kleine Gruppe dieser wichtigen archäologischen Zeugnisse anbieten zu könnne.

Hintergrund: Die Sicán-Kultur zeigt eine spannende Facette der Hochkulturen der Anden, denn die überlieferte Legende von Ñaymlap erzählt eine Geschichte von Immigration und Assimilation. Der legendäre Herrscher soll mit seiner Entourage die Nordküste Perus vom Pazifik kommend erreicht haben. Dort etablierte er eine neue lokale Herrscherdynastie, übernahm jedoch viele Sitten und Gebräuche der Moche-Kultur, die er dort vorfand. Der Name der Küste, an welcher Ñaymlap angelandet sein soll, gab der Kultur auch ihren älteren Namen Lambayeque-Kultur.

Maße: 19,7cm lang.

Zustand: Sehr guter Zustand. Unauffällige Verformungen und winzige Bestoßungen stören den Gesamteindruck nicht. Kräftige grüne Patina.

Provenienz: Von uns 2021 im deutschen Kunsthandel erworben. Zuvor in der norddeutschen Privatsammlung U. C. In diese erworben aus der deutschen Privatsammlung J. Tretter. Der Tumi befindet sich seit 1975 in Deutschland.

Referenzen: Vgl. Metropolitan Museum of Art, Inventarnr. 1974.271.60.
Vgl. Museum der Kulturen Basel, Inventarnr. IVc 24745.
Vgl. Virginia Museum of Fine Arts, Objektnr. 2018.270.

Literatur: Scientific American, Special Editions 15, 1s, Seiten 80-89, Izumi Shimada and Jo Ann Griffin, "Precious Metal Objects of the Middle Sican" (Januar 2005, doi:10.1038/scientificamerican0105-80sp).
R. Slotta, I. Schnepel, Schätze der Anden - Chiles Kupfer für die Welt (Ausstellungskatalog, 2012).
Spektrum der Wissenschaft 6 / 1994, Seite 88, Goldschmiedekunst der altperuanischen Sicán-Kultur.

Echtheit: Die Echtheit wird, wie bei allen unseren Objekten, ohne zeitliche Einschränkung garantiert.